FC Basel vs. FC Sevilla: Nach torlosem Remis alles offen im Rückspiel

MB 11 März 2016
 
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FC Basel vs. FC Sevilla: Nach torlosem Remis alles offen im Rückspiel

SevillaGleich zweimal gelang dem Sevilla Fútbol Club in der jüngeren Vergangenheit das Kunststück den Titel im UEFA-Cup bzw. in der Europa League zu verteidigen. Am 10. Mai 2006 wurde in Eindhoven der Überraschungsfinalist Middlesbrough FC mit 4:0 weggeputzt. Im Jahr darauf ging es im Finale im Glasgower Hampden Park weitaus enger zu. So ging es beim Endspiel gegen Espanyol Barcelona in die Verlängerung. Nachdem es nach 120 Minuten 2:2 stand, musste das Elfmeterschießen her. In diesem behielt Sevilla die Nerven. Dass Daniel Alves als dritter Schütze nicht traf, war halb so wild. Auf der anderen Seite konnten Luis García, Jônatas und Marc Torrejón den Ball nicht unterbringen. Am 14. Mai 2014 war es wieder soweit. In Turin ging es im EL-Finale gegen Benfica Lissabon zur Sache. Wieder musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. In regulärer Spielzeit und Verlängerung wollten keine Treffer fallen. Bei den Spaniern trafen sämtliche Spieler, bei den Portugiesen versemmelten Óscar Cardozo und Rodrigo die Elfer. In den 90 Minuten entschieden wurde das Finale 2015, das im Nationalstadion in Warschau ausgetragen wurde. Mit 3:2 konnte Dnipro Dnipropetrowsk bezwungen werden.

SevillaFolgt nun der dritte Titel in Folge? Was im Landespokal der Landesmeister bereits Real Madrid (sogar fünfmal in Folge), dem FC Bayern München und Ajax Amsterdam gelang, gab es im UEFA-Cup bzw. in der Europa League noch nicht zu sehen. Auf dem Weg ins Finale, das am 18. Mai 2016 in Basel ausgetragen wird, muss derzeit die Mannschaft aus dem Weg geräumt werden, die im St. Jakob-Park zu Hause ist und sicherlich alles daran setzen wird das Endspiel im heimischen Wohnzimmer als aktive Akteure miterleben zu dürfen. Viermal gab es bislang im „Joggeli“ ein Europapokalfinale. 1969, 1975, 1979 und 1983 wurden in diesem die Endspiele des Europokals der Pokalsieger ausgetragen. Slovan Bratislava (gegen FC Barcelona), Dynamo Kiew (gegen Ferencváros Budapest), der FC Barcelona (gegen Fortuna Düsseldorf) und Juventus Turin (gegen FC Porto) konnten in Basel bereits einen glänzenden Pott in den abendlichen Himmel strecken. Wird also höchste Zeit, dass es die Schweizer auch einmal tun.

BaselIn der Saison 2012/13 stieß der FC Basel bereits ins Halbfinale der Europa League vor. Der Chelsea FC war dann jedoch eine Nummer zu groß. Mit 1:2 und 1:3 mussten sich die Basler geschlagen geben. Besser soll es in der laufenden Spielzeit laufen. Am gestrigen Abend sollte der Grundstein für das Weiterkommen gelegt werden. Nur nicht zwei, drei Gegentore fangen - das war sicherlich das Hauptziel. Hält man im Hinspiel daheim den Kasten sauber, könnte das die halbe Miete sein. Demzufolge würde beim Rückspiel auswärts ein 1:1 genügen. Und genau das trat ein. Die 22.403 Zuschauer bekamen im St. Jakob-Park, der auf den Rängen große Lücken aufwies, keine Tore zu sehen. Und da es im Gegensatz zum überaus stimmungsvollen Heimspiel gegen AS Saint-Étienne gegen den FC Sevilla im Gästeblock eher beschaulich zuging, wurde diese Partie sicherlich kein Ereignis, das sich auf immer und ewig ins Gedächtnis der Fans eingebrannt hat. 

PolizeiRund 200 spanische Fußballfreunde waren vor Ort. Zu Beginn der Partie gab es untereinander Unstimmigkeiten und es kam zu einer handfesten Auseinandersetzung. Dies war sicherlich auch der Grund, weshalb behelmte Einsatzkräfte der Polizei auf den Rängen zu sehen waren. Auf dem Rasen legte der FC Basel gleich flott los. Bereits in der siebten Minute hatte Marc Janko nach einer tollen Hereingabe von der linken Seite das 1:0 auf dem Kopf. Ziemlich knapp flog der Ball am linken Pfosten vorbei - das hätte die Führung sein können. Ja sogar müssen, denn Sevilla-Keeper Soria hätte kaum eine Chance gehabt. Auf der Gegenseite konnte ebenfalls ein Kopfballversuch als bislang beste Möglichkeit verbucht werden. Steven Nzonzi drückte das Spielgerät aus recht kurzer Distanz über die Latte.

BaselIn der Folgezeit flachte die Partie jedoch ab, bis zum Pausentee blieben weitere hochkarätige Möglichkeiten aus. Im zweiten Spielabschnitt waren fünf Minuten gespielt, als es auf den Rängen laut wurde. Nach einem abgeblockten Schuss von Renato Steffen versuchte sich Birkir Bjarnason von schräg rechts. Der hart geschossene Ball sauste jedoch recht deutlich über das spanische Gehäuse. Insgesamt betrachtet hatten die Gäste aus Sevilla leichte Vorteile, wenngleich die große Durchschlagskraft ausblieb. In der 59. Minute versuchte sich Nzonzi, doch FCB-Keeper Vaclik war auf der Hut und konnte mit dem rechten Fuß klären. Apropos Nzonzi. Dieser sah kurz vor Schluss die gelb-rote Karte. Im Zweikampf war in der Drehung der Arm zu weit draußen, da half im Anschluss der erstaunte Blick herzlich wenig.

sevillaIm Rückspiel müssen die Andalusier ohne ihn auskommen. Wenig später wurde die Partie abgepfiffen und jeder durfte nun überlegen, was das 0:0 bedeuten könnte. Die einen sehen klare Vorteile für den FC Sevilla, da dieser extrem heimstark ist. Andererseits könnte jedes Basler Auswärtstor die Pforte zum Viertelfinale weit öffnen. Und ja, bitte nicht vergessen: In der Gruppenphase hatte der FC Basel drei Auswärtssiege eingefahren! 2:1 beim AC Florenz, 2:0 bei Belenenses Lissabon und 1:0 bei Lech Poznan. Die Schweizer wissen also, wie es gemacht wird. Auf denn, das Finale daheim ruft!

Fotos: Arne Amberg

> zur turus-Fotostrecke: FC Basel

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
0:2
Zuschauerzahl:
22.403
Gästefans
200
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