Der Aufstiegstraum wird immer realer: Die Eisernen erkämpfen gegen Nürnberg Platz 1

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R 21 März 2017
Der Aufstiegstraum wird immer realer: Die Eisernen erkämpfen gegen Nürnberg Platz 1

Die Gesänge ertönten etwas zaghaft nach Abpfiff: „Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey!“ Die Mannschaft eilt von Sieg zu Sieg – das steckt nun unweigerlich auch den skeptischsten Union-Fan an, wenn auch weiterhin reserviert: „So ne Scheiße, wir steigen auf…“, ertönte nämlich gleich im Anschluss. Sind ja noch neun Spieltage, da kann eine Menge passieren. Während der letzten drei Spieltage ertönte der Anpfiff für die Köpenicker Freitags, das Team konnte jeweils vorlegen, die Konkurrenz unter Druck setzen. Jetzt war es anders herum, aber Druck entstand höchstens von Braunschweig, das nach einer Schwächeperiode den zweiten Sieg in Folge einfuhr. Hannover (torlos am Millerntor) und Stuttgart (punktelos in Fürth) patzten, Union konnte am gestrigen Abend bei einem Sieg Tabellenführer werden.

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Doch mit dem 1. FC Nürnberg kam nicht etwa Fallobst an die Alte Försterei – nach dem Trainerwechsel gab es zuletzt einen Sieg und auch das Hinspiel (sowie 6 der 7 bisherigen direkten Duelle) gewannen die Franken. Für sportliche Spannung war also gesorgt. Zu Beginn gab es jedoch Spannung vor allem auf den Rängen – der Gästeanhang zeigte eine Block-Choreo in Gedenken an Heino Hassler, eines langjährigen Mitarbeiters des Fanprojekts: „Wir gingen einen langen Weg gemeinsam, aber er war doch zu kurz“. Auf der Waldseite prangte hingegen zeitgleich das übliche Montagsbanner der Unioner: „Anstoßzeiten fanfreundlicher gestalten!“

Union

Im Stadion war trotz der ungünstigen Anstoßzeit nicht viel Platz übrig – der ausverkaufte Heimbereich und der sehr gut gefüllte Gästeblock machten auch sogleich Rabatz: „Hey FC Union!!!“ tönte es von der Waldseite – „F! C! N!“ von der Wuhle, und so gingen die verbalen Duelle munter weiter, jede Seite immer bestrebter, die andere zu übertönen. Einige Großchancen auf beiden Seiten heizten die Stimmung zusätzlich auf, die Spannung war in der Luft zu spüren. Es folgten ohrenbetäubende Wechselgesänge auf Berliner Seite und ein krachendes „Hier regiert der FCN!“ sowie „Auf gehts Nürnberg, kämpfen und siegen!“

FCN

Die Mannschaften spielten diszipliniert, von Unions grenzenlosem Einsatz und Leidenschaft aus den letzten Spielen war weniger zu spüren, der Club hielt gut dagegen und so ging es verdient unentschieden in die Pause. In Halbzeit zwei flaute alles ein wenig ab, sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen. Dennoch hörte man: „Wir lieben Union – jawoll!“ im Wechselgesang und auch im Nürnberger Block wurde es ab und an noch laut.

Plötzlich gingen beide Mannschaften zur Trinkpause. Gemurmel, Fragezeichen in den Gesichtern – Unions Stadionsprecher Christian Arbeit klärte schließlich auf, dass der Schiedsrichter behandelt werden müsse. Nach einigen Minuten biss Dr. Jochen Drees die Zähne zusammen und es konnte weitergehen.

Union

Union wurde jetzt offensiver und an einem Punkt, da manch anderer mit dem Remis gut hätte leben können, wechselte Unions Trainer Jens Keller für Mittelfeldspieler Felix Kroos den Edeljoker und Stürmer Philipp Hosiner ein. Gerade traf Sebastian Polter noch den Pfosten, drei Minuten später lag der Ball dann im Netz – eben jener eingewechselte Hosiner verwandelte einen Pass von Steven Skrzybski in Minute 83 und entließ die Alte Försterei in ihre emotionale Achterbahnfahrt.

Sieben lange Minuten hielt Union durch und danach nochmal sechs weitere an Nachspielzeit, die durch die Schiri-Verletzung entstanden war. Dann war es geschafft. Auf der Anzeigetafel prangte die Tabelle: Union an erster Stelle, vor den Schwergewichten Stuttgart, Braunschweig und Hannover, zu denen die Berliner in den nächsten Wochen noch reisen werden. In ihren Heimspielen blieben sieben Punkte aus diesen Spielen in Köpenick, aber das ist kein Grund zum Übermut. Das enge Spiel gegen Nürnberg hat Jens Keller Recht gegeben, wenn er immer predigt, dass jeder Sieg mit 100 Prozent Einsatz errungen werden muss.

Union

Für Nürnberg ist die Niederlage kein Rückschlag – die Mannschaft hat sich trotz personeller Schwächung sehr teuer verkauft, steht solide im Mittelfeld und dürfte für die nächsten Heimspiele (KSC, St. Pauli, Aue) aber auch für das Auswärtsspiel in Hannover gut gerüstet sein.

Text & Fotos: Felix

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