Niederrheinpokal-Halbfinale: WSV siegt verdient, RWE zündet nur im Fanblock

Niederrheinpokal-Halbfinale: WSV siegt verdient, RWE zündet nur im Fanblock

 
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KH 04 Mai 2022

Schneller als über den Landespokal kommt man als Viertligist nicht auf die große Fußballbühne. Potentielle Spiele Anfang August gegen den FC Bayern München, Borussia Dortmund oder Eintracht Frankfurt sollten doch Motivation genug sein Vollgas in einem Halbfinale zu geben und es nicht einfach so dem Gegner zu überlassen. Aber gestern Abend im Halbfinale des Niederrheinpokals zwischen dem Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen hatte vom Gefühl des Autors her nur einer die richtige Energie: Der WSV.

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Getreu dem Motto der Fans auf der Nordtribüne „Denn unser WSV nimmt jedes Spiel genau“ auf einem Banner, welches von einer schönen Pyroshow zum Anpfiff eingerahmt wurde hielten die Wuppertaler auf dem bekannt schwerem Geläuf im Stadion am Zoo von Beginn an gut dagegen. Sehr zur Freude der insgesamt 11.420 Zuschauer, die es mit Rot-Blau hielten, auch wenn einige aufgrund des Andrangs verspätet an ihrem Platz waren. Was eine Kulisse. Ein paar Tage vor dem Halbfinale war man doch etwas erstaunt über die Erwartungshaltung des WSV-Sportvorstands Peter Neururer, als er gegenüber Medien meinte, er wäre bei einer Zuschauerzahl von unter 10.000 enttäuscht. Vor allem da in den letzten Heimspielen gerade einmal so um die 1.000 Fans ins traditionsreiche Stadion im Schatten des Zoos kamen und der Schnitt in der Regionalliga West bei aktuell 1.596 Besuchern liegt. Umso erstaunlicher, das gestern zehn Mal so viel ins Stadion pilgerten als zuletzt.




Fast so viele wie vor fünf Jahren am 28. März 2017, ebenfalls das Niederrheinpokal-Halbfinale. Vor 13.003 Zuschauern konnte damals RWE ins Finale einziehen und das von den Essener Fans mitgebrachte Banner „Finale Bäääääm!“ präsentieren. Ob die RWE Anhänger gestern das Banner wieder im Gepäck hatten weiß man nicht. Es blieb auf jeden Fall in der Tasche, da es am Ende nicht für das Finale gereicht hat. Auch wenn die ersten Zeilen des Artikels anders klingen, ja Rot-Weiss Essen hatte schon Lust auf das Spiel und kam an die 80 Prozent Ballbesitz, aber den Ball nur in den eigenen Reihen zu halten reicht nicht. Der Wille war da, aber die Effektivität das eigene Können gewinnbringend aufs Grün zu bringen gestern irgendwie nicht. Es scheint, als ob RWE zum Saisonende die Puste und die sprichwörtlichen Körner fehlen. Anscheinend zu hart die vergangenen Wochen inklusive der erzwungenen Corona-Pause und den vielen englischen Wochen.





Aber so bleibt dann der Erfolg aus. Denn nur wer seine wenigen Chancen auf schwerem Geläuf eindrucksvoll nutzt und hinten über weite Strecken stabil steht, der darf verdient in das Finale des Niederrheinpokals einziehen. Und das war am Ende der Wuppertaler SV. Zwar begann RWE zielstrebig, ließ aber wie zuletzt sehr oft gute Möglichkeiten liegen oder agierte zu kompliziert. Schörkelloser der WSV, der Essen erst einmal machen ließ und dann mit einem 20 Meter Schuss von Roman Prokoph in der 16. Spielminute die gut 2.000 mitgereisten RWE Fans schockte und den Rest des Stadions in Ekstase versetzte. Déjà-vu? Ja wie schon beim Ligaspiel in Oberhausen kam der Essener Gegner zum schnellen und einfachen Abschluss per Distanzschuss, während RWE noch mit der Ideenfindung in Sachen Spielaufbau beschäftigt war. Anders als im Niederrheinstadion, war aber von Gegenwehr gestern kaum was zu spüren. Im Gegenteil, nun spielte der WSV und drängte auf das 2:0, was dann auch Kevin Rodrigues Pires, der zwischen 2012 und 2014 für RWE spielte, gelang. Ein Freistoß aus 25 Metern schlug hinter Jakob Golz ein. Nicht unhaltbar möchte man meinen. Immerhin berappelte sich Rot-Weiss kurz vor der Pause und nach einer Flanke von Sandro Plechaty erzielte Marius Kleinsorge per Kopf und Aluminium den Anschlusstreffer.


 
Pünktlich zum Anpfiff der zweiten Hälfte waren es diesmal die Essener Fans die eine sehenswerte Pyroshow in roten Fackelfarben im Gästeblock abbrannten. Was nett anzusehen ist, wird möglicherweise aber die Kasse von Wuppertal und Essen belasten, falls der Westdeutsche Fußballverband seinen Strafen-Katalog schwingt. Aber vielleicht drückt der WDFV im Falle des WSV und RWE auch mal beide Augen zu, so wie er es scheinbar auch bei Preußen Münster tut, denn die SCP-Fans tauchen ja seit Monaten ihren Heimblock und die Gästeblöcke der Regionalliga West mit Pyro in ihre Vereinsfarben ohne das es bisher eine unnötige Verbandsstrafe gab, jedenfalls keine die bisher öffentlich bekannt wurde.





Ordentlich Feuer und gute Stimmung im Gästeblock, was sich aber nicht auf dem Rasen widerspiegelte. Ja die zweite Hälfte begann druckvoller von RWE und eine hundertprozentige Chance zum Ausgleich gab es auch. In der 53. Spielminute konnte der WSV-Keeper Sebastian Patzler einen Schuss von Sandro Plechaty nicht festhalten, aber Felix Bastians schaffte es nicht den Nachschuss gewinnbringend unterzubringen. Das wäre das Dingen gewesen, vielleicht hätte das Spiel eine andere Wendung genommen. Hat es nicht und eine Viertelstunde später schlief die Essener Hintermannschaft nach einem Freistoß komplett. Roman Prokoph sagte danke und nickte mit seinem zweiten Tor an diesem Abend ein.



3:1, das Spiel war durch. Der Wuppertaler SV konnte ohne viel Mühen das Derby für sich entscheiden und steht nun zum zweiten Mal hintereinander im Finale des Niederrheinpokals. Wie schon im Vorjahr treffen die Bergischen in Duisburg auf den SV Straelen. Einziger Unterschied: Diesmal dürfen die Fans dabei sein, vielleicht so zahlreich wie gestern Abend. Essen stehen nun die zehn Tage der Wahrheit bevor: Showdown in der Regionalliga West. Es geht um nichts anderes als den Aufstieg in die 3. Liga. Erst reist RWE am kommenden Samstag nach Lotte zum Spiel gegen den SV Rödinghausen bevor man am 14. Mai zum Saisonfinale RW Ahlen an der Hafenstraße erwartet. Noch ist alles drin, ein Ausrutscher von Münster vorausgesetzt. Einzige Anforderung: Ein echtes wirkliches „durchbeißen“ seitens Rot-Weiss Essen.

> zu den Fotos vom Wuppertaler SV

> zu den Fotos von Rot-Weiss Essen

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Spielergebnis:
3:1
Zuschauerzahl:
11.420
Gästefans
2000

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Landespokal
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