Falkensee-Finkenkrug vs. FSV Bernau: Ei der Daus - wer ist noch mal wer?

Falkensee-Finkenkrug vs. FSV Bernau: Ei der Daus - wer ist noch mal wer?

 
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MB 09 März 2020

Es wurde mal wieder höchste Zeit für einen Abstecher zu „FF“. Denn, so munkelt man: Immer, wenn ich vor Ort war auf dem Sportplatz Leistikowstraße, wurde ein Sieg eingefahren. Mit Ausnahme des Landespokalspiels gegen Energie Cottbus. Das wäre ja damals auch ein bisschen zu viel verlangt. Gegen den Tabellennachbarn FSV Bernau sollte indes ein Heimsieg gebongt sein. Rein in den Regionalzug nach Dallgow-Döberitz, und von dort aus zu Fuß einen kleinen Fußmarsch gemacht. 45 Minuten Fußweg in etwa, so wurde mir gesagt. Also wurde nach 20 Minuten in einem Supermarkt noch rasch eine Kanne Bier als Wegbegleiter gekauft. Ein Blick auf die Karte - ach, wir sind ja schon da! Nur noch die Querstraße runter - fertig! Nun denn, flinke Füße sind flinke Füße. 

Bei guten Freunden wurde gleich in Sichtweite des Sportplatzes in gewohnter Manier ein wenig vorgetankt. Nicht auf Druck, sondern ganz gepflegt. Fünf Minuten vor Anpfiff gab es die Punktlandung auf dem Sportplatz, wo sich knapp 150 Zuschauer eingefunden hatten. Vor Ort waren auch ein paar Bernauer Fußballfreunde, die sich optisch jedoch kaum abhoben vom Heimpublikum. Die kleine Falkenseer Fanszene hatte sich am Freitagabend an der Geraden auf der kleinen Stehtribüne eingefunden, und direkt vor dem Gartenstadt-Banner platzierten sich die Gästefans. 

Es wurde jedoch noch skurriler! Auf dem Platz gab es eine interessante Farbmischung zu sehen. Die Spieler des FSV Bernau traten exakt so an, wie vor geraumer Zeit der SV Falkensee-Finkenkrug. Schwarze Hosen und dazu leuchtend hellgrüne Trikots. Die Gastgeber trugen am Freitag indes Stutzen und Hosen in genau jenem Farbton. Dazu gab es Trikots, die grün-weiß gestreift waren. Stammzuschauer werden diese Trikots mit dem normalen Grünton sicherlich kennen, als gelegentlicher Vorbeischnupperer hatte man indes sofort die leuchtenden Bernauer Trikots im Visier. War doch klar, wer wer war.

Ich hatte noch einmal nachgeschaut im Archiv: Beim Testspiel gegen Holstein Kiel und in der Brandenburgliga gegen Union Klosterfelde hatte Falkensee-Finkenkrug leuchtend hellgrüne Oberteile. Gegen Einheit Bernau war es eine weiße Kleidung mit etwas Hellgrün, beim besagten Pokalspiel gegen Energie Cottbus wurden auch schwarze Hosen und hellgrüne Trikots getragen. Und welche Vereinsfarben hat eigentlich der FSV Bernau? Eine gute Frage, trugen die anwesenden Fans sowohl grüne, als auch blau-weiße Schals um den Hals. In der Tat sind die Vereinsfarben Blau und Weiß. 

Das Abstiegsduell begann, und ich schaute die Partie gedanklich erst einmal andersherum. Man plauderte, man trank sein Bier, man verfolgte mit einem wachen Auge das Spielgeschehen. Oh schau an, nach einigen Minuten stand ein Keeper zu weit vor dem Tor und es wurde aus der Distanz einfach mal drauf gehalten. Das hätte ein Tor sein können. Hinter uns ertönte ein Raunen. Von wem, war schwer zu sagen. Es standen ja alle zusammen. Ich nahm an, dass die 1:0-Führung des Gastgebers knapp verpasst wurde. Nach 15 Minuten wurde ich dann doch stutzig und schaute genauer auf die Rücken. Ach herrje, es war ja der FSV Bernau, der die hellgrünen Trikots trug. Und soeben plauderte ich noch so hübsch mit dem Kumpel über die verpasste Torchance. Allerdings waren wir uns da erstaunlich einig. Hm, er wird doch nicht auch?

Wir geh´n erstmal Bier holen! Als kurz vor der Halbzeitpause noch ein paar weitere Freunde kamen, stellte sich heraus, dass einer vor uns mal eben 40 Minuten lang verkehrtherum das Spiel beobachtet hatte. Kann passieren. Bei diesem diffusen Licht sprangen einen die Trikotaufschriften auch nicht gleich ins Auge. Wohl denn, in Halbzeit zwei waren wir alle auf Ballhöhe, und auf dem Rasen entwickelte sich eine umkämpfte Partie. Die etwas besseren Möglichkeiten hatten die Gäste aus der Hussitenstadt, doch insgesamt gestaltete sich das Ganze durchaus ausgeglichen, und somit ging am Ende das torlose Remis in Ordnung.

Auf Heimseite zeigten sich die Fans durchaus zufrieden. Vor wenigen Wochen hatte man den Klassenerhalt bereits abgehakt und war der Meinung, dass ein Abstieg in die Landesliga womöglich das Beste wäre, um einen sportlichen Neustart anzupacken. Nachdem allerdings im vergangenen Dezember das Trainergespann ausgetauscht wurde, kam plötzlich wieder Schwung in die Mannschaft. Der 46-jährige Matthias Stuck war bereits als Spieler und Nachwuchstrainer beim SV Falkensee-Finkenkrug und erreicht nun mit seinem Co-Trainer wieder die Spieler. Plötzlich macht das Training wieder Spaß, und auf dem Rasen ist wieder Feuer drin. Gegen Grün-Weiß Lübben musste man sich noch knapp mit 1:2 geschlagen geben, beim SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen konnte dann mit 4:1 gewonnen werden. Und ja, das 0:0 gegen den FSV Bernau darf in jedem Fall als Punktgewinn bewertet werden. Mit diesem Einsatz kann es weiter gehen, mit genau diesem Einsatz wird in den kommenden Wochen der eine oder andere wichtige Punkt eingefahren werden.

Und auch drumherum geht es weiter voran. So planen die „Falkenseer Jungs 2013“ eine Verschönerung des Vereinsgebäudes. Nach Möglichkeit soll in Kürze die weiße Wand ein schmuckes Graffiti zieren. Ein großer grüner Baum, ein fliegender Falke und unten der geschwungene Schriftzug „Leistikowstraße“. Insgesamt rund 200 Euro müssen gesammelt werden, um den Plan in die Realität umsetzen zu können. Es schaut gut aus. Ganz klar: Nach einem eher trüben Herbst in der Gartenstadt ist wieder Licht am Horizont.

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: SV Falkensee-Finkenkrug

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