Grasshopper Club Zürich vs. FC Luzern: Einstiger RWE-Spieler mit schmuckem Freistoßtreffer

MB 12 April 2016
 
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Grasshopper Club Zürich vs. FC Luzern: Einstiger RWE-Spieler mit schmuckem Freistoßtreffer

LuzernSchauplatz Stadion Letzigrund. Der seit September 2007 (Abriss des Hardturm Stadions) im Exil befindliche Grasshopper Club Zürich (Stadionneubau nicht in Sicht) empfing am Samstag den FC Luzern. Die sportliche Ausgangslage: Der GCZ befindet sich mit dem BSC Young Boys im Zweikampf um Rang zwei, der FC Luzern möchte indes noch den Sprung auf den vierten Platz, der derzeit vom FC Sion belegt wird, packen. Für beide Mannschaften galt also: Drei Punkte waren Pflicht. Die fantechnische Ausgangslage: 5.100 Zuschauer wollten diese Partie sehen. Während im Heimbereich wie gewohnt auf optische Stilmittel bewusst verzichtet wurde (nur beim Einlaufen der Teams wurden die Schals hochgehalten), gab es im Gästebereich einiges zu sehen. Die Fanszene aus Luzern setzte auf ordentlich Rauch und einige Fackeln und Blinker. Nach dem Führungstreffer wurde eine weitere Zündstufe eingeleitet. Kurzum: Freunde der Pyrotechnik kamen bei diesem Anblick voll auf die Kosten.

Eine andere Frage: Kennt jemand noch Markus Neumayr? Nein?! Im Ruhrgebiet wird sich sicherlich noch der eine oder andere an diesen Namen erinnern. Spielte Neumayr nicht mal in Essen?! Richtig! In den beiden Regionalliga-Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 trug er das RWE-Trikot. Zuvor wurde er in der Bundesliga-Saison 2007/08 dreimal beim MSV Duisburg eingewechselt (gegen Bielefeld, Bayern München und Eintracht Frankfurt). 13 Minuten kamen zusammen in jener Saison bei der ersten Mannschaft. Gespielt hatte er zu jener Zeit meist bei der U23 des MSV. Im Trikot der Jungs von der Hafenstraße waren es dann immerhin knapp 2.000 Spielminuten. Nach einer enttäuschenden Saison beim damaligen Drittligisten SV Wacker Burghausen wechselte Markus Neumayr schließlich in die Schweiz, in der er seit 2010 nonstop spielt. Okay, streng genommen auch in Liechtenstein, aber der FC Vaduz nimmt ja am Schweizer Spielbetrieb teil. Nach seinen Stationen Thun, Bellinzona und Vaduz landete er schließlich nach dem Start der laufenden Saison beim FC Luzern, der seit Oktober 2014 von Markus Babbel trainiert wird. 

LuzernBeim FC Vaduz kam Neumayr 91-mal zum Einsatz, dabei traf er 21-mal ins Schwarze und gab stolze 30-mal eine Torvorlage. Auch nicht schlecht war seine Quote beim AC Bellinzona, wo er in 55 Spielen zehn Treffer erzielte und 15 Vorlagen gab. Bei seinem neuen Verein FC Luzern brachte ihn sein Trainer Markus Babbel bislang achtmal ins Spiel. Siebenmal in der Liga, einmal im Pokal. Nachdem bei seinen ersten Einsätzen im Luzerner Trikot kein Tor gelingen wollte, platzte beim Heimspiel gegen sein Ex-Klub FC Thun der Knoten. Beim 5:1-Sieg am 02. April 2016 konnte er zwei Treffer beisteuern. Nun beim Auswärtsspiel beim Grasshopper Club Zürich konnte er sogleich ein Tor nachlegen - und dieses Mal bedeutete dieser Treffer einen Punktgewinn. 

Es war exakt eine Stunde gespielt, als sich Markus Neumayr mit der Nummer 77 auf dem Rücken den Ball zurechtlegte. Freistoß für den FC Luzern. Mit Schmackes hatte er den Ball aus zentraler Position perfekt platziert links unten untergebracht. Der gut aufgelegte GCZ-Keeper Vaso Vasic machte sich richtig lang, kam aber an den Ball nicht mehr ran. 1:0 für die Gäste aus Luzern. Groß der Jubel bei den Spielern und den mitgereisten Fans. Bis dahin hatte Vasic, der für den verletzten Joel Mall wieder zurück ins Team kam, jedoch seine Mannschaft vor dem Rückstand gerettet. In fünf Situation konnte er seinen Kasten sauber halten, beim Freistoßtreffer von Neumayr war er allerdings machtlos.

GCZZwei Minuten vor dem Gegentreffer brachten die Zürcher den Brasilianer Caio César Alves dos Santos in die Partie. Der im Mai 1986 in Mirandópolis geborene Caio spielte einst von 2007 bis 2012 bei Eintracht Frankfurt, war dort aber weniger als Torjäger aktiv. Nach seinen weiteren Stationen bei Esporte Clube Bahia und AC Goianiense, wo er nicht ein einziges Mal ins Schwarze traf, wechselte er 2013 zum Grasshopper Club. 13 Treffer in seiner ersten Spielzeit, 11 Treffer in der Saison 2014/15 und ebenso 11 Treffer in der laufenden Saison - so seine Ausbeute beim Schweizer Rekordmeister. Nachdem zunächst nach der Winterpause Flaute angesagt war, war er mit einem Tor beim Derby gegen den FC Zürich (4:2) zur Stelle. Nun gegen den FC Luzern konnte Casio nachlegen. Gerade mal eine Viertelstunde auf dem Rasen - und schon klingelte es im Gästegehäuse. Nach einem prima Doppelpass konnte er von schräg links zwischen dem Pfosten und Torwart David Zibung einschieben. Allerdings wurde der Ball noch leicht abgefälscht und bekam erst somit die gefährliche Richtung. Angedacht war wohl eher ein platzierter Schuss zum zweiten Pfosten. Sei es drum, der Ball war drin und der Punkt war gerettet. Weitere Tore wollten nicht mehr fallen und somit blieb es beim 1:1.

Während der Grasshopper Club am kommenden Samstag nach Sion reist, geht die Reise des FC Luzern wieder nach Zürich. Gleiches Stadion, anderer Gegner. Dieses Mal haben es die Luzerner mit dem FC Zürich zu tun. Statt der 5.100 Zuschauer dürfen dann ein paar mehr erwartet werden. Zuletzt konnte der FCZ beim Heimspiel gegen den FC St. Gallen immerhin 8.487 Zuschauer begrüßen.

Fotos: Arne Amberg

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
1:1
Zuschauerzahl:
5.100
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