Prost und Ahu! Bier am Strand - Ende der Durststrecke im Rostocker Ostseestadion

Autor: Anika     veröffentlicht am 23 April 2018    
 
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Bierchen vor dem Spiel ...
Foto: Anika

Samstagmittag 12:00 Uhr, Warnemünde Strand. Die Sonne im Gesicht, den Sand unter den Füßen, die Ostsee im Blick, das Rauschen der Wellen im Ohr, die Flasche Rostocker Gerstensaft in der Hand. Die Idee, etwas früher loszufahren, um hier einen Zwischenstop einzulegen, war wirklich gar nicht so schlecht. 

Irgendwann ist es an der Zeit in Richtung Stadion aufzubrechen, aber die Lust hält sich doch arg in Grenzen. Hansa steht mittlerweile irgendwo im Niemandsland der Tabelle, für die Champions League-Qualifikation wird es in dieser Saison nicht mehr reichen. Dazu ist mit Wehen Wiesbaden der unattraktivste Gegner der Welt zu Gast, von dem ein druckvolles Spiel zu erwarten ist, geht es für die Mannschaft noch um Platz 3.

Hansa

Hansas müde Auftritte der letzten Wochen und die neun Spiele ohne Sieg geben auch keinen Anlass zur Vorfreude. Was macht es da eigentlich für einen Unterschied, ob man sich die zehnte Niederlage in Folge vor Ort anschaut oder am Strand liegen bleibt? 

Nicht ins Stadion zu gehen, ist natürlich keine Option. Aber ich bin wohl nicht die einzige, die sich das Ende dieser Saison herbei wünscht, um dann ab Mitte Juli wieder umso hoffnungsvoller durch das Land zu reisen. 

Im Ostseestadion angekommen ist es dann aber plötzlich doch nicht mehr so egal, wie das Spiel nun ausgeht. Die handgezählten 14 Gästefans, deren Anzahl allein zeigt, dass dieser Verein nicht mal in seiner eigenen Stadt beliebt ist, auch dann nicht, wenn er aufsteigen kann. Die Tatsache, dass sie weniger sind als der Wiesbadener Kader auf dem Spielbericht. Und die Möglichkeit, dass ein Spieler wie Stephan Andrist, der schon in seiner Rostocker Zeit regelmäßig mit nicht vorhandener Laufbereitschaft glänzte, hier womöglich das Siegtor schießt, das dann am Ende der entscheidende Schritt Richtung Relegation war... Nein, sorry, das geht zu weit. Wir steigen vielleicht nicht auf, aber wir können es ihnen immer noch versauen. Also, los, alles auf Sieg. 

Nach dem Anpfiff wird allerdings sehr schnell klar, welche Mannschaft hier gewinnen will und welche lieber am Strand sitzen und Bier trinken würde. Wiesbaden macht von Beginn an Druck, Hansa schaut oft nur verwundert hinterher, aus der eigenen Hälfte kommt man selten heraus. Es scheint eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die Gäste in Führung gehen und das Torfestival einleiten. 

Nach 27 Minuten kommt Hansa dann relativ überraschend gefährlich in die gegnerische Hälfte. Owusu legt den Ball nach links, Holthaus steht zwei Meter frei vor dem Tor und muss eigentlich nur den Fuß hinhalten. Das macht er auch, aber in einem so ungünstigen Winkel, dass der Ball im hohen Bogen drüber fliegt. Na ja, immerhin ein zu Ende gespielter Angriff.

Zwei Minuten später macht Holthaus es dann besser, indem er nach links zu Breier spielt, der daraufhin eines der unverdientesten Führungstore der Saison erzielt. Glücklicherweise gehören die ja oft zu den schönsten. 

Im Stadion wird es jetzt mal wieder richtig laut. Ohne die ganzen Erfolgs- und Eventjapper liegt die Mitmachquote auf der Süd bei nahezu 100 Prozent und das hört man auch. Applaus gibt es zudem für Block 28, der sich proaktiv einbringt und den Nachbarblock 27 bei dessen Strophe im vierteiligen Wechselgesang unterstützt. 

Die Wiesbadener Spieler scheinen unterdessen von der Rostocker Führung ähnlich überrascht wie der Rest der Anwesenden und finden erstmal nicht in ihr Spiel zurück. Stattdessen hat Hansa durch einen schönen Weitschuss von Breier sogar die Chance, die Führung auszubauen, aber Torhüter Kolke lenkt den Ball über die Latte. 

Nach der Pause ist die Ordnung bei den Gästen wieder hergestellt, Wehen drängt mit aller Macht auf den Ausgleich. Jetzt liegt es aber nicht an der eigenen Ungenauigkeit, sondern am starken Janis Blaswich, dass Hansa ohne Gegentor bleibt. Wüsste ich nicht, dass Stefan Karow in der Sommerpause für adäquaten Ersatz sorgen wird, wäre ich über den Abgang Blaswichs schon traurig. Aber es ist wohl keinem Spieler zu verübeln, dass er die Chance nutzt, höherklassig zu spielen. 

Hansa

Von der Süd aus werden unterdessen Grüße in Form von Gesängen nach Hamburg geschickt, weil es dort wohl einen Verein gibt, der aufgrund einer zeitgleich erfahrenen Niederlage in akute Abstiegsnot geraten ist. Wie dieser Verein heißt, weiß ich gar nicht mehr so genau - irgendwas mit S glaube ich. Hab ich aber vorher noch nie gehört. 

Eine Viertelstunde vor Schluss lenkt der Wiesbadener Torhüter einen Schuss von Lukas Scherff auf den Kopf von Stefan Wannenwetsch, der den Ball dann nur noch einnicken muss. Hansa hat direkt im Anschluss sogar die Chance, das 3:0 zu erzielen und setzt noch zu dem einen oder anderen Konter an. Wiesbaden versucht es nun mit der Brechstange, aber der Frust steigert sich immer weiter und führt zu einigen unschönen Fouls und einer Schubserei zwischen Andrist und Scherff, die daraufhin beide Gelb sehen. 

Hansa

Am Ende bleibt ein halb verdienter, halb unverdienter Sieg für Hansa, das Ende einer anderthalb Monate andauernden Sieglosserie und die Genugtuung, einem ehemaligen Konkurrenten um den Aufstieg ein paar Steine in den Weg geworfen zu haben. Trotzdem kann die Saison gern demnächst zu Ende gehen. 

Bericht: Anika (ein Zug nach Irgendwo)

Fotos: Anika, René

> zur turus-Fotostrecke: F.C. Hansa Rostock

 

Spielergebnis:
2:0
Zuschauerzahl:
9.600

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