Yokohama F. Marinos FC vs. Gamba Osaka: LED-Lichtermeer und das ominöse „F“

R 04 Juni 2018
 
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Yokohama F. Marinos FC vs. Gamba Osaka: LED-Lichtermeer und das ominöse „F“

Immer wieder Gamba! Bereits zum dritten, aber auch letzten Mal auf der Japanreise, kreuzten sich die Wege mit dem Team aus Osaka. Nach zwei Spielen unter der Woche, sollte nun der Normalfall eines Ligaspieles am Wochenende eintreten. 

In Yokohama stand der 14. Spieltag der J1 League an und dieser führte in ein aus deutscher Sicht, nicht mit positiven Erinnerungen verbundenes Stadion. Zur Weltmeisterschaft 2002 lief es noch unter dem Namen „International Stadium Yokohama“, was sich im jetzigen Liga-Alltag natürlich schon lange geändert hat. Am 30.06.2002 spielte Deutschland in diesem Stadion das Finale der WM gegen Brasilien. Endstand 0:2 aus deutscher Sicht. Der mittlerweile kugelrunde Ronaldo war mit seinen beiden Treffern nicht nur „Man oft he Match“, sondern durfte sich am Ende auch den „Goldenen Schuh“ für seine acht erzielten WM-Tore abholen. Die goldenen Jahre der Seleção. 

 

Ganz so wichtig war diese Ligapartie nicht, aber sie sollte zeigen, was in dieser Liga an einem Wochenende aus fantechnischer Sicht möglich ist. Denn der Gästeblock war mit gut und gerne 4.000 Blau-Schwarzen gefüllt. Das ist eine Ansage bei dieser Entfernung. Auch im Heimsektor sah es nicht schlechter aus. Die Kurven waren definitiv gut gefüllt, das Stadion in der Gesamtheit leider nicht. 

 

Der dreimalige Meister aus Yokohama hatte es an diesem Tag nicht nur mit einem unbequemen Gegner auf dem Rasen zu tun, denn im Publikum saß auch ein absoluter Glücksbringer für die Gäste. Zwei besuchte Spiele, zwei Siege von Gamba sprechen für sich. So kam es, wie es kommen musste. Die Gäste gingen unter einem frenetischen Jubel ihrer Fans mit 1:0 in Führung. Darauf hätte man eigentlich Geld setzen müssen. Wenige Minuten später konnten die Marinos allerdings ausgleichen und stellten somit das Endergebnis her. Zwar kein Sieg für Gamba, aber auch im dritten besuchten Spiel ungeschlagen. Ein Jobangebot als Berufsglücksbringer wäre durchaus angebracht. ;)

 

Nun aber noch eine Frage, die den regelmäßigen Lesern der Japanberichte auf der Seele brennen dürfte. Warum Marinos? Und wofür steht das ominöse F? Beides wie gewohnt recht leicht zu erklären. Das F wurde dem Namen in Folge der Fusion der Yokohama Marinos und der Yokohama Flügels im Jahr 1999 hinzugefügt. Damit soll quasi an die Mannschaft der „Flügels“ erinnert werden. Mit dem Wort „Marinos“ sollen zwei Facetten eingebracht werden. Zum einen ist Yokohama eine Hafenstadt, sodass sich die Bedeutung „Segler“ als durchaus stimmig erweist. Das dabei die spanische Version gewählt wurde, war aber auch keine zufällige Entscheidung. Hier spielte der Flair des argentinischen Fußballs eine entscheidende Rolle, den man punktuell ja auch in der japanischen Fanlandschaft erkennt, z.B. durch die gespannten Stoffbahnen. Wenn es eine Nation auf diesem Planeten gibt, die sich bei Vereinsnamensgebung mit besonderer Raffinesse auszeichnet, dann gehören die Japaner eindeutig dazu. 

 

Was wurde nun aber auf den Rängen geboten? Der gewohnt gute japanische Support, wenn man es kurz halten möchte. Es war wieder das komplette Programm aus Schwenkfahnen, Stoffbahnen, Hüpfeinlagen und lauter Gesänge geboten. Die Beschreibungen ähneln sich eigentlich bei jedem Spiel, aber es ist eben auch sehr ähnlich. Größere Rivalitäten unter den einzelnen Fanszenen scheint es nicht zu geben. Das würde, wenn man ehrlich ist, auch überhaupt nicht zur japanischen Kultur passen. Es wurde sich auch bei dieser Partie mit Respekt begegnet. Das ist eine wirklich angenehme Atmosphäre, aber es nimmt auch ein wenig die Spannung. Letztlich weiß man bereits vor dem Spiel, was einen im Groben erwartet. Lediglich die Frage nach der Zuschauerzahl und der Anzahl der mitgereisten Gäste stellt eine kleine Überraschung dar. 

 

Was eine nette Abwechslung darstellte, war die Form der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung. Dazu wurde das gesamte Stadion verdunkelt und im kompletten Heimbereich gingen LED-Lichter in unterschiedlichsten Farben an. Das Ganze wurde unterstützt von einer Scheinwerferchoreografie des Flutlichtes. Optisch ein nettes, kleines Gimmick.

 

Dennoch muss man dieser Partie zwei starke Kurven attestieren, sodass der Kopf des nicht nur am Sport, sondern auch an den Fans interessierten Zuschauers, regelmäßig von links nach rechts und wieder zurück schnipste. Das macht bei der in asiatischen Stadien größtenteils vorherrschenden Tristesse in Punkto Fanaktivitäten, dann doch wieder deutlich mehr Laune. Und wenn ein Spiel mal nicht so der Knaller ist, der Blick in die Fanblöcke vertreibt die Langeweile dann doch ganz gut. 

Bericht: Marcel Hartmann

Fotos: Marcel Hartmann

> zur turus-Fotostrecke: Japan

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