Berliner Pokal: Tennis Borussia mit Pech beim Berliner AK 07

MB Updated 20 März 2014
Berliner Pokal: Tennis Borussia mit Pech beim Berliner AK 07

God save TebeBeim Regionalligisten Berliner AK 07 wird das mit den offiziellen Zuschauern in der Regel ein wenig merkwürdig gehandhabt. Manch ein neutraler Besucher staunte in der Vergangenheit immer wieder, wenn im Poststadion bei Spielen gegen Halberstadt & Co. Zuschauerzahlen jenseits der 600er Marke verlesen werden. Zählte man selber durch, kam man auf rund 300 oder 400. Geschönte Zahlen für die Medienwirksamkeit? Beim gestrigen Landespokalspiel gegen den Berlin-Ligisten Tennis Borussia schien es genau andersherum. Als kurz vor Schluss die Durchsage kam, dass man sich bei 367 Zuschauern bedanke, schüttelte manch ein Tebe-Fan nur den Kopf. Betrug, murmelte ein älterer Fußballfreund. Schließlich werden die Zuschauereinnahmen geteilt. 

TebeIn der Tat wirkte die Kulisse auf der Hanne-Sobek-Sportanlage in der Osloer Straße (wegen des fehlenden Flutlichts konnte nicht im Poststadion gespielt werden) um eine ganze Ecke größer. So waren allein über 300 Veilchen-Fans vor Ort, um ihr Team tatkräftig zu unterstützen. Immerhin wird auf der BAK-Webseite am heutigen Tag von rund 500 Zuschauern gesprochen. 367 von ihnen hatten gezahlt. Sei wie es sei. Fakt ist, das Ambiente war ein wenig skurril. Eine leicht überforderte Kasse, vor der sich kurz vor Spielbeginn eine lange Schlange bildete. Ein Bierausschank, der phasenweise nicht wirklich funktionierte. Und ein junger Mann, der fünf Minuten vor Anpfiff auf die fixe Idee kam, einen Holzkohlegrill direkt neben den Müllcontainern anzuzünden. Wenig später stellte er diesen etwas abseits auf die Stufen. Jegliches Wedeln half nichts, die Glut wollte nicht richtig glimmen.

TebeStimmungstechnisch war auf Heimseite ebenfalls tote Hose. Von Fußballatmosphäre nicht wirklich eine Spur. Immer mehr wirkt der Regionalligist wie ein reiner Durchlauferhitzer für Spieler. Publikum vermag der Berliner AK 07 nicht anzuziehen. Bleiben bei den Partien die Nachwuchsspieler mit den schwenkenden BAK-Fähnchen aus, ist Totentanz angesagt auf den Rängen. Anders bei Tebe. In den letzten Jahren wuchs dort eine neue Fangeneration heran, die den Muff der 80er Jahre endgültig abgelegt hat. Kompakt gestanden und schwungvoll supportet. So einfach ist das. Dazu ein „God save Tebe“. Keine Frage, ein Großteil der Lieder ist britisch angehaucht. Die Veilchen-Szene hat ihren eigenen Stil entwickelt. Für einen Sechstligisten kann sich das Ganze durchaus sehen lassen. Allein deshalb drückten die meisten neutralen Besucher eher Tebe die Daumen.

Auf dem Rasen zeigte die Mannschaft aus dem Mommsenstadion von Beginn an, dass an diesem Abend durchaus mit einer sportlichen Überraschung zu rechnen sein durfte. Tebe hielt gut mit und kam zu sehenswerten Möglichkeiten. Den Hausherren war anzumerken, dass es zuletzt im Ligaalltag alles andere als gut lief. Acht Niederlagen in den letzten zehn Regionalliga-Partien. Allein beim Kellerkind Optik Rathenow konnte knapp mit 1:0 gewonnen werden. Zuletzt gab es gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig ein schwaches torloses Remis. Der Berliner AK kann froh sein, dass er so gut in die Saison gestartet war, ansonsten würde es richtig eng werden. So aber kann die laufende Spielzeit irgendwie ausgetrudelt werden. Und dann mal schauen, wie es weitergeht im Poststadion. Auf den Rängen der altehrwürdigen Hanne-Sobek-Sportanlage gesichtet wurde am gestrigen Abend kein geringerer als Steffen Baumgart, der zuletzt Co-Trainer beim FC Hansa Rostock war. Baumgart und BAK – geht da was?

TebeAuf dem Rasen mühte sich der Regionalligist gegen den tapfer kämpfenden Berlin-Ligisten. Dank der klasse Einzelleistung von Kerem Behnke, der ordentlich durchstartete und auch Tebe-Keeper Pruschke keine Chance ließ, gingen die Hausherren nach gut einer halben Stunde mit 1:0 in Führung. Mit diesem Spielstand ging es schließlich zum Pausentee. Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte die violette Anhängerschaft eine kleine Wunderkerzen-Show. Tebe war weiter bemüht, kam jedoch selten brandgefährlich vor das gegnerische Tor. BAK wirkte abgeklärter und konnte in der 84. Minute den Sack zumachen. Bilal Cubukcu bereitete einen Freistoß sorgsam vor und haute ihn aus rund 25 Metern rechts ins Gehäuse rein.

2:0 für den Berliner AK 07. Der Einzug ins Pokalhalbfinale war geschafft. Enttäuschung indes auf Gästeseite, doch nach Abpfiff wurde die Mannschaft, die zum Abklatschen zu den Fans kam, kräftig gefeiert. Noch Minuten nach der Partie hallten die Lieder über den Platz. BAK muss im Halbfinale bei Tasmania Berlin ran, das am gestrigen Abend daheim in Neukölln CFC Hertha 06 mit 3:2 nach Verlängerung bezwingen konnte. Kevin Lentz hatte in der 115. Minute den Siegtreffer erzielt.

BFCIm anderen Halbfinale kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem amtieren Pokalsieger BFC Dynamo und dem FC Viktoria 1889 Berlin. Während Viktoria am Dienstagabend im Stadion Lichterfelde den SC Staaken mit 3:1 bezwingen konnte, hatten es die Hohenschönhausener am gestrigen Abend im Jahn-Sportpark mit dem Berlin-Ligisten Berliner SC zu tun. Über 1.000 Zuschauer (889 Zahlende) hatten den Weg in den JSP gefunden. Für ein Mittwochabendspiel sicherlich eine recht gute Hausnummer. Der Berliner SC zeigte keine Scheu und spielte aktiv mit. Und nicht nur das, er stellte den BFC-Keeper Stephan Flauder ungewöhnlich häufig auf die Probe.

BFCDie Sattelfestigkeit der letzten Wochen war beim BFC Dynamo an diesem Abend nicht zu sehen. Anbrennen ließen die Weinroten jedoch nichts. In der 34. Minute erzielte Patrick Brendel den Treffer des Tages, der auch den Endstand bedeutete. Einziger Wermutstropfen aus Sicht des BFC Dynamo: Leistungsträger Kevin Gutsche musste bereits in der 19. Minute verletzt raus. Gut möglich, dass er die kommenden Wochen ausfallen wird.

Fotos: Marco Bertram, Tobi K.

> Video vom Tebe-Spiel auf der turus-FB-Seite

> zur turus-Fotostrecke: Tennis Borussia Berlin

> zur turus-Fotostrecke: BFC Dynamo

Artikel wurde veröffentlicht am
20 März 2014

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