Rot-Weiss Essen: RWE gewinnt knapp durch ein Eigentor vom VfB Homberg

Rot-Weiss Essen: RWE gewinnt knapp durch ein Eigentor vom VfB Homberg

 
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KH 12 Februar 2022

Vom Papier her war heute eigentlich alles klar: Die Nummer 1 der Regionalliga West mit 53 Punkten auf der Habenseite, gastierte beim Tabellen 19. mit gerade einmal zwölf Zähler auf dem Konto. Mit gut 800 Fans im Rücken (insgesamt 1.200 Zuschauer), die Rot-Weiss Essen auf den Rheindeich ins PCC Stadion nach Duisburg begleiteten sollte das Torverhältnis weiter verbessert werden. Aber es kam anders: Es wurde ein sehr schwerer Ritt zu drei Punkten für RWE, was natürlich am gut eingestellten VfB Homberg lag, aber auch am tiefen Rasen und anderen Randerscheinungen wie beispielsweise fehlenden Spielbällen.

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Die erste Hälfte war so nicht nur von den Essener Versuchen sich Richtung Homberger Tor durchzubeißen geprägt, sondern auch vom ständigen suchen nach dem Spielgerät. Es schien so als hätte Homberg nur einen Ball und wenn dieser über die Bande flog, musste der Spieler ihn selber holen, wenn nicht gerade ein Fan ihn Volley zurückbolzte. So war RWE-Neuzugang Thomas Eisfeld, der in der vergangenen Saison noch mit dem VfL Bochum in die Bundesliga aufgestiegen ist, nach der dritten Ecke bei der er sich mit einem Satz über die Bande den Ball selber holen musste sichtlich bedient. Tja, willkommen in der „Kirmesliga“ Regionalliga West, wo Teams für ihr Spiel des Jahres alles an Finesse raushauen und das nicht nur auf den Platz bis zum ersten Krampf, sondern auch mit allen Tricks des Zeitspiels am Rand.



Denn nichts anderes war es, wie sich vor allem in der zweiten Halbzeit bestätigte. Konnte man in der ersten Hälfte noch meinen Balljungen und vor allem mehr Bälle wären eine Kostenfrage, zeigte sich im zweiten Durchgang, dass dem nicht so war. RWE war pfiffig und so positionierten sich hinter dem Homberger Torwart ein Betreuer und der RWE Torwarttrainer mit Bällen in den Händen, die sie schnell ins Spiel brachten. Das schmeckte den Gastgeber gar nicht, ging damit ja ein Teil der Taktik („Zeitspiel“) flöten und so wurde später ein eigener Betreuer hinter das Tor geschickt, der alle Bälle an sich nahm und den RWE-Staff wegschickte. Zu allem Überfluss versteckten auch die sich warm machenden Homberger Auswechselspieler am Seitenrand die Bälle oder warfen sie über die Bande. Ja das Ganze ist natürlich Teil der Show und raffiniert, aber gehört sich eigentlich nicht im Sinne des Fair Plays. Scheint aber, wenn man die Sportnachrichten der letzten Tage aus der Regionalliga West so verfolgt, inzwischen bei vielen Klubs Usus zu sein.



Gut und trickreich gezockt möchte man in Richtung VfB Homberg gratulieren, aber am Ende haben sie sich dann doch mit dem „Zeitspiel“ irgendwie verzockt. Während Rot-Weiss Essen von Minute eins versuchte direkt die Verhältnisse klar zu stellen, bot Homberg einen gut aufgestellten Abwehrriegel. Man bemerke die Konkurrenz von Rot-Weiss Essen aus Münster und Köln konnte jeweils nur einfach auf dem Rheindeich punkten. Das sagt eigentlich schon alles über die starke Defensive der Homberger, zumindest gegen die Top-Teams der Liga. Diese konnte RWE kaum durchbrechen und wenn war man im Pech, dass beispielsweise ein Bein bei einem Schuss (Young in der 18. Minute) dazwischen stand oder der Torhüter Gutkowski glänzend parierte (Eisfeld in der 42. Minute). Aber auch das Schiedsrichtergespann hatte keinen guten Tag. So gab es in der 48. Spielminute nach einem Foul an Isiah Young keinen Elfmeter für RWE, dafür aber eine gelbe Karte für den US-Amerikaner. Der Schiedsrichter hatte, so sah es von außen aus, Young auf dem „Kieker“, denn egal wo der agile RWE-Spieler auch „umgenietet“ wurde, gepfiffen wurde das Foul nicht jedenfalls nicht bis zur 78. Spielminute.



Aber erstmal stand zwanzig Minuten vor Abpfiff der VfB Homberg mit einem dicken Ding im Mittelpunkt. Aber anstatt ins Tor ging der Ball nur ans Aluminium. Sehr großes Pech für den VfB, das wäre ein großer Coup gewesen. Essen zeigte sich aber kaum geschockt und fuhr weiter Angriff um Angriff, fand aber im glänzenden Homberger Schlussmann seinen Meister, ein "eigenes" Tor wollte nicht fallen. Dann dezimierte sich der VfB selbst, als Nowitzki Young von hinten förmlich um mähte. Die RWE Fans auf der Gegengerade sprangen auf den Zaun und der Schiedsrichter überraschte sie mit einer glatten roten Karte für Nowitzki. Die Zeit lief Essen davon und Homberg lief nicht mehr, sondern wälzte sich anscheinend von Krämpfen geplagt am Boden. Eine Flanke in der 88. Spielminute brachte dann die Entscheidung. Anstatt zu klären versenkte Philipp Meißner vor dem Einschuss bereiten Engelmann die Kugel per Kopf im Netz.





Das war ein Schlag für die tapfer kämpfenden Homberger. Schöne Geste aber vom Essener Daniel Heber, der bei aller Freude noch im Jubel zu Meißner ging und ihn aufrichtete und tröstete. Das ist Fair Play! Homberg vergaß nun alle Krämpfe und spielte wild nach vorne. Und siehe da: Plötzlich gab es auch Bälle im Überfluss, die zügig beim Homberger Einwurf gereicht wurden. Aber es reichte nicht mehr. Zwar knapp, aber hochverdient gewinnt Rot-Weiss Essen beim VfB Homberg.



Solche Spiele muss man gewinnen, die Konkurrenz schläft nicht und punktet auch. In einer Woche steigt das Spitzenspiel erster gegen zweiter an der Hafenstraße, ein sprichwörtliches sechs Punkte Spiel: Rot-Weiss Essen empfängt Preußen Münster, die nur fünf Punkte Rückstand haben und RWE mit einem Heimsieg (siebten Sieg in Folge) weiter auf Abstand halten könnte.

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