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NOFV-Oberligen 2019/20: Piraten und Tasmanische Teufel dabei! Nord-Staffel attraktiver?

 
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MB 19 Juni 2019
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Nach dem Aufstieg der BSG Chemie Leipzig in die Regionalliga Nordost und dem freiwilligen Rückzug der BSG Wismut Gera in die Thüringenliga geht der Süd-Staffel der NOFV-Oberliga eine Menge Attraktivität verloren. Es gab Zeiten, in den war die Süd-Staffel um Längen interessanter als die Staffel Nord. Man denke an die Spielzeiten zu Beginn des Neuen Jahrtausends, als im Süden mit der SG Dynamo Dresden, dem FC Carl Zeiss Jena, dem VfB Leipzig, dem Halleschen FC, dem FSV Zwickau und dem FC Sachsen Leipzig gleich sechs „Granaten“ mit von der Partie war. Erfreulicherweise spielen jedoch sämtliche Vereine - inklusive Nachfolgerverein 1. FC Lok Leipzig - aktuell oberhalb der Oberliga.

In der kommenden Saison wird die NOFV-Oberliga Süd wenig an die vor 18 Jahren erinnern. Die erkennbare Schnittmenge bei den Spielzeiten 2001/02 und 2019/20 ist in Nord und Süd ähnlich klein. Apropos Staffel Süd, wo ist eigentlich der FSV Budissa Bautzen zu finden? Dieser marschierte freiwillig gleich runter in die Landesliga Sachsen (sechste Liga). Ebenso freiwillig runter von der Regionalliga Nordost in die Oberliga kam der FC Oberlausitz Neugersdorf. Dieser war als OFC Neugersdorf als damaliger Aufsteiger auch 2001/02. Mit dem FC Grimma - Aufsteiger aus der Sachsenliga - kommt ebenso ein alter Bekannter hoch. Als SV 1919 Grimma wurde ebenso vor 18 Jahren Oberliga-Fußball gespielt.

Im Norden sowohl damals vor 18 Jahren und in der kommenden Saison in der Staffel Nord dabei: Tennis Borussia Berlin, der F.C. Hansa Rostock II, der Brandenburger SC Süd 05 und der 1. FC Lok Stendal (damals FSV Lok Altmark Stendal). Der Greifswalder SC 1926, der 2001/02 noch dabei war, musste einen Insolvenzantrag stellen und löste sich 2003 auf. Der aktuell in der Oberliga spielende Greifswalder FC entstand am 1. Juli 2015 im Zuge der Fusion des Greifswalder SV 04 (2004 gegründet) mit dem FC Pommern Greifswald (2010 gegründet).

Von unten hochgekommen ist nun der SV Tasmania Berlin, der als Tasmania Neukölln bereits von 1997 bis 1999 NOFV-Oberliga-Luft geschnuppert hatte. Aufgrund des Namens, der lukrativen Spielstätte und des sympathischen Umfeldes dürfte dieser Verein ganz klar eine Bereicherung der Nordstaffel sein. Bereits den Sprung nach oben gepackt hatte bekanntlich vor einem Jahr die Sp.Vg. Blau-Weiß 90 Berlin, die sich nach Startschwierigkeiten in der Oberliga prima eingespielt hatte. Fantechnisch waren die Auswärtsfahrten nach Strausberg und zu Brandenburg Süd sicherlich zwei Highlights. Mit Blau-Weiß 90, Tasmania Berlin und TeBe gibt es nun gleich drei Berliner Oberliga-Vereine, die einst in der Bundesliga spielten, wenngleich es bei Tasmania und Blau-Weiß 90 auf dem Papier die Vorgängervereine waren.

Es wurde gemunkelt, dass der 1. FC Lok Stendal 2019/20 wieder in der Süd-Staffel spielen wird, doch teilte der NOFV diesen Verein wieder dem Norden zu. Sehr erfreulich aus Sicht der dortigen Konkurrenten. Eine Reise nach Stendal ist immer eine Reise wert! Ebenso eine Reise wert ist der Ludwigsfelder FC, der nun im Norden spielen wird. Da Wismut Gera und Chemie Leipzig im Süden nicht mehr dabei sind, dürfte man im Waldstadion nicht allzu traurig über den Wechsel sein. Vermutet man vielleicht. Allerdings zeigte man sich in Ludwigsfelde nicht allzu erfreut, nun wieder in der Staffel Nord zu spielen. Schließlich habe man dort bereits einmal sieben Jahre am Stück gespielt, erklärte der Fanclub „Harter Kern 97“. Die Auswärtsfahrten in die Region Halle, Leipzig und Bitterfeld habe man inzwischen lieb gewonnen, die Gegner in der Staffel Nord seien indes eher uninteressant. Zudem wird nun auch das regionale Duell gegen den FSV 63 Luckenwalde wegfallen, da jener weiterhin dem Süden zugeordnet wurde. Allerdings dürften die Aufeinandertreffen mit Blau-Weiß 90 Berlin und Tasmania Berlin gewiss für Spaß und Unterhaltung sorgen. Und Spiele gegen die Amateure des F.C. Hansa Rostock können mitunter auch recht nett sein.

Und wer kommt noch dazu? Aus der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern aufgestiegen ist der MSV Pampow, dessen erste Herrenmannschaft auch als „Piraten“ bekannt ist. Einst in den 1950ern wurde der Vorgängerverein als BSG Traktor Pampow ins Leben gerufen. Wo dieses Pampow überhaupt liegt? Frohe Botschaft! Südwestlich von Schwerin! Von Berlin aus ist Pampow prima mit dem Regionalexpress in Richtung Wismar erreichbar. Ausgestiegen wird Holthusen oder Schwerin Süd. Ein Ausflug zum dortigen Auswärtsspiel kann also locker mit einem Abstecher nach Schwerin verbunden werden. Ra-, Ra-, Tasmania und Heja Blau-Weiß! Das Bierchen am Schweriner See ruft!

Offen ist indes noch, wer aus der Brandenburgliga hochkommen wird. Rein theoretisch könnte es auch der MSV Neuruppin (bereits 2001/02 mit dabei) werden, doch vorn liegen punktgleich der SV Victoria Seelow und der 1. FC Frankfurt. Klarer Vorteil für Seelow: Das bessere Torverhältnis. Lässt Seelow jedoch Punkte beim SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf liegen und gewinnt der 1. FC Frankfurt zeitgleich bei TuS 1896 Sachsenhausen, würde wieder das Stadion der Freundschaft in Frankfurt/Oder für mögliche Oberliga-Sausen locken. Die Hansa-Fans nahmen das Auswärtsspiel der Amateure an der Oder immer liebend gern mit. Vorneweg die „Sektion Sextouristen“. 

In diesem Fall könnte es ein Wiedersehen zwischen Frankfurt und Stendal geben. In der DDR-Liga (Staffel A) trafen beide zuletzt als FC Vorwärts Frankfurt und BSG Lokomotive Stendal am 3. Mai 1989 aufeinander. Thoralf Bennert erzielte damals in der achten Minute den Treffer des Tages für die Oderstädter...  

Fotos: Marco Bertram, Felix, Los Misenas

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berlin

tasmania, blau weiß 90 und tebe in einer liga!?!
das lässt das herz höher schlagen!

B
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