Greifswald ist immer eine Reise wert! 3:1 gegen Lok und Sonne satt an der Ryck

Greifswald ist immer eine Reise wert! 3:1 gegen Lok und Sonne satt am Ryck

 
5.0 (4)
MB 30 August 2022

Gegen 15 Uhr legte „Felix“ im Yachthafen von Eldena ab und stach in See. Bei schönstem Sonnenschein - am Tag zuvor munkelte ein Kumpel von strömendem Regen - saßen wir zu zweit an der Mündung des Ryck mit einem Fischbrötchen in der Hand und schauten auf den Greifswalder Bodden. Herrlich! Alles richtig gemacht! Die Hansestadt Greifswald samt Wieck und Eldena wussten am vergangenen Sonntag auf ganzer Länge zu überzeugen. Und nicht nur die Wanderung entlang des Flusses Ryck wurde zu einem echten Highlight. Auch der frisch gebackene Aufsteiger Greifswalder FC wusste vor mehr als ordentlicher Kulisse im altehrwürdigen Volksstadion zu überzeugen.

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Drehen wir gedanklich die Zeit knapp zwei Jahrzehnte zurück, so sah es in der Hansestadt Greifswald fußballtechnisch alles anderes als erbaulich aus. Man schrieb den 31. Mai 2003, als gewaltige schwarze Rauchschwaden gen Himmel aufstiegen und man aus der Ferne hätte meinen können, irgendein Reifenlager sei in Brand geraten. Es war das letzte Spiel des Greifswalder SC, und die Fans verbrannten ihre Fahnen, brachten Bengalos zum Leuchten und zogen blank. Sportlich betrachtet gingen beim Nachfolgeverein der BSG Kernkraftwerk (KKW) Greifswald die Lichter aus. Mit 5:2 wurde der SV Blau-Weiß Polz bezwungen - im Anschluss wurde der GSC aufgrund einer Schuldenlast aus dem Vereinsregister gelöscht.

 

Im Anschluss konnte der neu gegründete Greifswalder SV 04 auch nicht die ganz großen Erfolge feiern, und der 2010 gegründete FC Pommern Greifswald wurde auch nur eine Eintagsfliege. In Erinnerung blieb vor allem der Auftritt des BFC Dynamo beim FC Pommern im Oktober 2013, als die Berliner mit einem Sonderzug anreisten und für eine tolle Atmosphäre im Volksstadion sorgen konnten. 

 

Ein neues Kapitel wurde am 1. Juli 2015 mit der Gründung des Greifswalder FC aufgeschlagen. Der Greifswalder SV 04 und der FC Pommern Greifswald fusionierten und als Greifswalder FC hätte man den Startplatz in der NOFV-Oberliga übernehmen können, doch wagte man lieber in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern einen Neustart. Nach zwei Vizemeisterschaften in Folge gelang den Greifswaldern am Ende der Saison 2017/18 der Aufstieg in die NOFV-Oberliga. Auf Anhieb konnte in der Oberliga oben mitgespielt werden, und nach drei guten Platzierungen gelang am Ende der zurückliegenden Spielzeit der Sprung in die Regionalliga Nordost.

 

Der Sack zugemacht wurde am 12. Juni 2022 mit einem furiosen 4:2-Sieg gegen den FC Hertha 03 Zehlendorf. Und wichtig: Greifswald hatte wieder richtig Bock auf Fußball und seinen Greifswalder FC. 2.197 Zuschauer strömten beim besagten Heimspiel gegen Hertha 03 Zehlendorf ins Volksstadion. Wohl denn, mit Trainer Roland Kroos durfte das Regionalliga-Abenteuer in Angriff genommen werden.

Am ersten Spieltag musste man sich beim Berliner AK 07 mit 0:2 geschlagen geben, am zweiten Spieltag wurde vor 2.218 Zuschauern dem Chemnitzer FC ein torloses Remis abgerungen. Nachdem man sich denkbar knapp mit 0:1 in Jena geschlagen geben musste, gab nun am vergangenen Sonntag der 1. FC Lokomotive Leipzig in Greifswald seine Visitenkarte ab.

 

Da die Loksche aus der Messestadt nach längerer Zeit mal wieder oben an der Küste zu Gast war, waren auch einige Anhänger des F.C. Hansa Rostock motiviert. Ab Pasewalk konnten ein paar Späher gesichtet werden, vor dem Spiel gab es von hinten einen Angriff auf den Gästeblock, der jedoch recht rasch verpuffte. Lok Leipzig war recht ordentlich vertreten und die anwesenden Fans zeigten einen soliden Support. Nachdem ein Lok-Fan während der Partie auf den Bauzaun gesprungen war, lösten sich ein paar Schrauben, und der „aufplatzende“ Zaun zog ein paar Fahnen in Mitleidenschaft.

 

Generell blieb es jedoch friedlich, und bereits am Freitagabend konnten die ersten Lok-Fans mit Trikot in der Stadt gesichtet werden. Und auch nach der Partie ließen sich ein paar meist etwas ältere Lok-Anhänger oben in Eldena und in der Stadt am Wasser sehen und genossen bei herrlichem Wetter völlig entspannt das frisch gezapfte Bier. 

Was die Heimseite betrifft, so war es schön, solch eine große Kulisse zu sehen. Zwar ist eine aktive Fanszene noch kaum auszumachen, doch trugen sehr viele Zuschauer von Jung bis Alt rote Shirts, Trikots, Jacken und Schals. Das viel zitierte „Support your local team“ wird in Greifswald wieder groß geschrieben. Auf den Wiesen in den Kurven herrschte familiäre Picknick-Atmosphäre, unten am Zaun schauten Kids in GFC-Trikots gebannt in Richtung Spielfeld.

 

Laut wurde es, als in der ersten Halbzeit die Heimtreffer fielen. Und von denen gab es an diesem Nachmittag gleich drei Stück zu sehen. Der Knoten ist geplatzt, bereits in der dritten Minute konnte Abu Bakarr Kargbo nach einer Ecke das 1:0 besorgen. Da war er, der erste Greifswalder Treffer in der Regionalliga Nordost! Allerdings hatten die Leipziger eine passende Antwort parat. Nach zehn Minuten zog Sascha Pfeffer einfach mal ab und hämmerte das Leder aus der Distanz in die Maschen. Es war bereits sein dritter Treffer in der laufenden Saison.

 

Gute Stimmung im Gästeblock. Würde nun das Spiel gedreht werden? Nein! Auf Heimseite war Tom Weilandt Dreh- und Angelpunkt. Zuerst scheiterte Weilandt mit dem Kopf, dann hatte auf der anderen Seite Sascha Pfeffer eine erneute gute Möglichkeit, in der 23. Minute stellte Tom Weilandt dann mit einem Distanzschuss die erneute Führung für die Greifswalder her. Lok drückte nun, musste allerdings in der 27. Minute einen erneuten Gegentreffer hinnehmen. Der Ball wurde von der linken Seite hereingebracht, Abu Bakarr Kargbo traf zum 3:1. Jubel auf den Rängen - man konnte es kaum glauben, wie das gegen die Loksche flutschte.

 

Der Greifswalder FC spielte mutig weiter, an den Imbissständen wurden die Zuschauer bestens versorgt. Ohne großartige Wartezeiten erhielt man / frau frisch gezapften Hopfentee und Bratwurst. Zur Freude der Heimfans bestimmte auch in der zweiten Halbzeit der Greifswalder FC das Spiel und brachte das 3:1 ohne Probleme über die Zeit - am Ende durfte sich über den ersten Saisonsieg gefreut werden.

 

Nix wie hin nach Eldena! Für uns wurde Phase II des Tages eingeläutet. Fischbrötchen mit Blick auf das Wasser, im Anschluss ging es zu Fuß am Ufer des Ryck zurück in die Stadt. Welch einer herrlicher Weg! Auf der einen Seite zahlreiche Obstbäume, auf der anderen Seite der Fluss, eine leichte Brise strich einem über das Gesicht. An eine baldige Rückfahrt nach Berlin war nicht zu denken. Stattdessen wurde sich in Greifswald am Wasser gemütlich gemacht. Der letzte Zug sollte es schließlich sein. Kurzum: Die Sause nach Greifswald hatte richtig Freude bereitet. Wir kommen ganz gewiss wieder! 

Bericht: In Zusammenarbeit mit der „Schwarzen Natascha“

Fotos: Marco Bertram

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Gsv 04

Nach dem GSC ist bei einer Fusion der drei großen Vereine in Greifswald der Greifswalder SV 04 entstanden und nicht der GSC 04

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