Spottshow der Freiburger Supporterscrew: Der Bulle spricht, die Nippel sprießen

MB 25 November 2016
 
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Spottshow der Freiburger Supporterscrew: Der Bulle spricht, die Nippel sprießen

Die kleinen, aber feinen Details machen bekanntlich den Unterschied. Manches muss sich erst mal setzen, im Geiste verarbeitet werden. Gibt es gar Botschaften, die erst auf dem zweiten oder dritten Blick erkennbar sind? Ist da noch mehr? Wird der Betrachter des Videos in andere Sphären enthoben? Einigen dürfte sich das Video der Ultras Nürnberg in den Gehirnwindungen fest verankert haben. Genau, die düsteren, geheimnisvollen Botschaften aus dem Frankenland, die auf youtube Ende Oktober 2015 verbreitet wurden. „Deine Augen sehen es, doch dein Verstand kann es nicht fassen.“ Dazu das „allsehende Auge“ und die „Eule der Minerva“. Wieder und immer wieder konnte dieses Filmchen betrachtet werden. Die quälende Frage, ob es noch einen tieferen Sinn gibt, ließ einen nicht mehr los. Nicht wirklich mystisch ist das aktuelle Video, das vor zwei Tagen von der Freiburger Supporterscrew online gestellt wurde. Auf den ersten Blick erscheint alles klar und deutlich, und der Film verbreitet sich rasant im Netz. In „Breaking News: Spottshow“ geht es um die Entwicklung des Fußballs. Anhand des Beispiels „Limo Leipzig“ wird ein satirischer Blick in die Zukunft geworfen. So steht es in der Beschreibung. Allerdings drängt sich die Frage auf: Was davon ist Satire - was von dem Gezeigten könnte wirklich eintreten? Und mir persönlich noch wichtiger: Gibt es versteckte Botschaften? Ja, genau solche, die auch in diversen Hollywood-Filmen vermutet werden. Wer kennt nicht Dokus, in denen gezeigt wird, an welchen Stellen der Disney-Filme skurrile Details erkennbar sind.

Wobei wir beim Punkt wären. Angeklickt und reingeschaut. Vorgespult zur Minute 2:30. „Weiter geht es mit unserer beliebten Rubrik Leipziger Allerlei. Konzerninternes aus der Abteilung Sport. Unterabteilung Fußball. Vorgetragen von Bulli Bull.“, säuselt die süße Stimme der Moderatorin. Wallendes blondes Haar, große Augen, ein tiefer Wimpernschlag, roter Lippenstift. Im Hintergrund steht der besagte „Bulli Bull“ mit Glotzaugen am Mikro bereit. Das Wort bitte! Der rote Bulle nun in Großeinstellung. Daneben das Logo von „Limo Crazy Cows“. Und los: „Jugendarbeit. Wir begrüßen ganz herzlich unseren 1.500. Spieler in der Limo Leipzig Fußballakademie Crazy Cows. Noch haben wir bis zu 500 Plätze frei, welche wir zu Saisonbeginn mit Talenten von sich auflösenden Traditionsvereinen füllen werden…“ Kurz senken sich die Augenlider des Bullens. Schön und gut. Das klingt gar nicht nach Satire. Gut möglich, dass in 20 Jahren das Leipziger Nachwuchszentrum zehnmal so groß ist wie heute und die Kids aus aller Herrenländer in die Messestadt gelockt werden. Im Unterbewusstsein hat sich eh was ganz anderes verankert. Gab es zuvor bei der blonden Moderatorin mit Wespentaille nicht eine Veränderung?

Zurückgespult. Ein Blick auf die Kommentare unter dem Video. „Wirklich ein tolles Video. Sehr viel Liebe reingesteckt!“ Wohl wahr. Einem anderen User ist die Veränderung tatsächlich auch aufgefallen. Während die Dame mit der erotischen Stimme vom „Leipziger Allerlei“ spricht und im Hintergrund der Bulle mit leicht gesenkten Hörnern zu sehen ist, sprießt etwas unter der lilafarbenen Bluse. Ja, zuerst denkt man, es könnte ein Schnittfehler sein. Man kennt das ja selbst von guten Filmen. Kleine Details wurden ausversehen geändert. Sieht man kaum, halb so wild, passiert im besten Film. Hier aber gibt es kein A und kein B, sondern ein stetes Anwachsen. Tatsächlich haben die Macher des Filmes auf der üppigen Oberweite eine schleichende Veränderung herbeigezaubert. Stichwort Zaubern. Wenn das nicht ein Zaubern auf den Gesichtern der Betrachter hervorruft! Nein, nicht wegen der Brüste allein. Diese bekommt man im Netz wahrlich häufig genug zu sehen. Vielmehr ist es das freudige Erstaunen, wie viel Liebe zum Detail man im Breisgau hat. „Jungs, ihr Freiburger, seid ja echt frecher als man dachte!“, möchte man sagen. Das ist ähnlich verrückt wie im eingangs erwähnten Nürnberger Video mit den Symbolen der Freimaurer. Da lasst ihr die Zuschauer mit süßer Stimme was von „Konzerninternes aus der Abteilung Sport“ vorsprechen, und im gleichen Atemzug hebt sich doch glatt was auf den Rundungen der Lady ab. Wenn das kein Breisgauer Nippel-Skandal ist!

Spult man ganz auf Anfang zurück, bekommt man auch den Namen der Moderatorin zu hören. Lara Kraft aus dem GEZ-Hauptstadtstudio Berlin begrüßt uns alle und beginnt sogleich mit einer Meldung vom 54. Spieltag der Monto-Sahn-Bundesliga. In der USB-5.0-Arena treffen der Spitzenreiter Limo Leipzig und der chronische Abstiegskandidat Ketchup Hamburg aufeinander. Gespielt wird allerdings nicht in der Messestadt, sondern in Herne, von wo aus der Sender ab 13 Uhr live berichten wird. Dort nämlich befindet sich die Zweigstelle West des Limonaden-Herstellers. Theoretisch vorstellbar? Na klar! Schließlich ist Herne derzeit eine Fußballbrache, und die Jungs und Mädels aus der dortigen Ruhr-Metropole lechzen nach höherklassigem Fußball. Allerdings klappt es im Video mit der Anspielung auf Ketchup Hamburg nicht so ganz. Schließlich ist Investor Klaus-Michael Kühne ein milliardenschwerer Logistiker und nicht der Senf-Hersteller von der Carl Kühne KG. Wenngleich auch große Magazine schon mal gern schreiben, dass Kühne beim HSV auch weiterhin seinen Senf zugeben darf.

RBL

Zurück zum wirklich gut gemachten Video der Freiburger Supporterscrew. Fiktive Werbung unterbricht die Berichterstattung. „Diese Nachricht wird ihnen präsentiert von SAhoPe“. Interessant auch die unten durchlaufenden Schlagzeilen. So ist unter anderen Weiß auf Rot zu lesen: „Limo Leipzig zieht um +++ Limo beschließt Umzug des Teams von Leipzig in den Pfälzer Wald“ Und auch hier kommt das Gefühl auf, so fiktiv könnte solch eine Meldung in Zukunft gar nicht sein. Bedenkt man, wie viele Teams in der nordamerikanischen NFL, NHL und NBA bereits willkürlich von Stadt A nach Stadt B verfrachtet wurden, so kann dieses Modell durchaus in 10 oder 20 Jahren auch in Deutschland Realität werden. Und auch die nächste Werbeeinblendung im Video hat es in sich. „Steuere deinen Fan-Avatar ganz easy über dein Handy! Echte Emotionen, besser als live, jetzt abonnieren. Nur 120.000 Bundesliga-Coins im Monat!“ Und schwupps sind die Abos schon vergriffen. 

Und auch der Bundesliga-Dino aus der Hansestadt Hamburg bekommt scheinbar noch einmal einen kleinen Seitenhieb verpasst. So gelang es in Pinneberg einem achtjährigen Jungen einen alten VHS-Videorekorder zu reaktivieren und sich somit eine alte Kassette aus den 90ern anzuschauen. Das Kind ist verwirrt. Aber nicht aufgrund der damaligen sportlichen Erfolge, diese waren ja auch in den 90ern nicht soooo dolle, vielmehr sorgten die damals real ausgelebten Emotionen für große Verwirrungen. Stillgelegt wurde die Göre schließlich im Ketchup-Hamburg-Fanshop. Satire? Fiktion? Kommen uns nicht bereits jetzt mitunter die Tränen, wenn wir uns diverse Mittschnitte aus den 90ern im Netz anschauen? Im Freiburger Videos geht es weiter mit Meldungen aus der englischen Premier League und vom geschlossenen Freiburger Fußball-Internat. Im direkten Anschluss folgt die Pointe mit den sich frech abhebenden Brustwarzen. Rote Bullen sind sexy? Oder auch nicht...

Aber was heißt Pointe? Schluss ist lange noch nicht. Allerdings soll nicht alles verraten werden. Schließlich soll das Video noch zwei, drei Überraschungen parat halten. Viel Spaß beim Anschauen und beste Grüße in den Breisgau!

Foto: Screenshot youtube, 

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