Altglienicker Misere setzt sich im Berliner Pilsener Pokal fort

MD 13 Oktober 2014
 
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Altglienicker Misere setzt sich im Berliner Pilsener Pokal fort

VSGUm die aktuellen Probleme der VSG Altglienicke zu verstehen, reichte an diesem Pokalwochenende ein Blick auf deren Ersatzbank. Neben dem rotgesperrten Kapitän Wanski saßen dort vereint: der kränkelnde Patrick Kroll, der noch nicht ganz fitte Technikkünstler Griesert, ein paar Jungs aus der Zweiten und der verletzte Gaudian. Abwehrchef Palmer war darüber hinaus nicht einmal im Kader. Die lange Verletztenliste ist eine Erklärung für den Abwärtsstrudel, in dem sich die Altglienicker momentan befinden. Eine andere wird deutlich, wenn man sich die Mannschaft auf dem Feld anschaut: der VSG fällt es derzeit unheimlich schwer, als Einheit aufzutreten.

Im Pokalspiel bei den eine Klasse tiefer spielenden Sportfreunden aus Johannisthal war man daher beinahe der Außenseiter, obwohl selbst die Kleeblätter den einen oder anderen Ausfall zu beklagen hatten. Johannisthal-Trainer Dirk Bastian wollte sich daher gar nicht erst die Favoritenrolle zuschreiben lassen. Seine Mannschaft sollte ihm eines Besseren belehren.

SFVon der ersten Minute an war Bastians Elf die spritzigere, die galligere. Auch spielerisch wussten die Sportfreunde zu überzeugen. Dass bei Altglienicke trotz der vielen Verletzten die besseren Einzelspieler agieren, steht außer Frage. Dass Fußball ein Mannschaftssport ist aber auch. Die schlechte Abstimmung in der VSG-Defensive führte dann auch folgerichtig zum frühen Gegentreffer durch Kiekebusch, der in der 6. Spielminute einen Foulelfmeter versenkte. Zuvor hatte Stüwe seinen Gegenspieler im Strafraum zu Fall gebracht und hatte Glück, dass ihm der Schiedsrichter „nur“ Gelb gab. Rot wäre allerdings auch etwas zu hart gewesen.

Der Schock saß bei der VSG aber nicht sehr tief. Bereits vier Minuten nach dem frühen Rückstand glich Korkmazyürek aus. Rassig ging die Partie weiter. Das verdankten die Zuschauer aber fast ausschließlich den Hausherren. Nach siebzehn Minuten belohnte sich Johannisthal mit dem 2:1-Treffer durch Eichhorn. Matschke erhöhte noch vor der Pause auf 3:1.

SFAltglienicke wechselte zur Halbzeit gleich doppelt. Ansorge und Griesert ersetzten den rotgefährdeten Stüwe und den blassen Voigt. Jetzt schien sich die Blau-Weißen gefangen zu haben. Endlich wurde die VSG aggressiv und ging hin und wieder auf jene zweiten Bälle, die in Halbzeit eins fast ausschließlich den Johannisthalern gehörten. In der 59. Minute zeigte Griesert, warum er für sein Team so wichtig ist. Eine schöne Kopfballverlängerung des früheren Werder-Bremen-Profis Francis Banecki verwertete er trocken zum 3:2. Nur eine Minute später trat beim Berlinligisten allgemeine Ernüchterung ein. Dieses Mal nutzte Lars Walden die Unstimmigkeiten in der VSG-Hintermannschaft zum 4:2.

Als Banecki wenig später per Elfer den Anschlusstreffer erzielte (65.), schien noch einmal so etwas wie Spannung zu entstehen – allerdings nur bis zur 74. Minute. Eichhorn raubte mit seinem zweiten Treffer den Gästen jegliche Illusionen.

8 Tore, zwei Elfmeter, aufopferungsvoll kämpfende Hausherren und kriselnde Berlinligisten – die 347(!) Zuschauer am Segelfliegerdamm bekamen bei feinstem Wetter allerhand geboten. Und sie gaben auch einiges zurück. Für einen Landesligisten gar nicht so schlecht, was in Johannisthal drumherum alles geboten wird. Luftballons beim Einlaufen der Mannschaften; eine kleine Gruppe selbsternannter „Ultras“ mit Zaunfahne, Trommel und allem Pipapo; sogar eine kleine Pyroshow gab es zu Beginn der zweiten Halbzeit. Den singenden Stadionsprecher Ronny Rothé und seine Telefonzelle braucht man ja nicht einmal mehr erwähnen.

SFDie Stimmung in der „Jo’thal-Arena“ (Rothé) hätte besser kaum sein können. Zu Recht ließen sich die Grün-Weißen nach dem Spiel ordentlich feiern. Lange Gesichter gab es dagegen bei den enttäuschenden Altglienickern zu sehen. Unerklärlich, weshalb das Aufbäumen nach den Gegentreffern stets nur von kurzer Dauer war. Auf die beiden Trainer Benjamin Ulbricht und Felix Below sowie den sportlichen Leiter Daniel Böhm wartet ein Berg voller Aufgaben, um die sportliche Talfahrt zu stoppen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das VSG-Lazarett bald lichtet und endlich Stabilität in die Defensive einkehrt. Ansonsten ist die Talsohle noch längst nicht durchschritten.

Fotos: Matthias Dehmel

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5:3

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