Wuppertal gegen Essen: Choreo- und Tore-Dreierpack beim Derby WSV vs. RWE

Autor: K. Hoeft     veröffentlicht am 12 April 2018    
 
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Wuppertaler SV gegen Rot Weiss Essen
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Foto: K. H.

Doppeltriumph mit Seltenheitswert: Erst zum zweiten Mal konnte der Wuppertaler SV zwei Siege gegen Rot Weiss Essen in einer Saison einfahren. Vor 20 Jahren in der Regionalliga Südwest gelang das Kunststück zum ersten und gestern mit dem 3:1 Heimsieg (nach dem 3:1 Auswärtssieg im Augsut 2017) zum zweiten Mal. Die Marketingabteilung des Wuppertaler SV hatte das Spiel zum „Flutlichtderby“ auserkoren und insgesamt 5.647 Zuschauer fanden sich im Stadion am Zoo ein. Vor einem Jahr wollten das Duell an  gleicher Stelle noch knapp über 13.000 Fans sehen.



Gut, damals waren die Vorzeichen andere: Es ging um das Niederrheinpokal-Halbfinale und nicht um die „goldene Ananas“ wie gestern, wo beide Teams in der Meisterschaft ohne Aufstiegshoffnungen nur noch dem Saisonende entgegenfiebern. Dazu noch verkehrte Welt im Gästeblock: Statt über 3.500 RWE-Fans, die ihre Mannschaft wild und heiß nach vorne peitschen (wie im März 2017), verschlug es gestern nur rund 500 (stille) Anhänger in den Südbereich des Stadions. Trotz richtungsweisenden Zeichen für die neue Saison mit einem Trainerwechsel (Karsten Neitzel für Argirios Giannikis) und einer wichtigen Vertragsverlängerung (Kapitän Benjamin Baier verlängerte bis Sommer 2020) bleibt die aktive Essener Fanszene weiter stumm hinter einem sich zu jedem Spieltag wechselnden Spruchband (gestern: "Lösungen finden, Nachwuchs binden").



Dabei hätte es besonders in der ersten Hälfte, in der RWE mit einem ordentlichen Pressing gut aufspielte, aber besonders in der engen und entscheidenden Spielphase nach der Halbzeitpause beim Stand von 1:1 und der roten Karte für den Wuppertaler SV Spieler „Tjorben Uphoff“ eine pushende Motivation aus dem Gästeblock der rot-weissen Spielerseele gut getan. Stattdessen blieb es still und die Fans ließen sogar die üblichen - für ein Derby normalen -Schmähgesänge sowie Spruchbänder der Wuppertaler Anhänger (z.B.: Im Ligaaltag spielt ihr die "unzufriedenen Fans", wenns um was geht präsentiert Ihr Euch wieder als "Hooligans") ohne Reaktionen wortlos über sich ergehen. 



Immerhin: Für die Freunde farbenfroher Fankultur gab es von der Heimseite etwas fürs Auge und zwar in dreifacher Form. So zeigte die Gegengerade eine Choreographie mit den Wappen der Regionalliga-Teilnehmer und dem Wuppertaler Logo als „Pac Man“, das die Wappen wie die Punkte im bekannten Computerspiel „auffrisst“. Aus den Punkten wurde dann symbolisch der Schriftzug „100 % Wuppertaler SV“.



Die Hauptchoreo fand aber auf der Horst-Szymaniak-Tribüne statt. Unter dem Motto "An Niederlagen gewachsen und durch Siege gestärkt“ feierte die Fangruppierung Ultras Wuppertal ihren 16. Geburtstag. Vermutlich waren die Feierlichkeiten für den 3. Dezember geplant, aber das Spiel wurde damals witterungsbedingt abgesagt. So begingen die Ultras Wuppertal ihren Geburtstag wie schon im vergangenen Jahr zum Jubiläum (gegen Fortuna Düsseldorf II) verspätet und anders als im letzten Jahr (fast) ohne Pyroelemente (nur etwas blauer Rauch kroch aus der linken Ecke der Tribüne hervor) und das unter großem Applaus der Haupttribüne. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es für die Wuppertaler Fans noch ein Jubiläum zu feiern, und zwar die Fanfreundschaft zu Fenerbahce Istanbul. Unter dem Motto „Zehn Jahre Fenerbahce und Wuppertal - Brothers in mind“ wurde eine Choreo mit Banner und Fahnen sowie den Vereinswappen inszeniert.



Erst drei gelungene Choreographien und dann das Spiel gedreht: Für die Wuppertaler Fans war es der perfekte Abend. Dabei sah es sportlich in der ersten Hälfte gar nicht so aus, denn da machte Rot Weiss Essen auf holprigen Geläuf das Spiel und ging nicht unverdient in der 22. Spielminute in Führung. Trotz weiterer Chancen musste Essen den Ausgleich durch einen sehenswerten Treffer per Fallrückzieher des Wuppertalers Enzo Wirtz fünf Minuten vor der Pause  hinnehmen. Nach der Pause kassierte der WSV die angesprochene gelb-rote Karte und erzielte fast gleichzeitig die 2:1 Führung mit zehn Mann. Wieder war Enzo Wirtz zur Stelle als der RWE-Torhüter Robin Heller einen Schuss von Christopher Kramer nicht festhalten konnte. Nun wurde es schwer für Rot-Weiss zumal der Essener Abwehrchef Philipp Zeiger in der 66. Spielminute ebenfalls zum Duschen geschickt wurde. 13 Minuten später machte Enzo Wirtz seinen Dreierpack perfekt – trotz Anrennversuchen: das war es in diesem Spiel für RWE.



Elf Punkte sind es für Essen (nur) zum Abstiegsplatz in verbleibenden nicht einfachen sieben Spielen. Am Sonntag geht es nach Köln zur Viktoria (Relegationsplatz-Aspirant). Der Wuppertaler SV erwartet die Zwote von Borussia Dortmund im Stadion am Zoo und hat den Klassenerhalt mit noch neun Spielen und 16 Punkten Vorsprung längst fix. Nächste Saison gibt es wieder (mindestens) zwei Derbys - wir sind gespannt wer dann die Oberhand behält.

> zur Wuppertaler SV Fotostrecke

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
3:1
Zuschauerzahl:
5.647
Gästefans
500

Ligen

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Regionalliga
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