RWE gegen den KFC: Pokal-Halbfinale mit Höhepunkten nur auf den Rängen

RWE gegen den KFC: Pokal-Halbfinale mit Höhepunkten fast nur auf den Rängen

 
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KH 03 April 2019
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Es sollte der vorletzte Höhepunkt der Saison werden, wurde dann aber der Letzte für RWE. Rot-Weiss Essen unterlag im Niederrheinpokal-Halbfinale gegen den KFC Uerdingen knapp mit 2:0. Dabei ging es an der Hafenstraße spektakulär los, jedenfalls auf den Rängen. Noch während der Vorstellung des neuen Trikotsponsors (Essener Bau- und Immobilienunternehmen Harfid) durch den RWE-Vorstandsvorsitzenden Marcus Uhlig tauchten die Fans die Westtribüne in ein rot-silber glitzerndes Fahnenmeer, das eine große Blockfahne mit Vereinswappen umrahmte unterstützt durch ein paar dezent gesetzte Blinker und den passenden Schriftzug „Der alte Glanz der Hafenstraße führt uns ins Pokalfinale“.





Auch die gut 1.500 Fans die es mit dem KFC Uerdingen hielten hatten etwas zum Pokalabend mitgebracht und inszenierten eine nicht ganz so gelungene Choreo wie vielleicht geplant, aus teils zerrissenen blau-roten Stoffbannern und einem Smilie über den Gästeblock unter dem Motto „Im Rausch Deiner Farben“. Ob gewollt oder nicht: Die Fans ließen das Bild solange stehen, solange die Choreo der Essener dauerte. Das Spiel lief schon da ergänzten ein paar Krefelder Fans die Choreo um eine Pyroshow.



10.127 Zuschauer waren bereit und auf Betriebstemperatur für das Duell zwischen Regionalligist und Drittligist. Auch wenn die Saison für Rot-Weiss alles andere als perfekt läuft, machten sich die Fans vor dem Spiel Hoffnungen, da auch der KFC Uerdingen in der 3. Liga stark schwächelt. Nach einem fulminanten Saisonstart der den Klub bis auf die Aufstiegsränge katapultierte und die Fans vom Durchmarsch in die zweite Liga träumen ließ, folgten zahlreiche Trainerwechsel und zwölf Spiele ohne Sieg. Aktuell stehen die Uerdinger auf dem zwölften Tabellenplatz nur sieben Punkte vor den Abstiegsrängen, eine Lizenz für die Regionalliga soll der Klub nach Medienberichten aber nicht beantragt haben. Entsprechend würde ein Abstieg, ein Abstieg in die Oberliga (5. Liga) bedeuten.



Vom Papier her ging der KFC Uerdingen aber als klarer Favorit ins Rennen. Im Team tummeln sich gestandende Fußball-Profis die alle deutschen Profiligen durchlaufen haben und mit Kevin Großkreutz einer der schon ein Championsleague-Finale (2013) gespielt hat und sich als Weltmeister bezeichnen kann, obwohl er bei der WM 2014 kein Spiel machte. Apropos Spiel machen, das machte im Niederrheinpokal-Halbfinale die Heimmannschaft, jdenfalls zu Beginn. RWE schien im Pokalmodus und legte gut in Richtung Krefelder Tor los. Das machte Hoffnung, die aber in der sechsten Minute verpuffte. Das erste Tor fiel auf der Gegenseite. Nachdem der RWE-Keeper Robin Heller einen Schuss von Connor Krempicki nach vorne abprallen ließ, musste Stefan Aigner nur noch abstauben. 1:0 für die Gäste aus Krefeld.



Die Essener versuchten direkt zu antworten und drückten ein wenig ideenlos auf das Krefelder Tor, aber bis auf den Lattentreffer durch Noah Korczowsk in der 40. Spielminute ging nicht viel. Es fehlte eine ordentliche Portion Zielwasser bei RWE. Dafür war der KFC Uerdingen "abgezockter" und das in der stärksten Essener Drangphase: In der 40. Spielminute versuchte sich der Essener Torhüter Robin Heller im Dribbeling mit seinen Gegenspieler (oder wollte er den Spielstil von Manuel Neuer zu seinen besten Zeiten kopieren?), was komplett schief ging. Gut der Schiedsrichter hätte auch auf Foul entscheiden können, aber zu 75 Prozent war es ein Torwartfehler, so dass Maximilian Beister sich den Ball erobern konnte, während Heller am Boden lag. Beister traf nur den Pfosten, aber Connor Krempicki konnten abstauben und Rot-Weiss Essen ausknocken.



Zweimal geschlafen und damit zwei Minichancen dem KFC Uerdingen ermöglicht, der den Torvorsprung mit seiner Erfahrung locker zum schmeichelhaften Sieg herunterspielte, denn in der zweiten Hälfte ging zur Enttäuschung der Heim-Zuschauer nicht mehr viel. RWE-Trainer Karsten Neitzel brachte zwar noch Marcel Platzek für den Sturm, er wurde wohl vorher geschont warum und für welche Gelegenheit auch immer. Aber auch der sonst so treffsichere Platzek schaffte es nicht wenigstens den Anschlusstreffer herzustellen. Es fehlte an spielerischen Ideen. Beispielsweise: Flanken in den Strafraum können eine Lösung darstellen, aber nicht eine ganze Halbzeit lang.

Sportlich gab das Pokalhalbfinale zwar ein wenig Emotionalität her, aber spielerisch war es eher maue Kost vor großer Kulisse und das von beiden Seiten. Der erwartete Krimi blieb aus. Der Blick geht nach vorne: Der KFC Uerdingen muss sich ganz schön für den Klassenerhalt strecken. Rot-Weiss Essen kann die Saison austrudeln lassen und muss für die kommende Saison ordentlich nachlegen, will man oben angreifen. Es kränkelt überall: In der Abwehr, im Mittelfeld und im Sturm. Hier sollte ordentlich umgekrempelt und ausgetauscht werden, um endlich eine schlagkräftige Truppe für den Aufstieg aufs Grün zu bekommen.

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
0:2
Zuschauerzahl:
10.127
Gästefans
1500

Ligen

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Landespokal
Stadionname:
Stadion Essen
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war war mit der choreo beim kfc los? kaputt gegangen?

G
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