Niederrhein-Pokalhalbfinale: SV Straelen siegt nach starkem Kampf in Essen

Niederrhein-Pokalhalbfinale: SV Straelen siegt nach starkem Kampf in Essen

 
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KH 20 Mai 2021

Nicht wenige, die es mit Rot-Weiss Essen halten, hatten gestern um 19 Uhr sicherlich schon das Pokalfinale am 29. Mai gegen den MSV Duisburg und einen möglichen Finalsieg im Kopf. Vor allem nachdem RWE in der Vorwoche mit einer wirklich starken Leistung Rot Weiß Oberhausen aus dem Pokal fegte. Aber die legendären Worte vom in Essen lebenden Kulttrainer (und Spieler) Otto Rehhagel "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze" treffen nicht nur auf Spiele im ehrwürdigen DFB-Pokal zu, sondern natürlich auch im Landespokal. So ging der MSV Duisburg gestern in Wuppertal mit einem 6:2 richtig baden und auch RWE musste sich gegen den SV Straelen richtig quälen und schied am Ende im Elfmeterschießen aus.



Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, davon weiß Rot-Weiss Essen in dieser Saison einiges zu berichten. Besiegte man im DFB Pokal doch Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und Bayer 04 Leverkusen mit einer starken kämpferischen Leistung. Erst gegen Holstein Kiel war als Folge einer unglücklichen Schiedsrichterentscheidung im Viertelfinale Schluss. Umgekehrte Reihenfolge gestern Abend an der Hafenstraße: Während RWE im DFB Pokal als Außenseiter sich auf die Abwehr der Angriffe der Bundesligisten und auf eigene Konter konzentrierte, war es gestern der SV Straelen der diese Rolle einnahm. Rot-Weiss Essen dagegen machte das Spiel und versuchte dieses früh für sich zu entscheiden, was gegen die Starke Abwehr um den Ferry de Regt und seine vielen niederländischen Kollegen im Team von Straelen misslang.



Essens Trainer Christian Neidhart rotierte etwas und brachte Steven Lewerenz und Jan-Lucas Dorow für Isaiah Young und Oğuzhan Kefkir. Dieser Kniff sollte sich nicht als gerade glücklich erweisen. Vor allem Dorow fand gar nicht ins Spiel und spielte phasenweise sehr unkonzentriert. Dies wird sicherlich das letzte Spiel von ihm im Trikot von Rot-Weiss Essen gewesen sein, da er ja zum Nachbarn RWO wechselt. Immerhin durfte er noch seine nicht gute Leistung 63. Minuten lang zeigen, bevor er durch Oğuzhan Kefkir ersetzt wurde. Zu dem Zeitpunkt stand es noch 0:0, in einem Spiel mit wenigen Chancen da Straelen den sprichwörtlichen Bus im Strafraum parkte. In der 65. Spielminute stand dann wieder einmal Simon Engelmann nach einem Zuspiel von Amara Conde richtig und köpfte die Führung für Essen.



RWE sah wie der sichere Sieger aus und auch die Kollegen vom Reviersport kürten Essen schon vorzeitig zum Finalteilnehmer in einem wohl etwas zu früh veröffentlichten Online-Artikel. Aber das Spiel ist erst zu Ende wenn der Schiedsrichter abpfeift. Denn es braute sich was zusammen und das nicht nur am Essener Abendhimmel: In der 86. Spielminute wechselte der RWE-Trainer Felix Backszat für Amara Conde ein. Sicherlich nur ein taktischer Wechsel, um vielleicht ein paar Sekunden von der Uhr zu nehmen. Aber sportlich war es die falsche Entscheidung. Denn Felix Backszat, von dem viele erhofft haben er bringt die Leistung wie in den Vorjahren in Rödinghausen, konnte kaum Akzente setzen, vor allem nachdem es durch eine Unachtsamkeit in der Essener Abwehr (Straelens Kapitän Ferry de Regt traf in der Schlussminute zum Ausgleich) in die Verlängerung ging.





Und in dieser legte Straelen vor: Nach einem nicht geahndeten Foul an Cedric Harenbrock, konterte der SV Straelen RWE aus und Cagatay Kader erzielte nach Vorlage von Yassine Bouchama die 2:1 Führung. Essen drückte nun wütend auf den Ausgleich, aber mitten in der Drangphase bat der Schiedsrichter die Mannschaften in die Kabine weil es einmal kurz am Himmel geblitzt hat. Aber das Gewitter kam nicht und so ging es nach einer langen Pause für nicht einmal zwei Minuten weiter. In diesen zwei Minuten kam Essen zu zwei Chancen, konnte diese aber nicht verwerten. Erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung war es Oguzhan Kefkir der in der 110. Spielminute den Ausgleich erzielte. RWE drückte weiter und wollte die Entscheidung. Der SV Straelen war stehend k. o. und spielte auf Zeit. Verständlicherweise, wollte man sich doch ins Elfmeterschießen retten, das anscheinend auch geübt wurde.



Straelen hielt durch. Das Glücksspiel Elfmeterschießen stand an, aber es wurde einfacher für den SVS als gedacht: Nachdem der Torschütze zum 2:2 Oguzhan Kefkir und auch der Kapitän Marco-Kehl Gomez vergaben, zog der SV Straelen, der alle Elfer verwandelte, verdient in das Finale des Niederrheinpokals gegen den Wuppertaler SV ein. Stark gekämpft und "aller guten Dinge sind drei": Im dritten Anlauf dieser Saison gewann der Klub von der niederländischen Grenze gegen RWE (nach 4:1 und 2:0 Niederlagen in der Liga) und steht damit nach 1998 (gegen RWO) und 2002 (RWE) zum dritten Mal im Finale des Pokals. Vielleicht klappt auch hier ein Sieg im dritten Anlauf.



Jetzt heißt es für den Klub erst einmal wieder Regionalliga-Alltag am Sonntag. Da erwartet den SV Straelen kein geringerer als die zweite Mannschaft vom BVB, deren Trainer Enrico Maaßen gestern im Stadion Essen sicherlich einige Notizen gemacht hat. Übrigens: Die RWE-Jugend wird sich für den großzügigen Schein bedanken, die der BVB 2 notgedrungen in der Spendenbox am Cateringstand in der Halbzeitpause hinterlassen hat. Apropos Spende: Für einen Punktgewinn oder mehr würden die RWE Fans (u.a. organisiert vom RWE-Fanzine JaWattDenn.de) einiges an Gerstensaft in Richtung Niederlande schicken. Fraglich ist aber, ob die Grün-Gelben nach der gestrigen strammen Leistung sich dafür motivieren können. Zu wünschen wäre es, auch im Sinne des FairPlays. Also Wunden lecken und auf geht’s. Für einen möglichen Aufstieg muss Essen aber selber erst einmal liefern und zwar bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln, um so am Ende eine wirklich grandios gespielte Saison mit dem Highlight Aufstieg zu krönen.

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4:6

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