Altglienicke ringt Viktoria nieder und steht im Viertelfinale

MD 18 Februar 2016
 
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Altglienicke ringt Viktoria nieder und steht im Viertelfinale

turusTemperaturen um den Gefrierpunkt, Schneefall, ein schwer bespielbarer Platz. Alles war angerichtet am Mittwochabend für einen packenden Pokalfight. Und die 153 zahlenden Zuschauer sollten nicht enttäuscht werden. Aber der Reihe nach. Obwohl die Viertelfinalpartien des Berliner Pilsener Pokals bereits ausgelost waren, stand noch eine Achtelfinalbegegnung auf dem Programm. Und zwar nicht irgendein Spiel, sondern das Aufeinandertreffen zwischen dem souveränen Tabellenführer der Berlinliga, der VSG Altglienicke, und dem Regionalligisten FC Viktoria 89.

turus Von einem Zwei-Klassenunterschied war den ganzen Abend über aber nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Die Formstarken Altlgienicker, in der Liga ohne wirkliche Konkurrenz, kamen von Beginn an gut ins Spiel. Angetrieben von Winterneuzugang Lennart Hartmann, der von TeBe in den Südosten Berlins wechselte, zeigte der Hausherr bereits in den ersten Spielminuten eine gute Spielanlage – keine Selbstverständlichkeit bei den widrigen Platzbedingungen mit verhältnismäßig viel Schnee und wenigen grünen Flächen. Allein Zählbares konnten die Berlinligisten nicht herausschlagen. Die größte Chance der ersten halben Stunde hatte Ex-Hertha-Profi Hartmann, dessen 30-Meter-Schlenzer an der Latte landete.

Wenig später kam auch Viktoria erstmals gefährlich vors VSG-Tor. Nach gefälliger Kombination sprang für die Gäste jedoch nur ein „Schüsschen“ heraus. Gefährlich wurden die Tempelhofer vor allem nach ruhenden Bällen. So auch in Minute 34, als Mike Eglseder einen an den Fünfmeterraum geschlagenen Eckball völlig freistehend zum 0:1 verwertete.

turusBis zu diesem Zeitpunkt war Altglienicke die bessere Mannschaft; nun schien die Rößner-Elf verunsichert. Keine drei Minuten nach dem 0:1 erhöhte Viktoria. Torschütze war wieder Abwehrmann Eglseder. Seine Volleyabnahme, bei der VSG-Verteidiger Stüwe nicht gut aussah, prallte von der Latte hinter die Torlinie. Großer Jubel bei den Gästen. Wer nun den Favoriten auf der Siegerstraße sah, war jedoch auf dem Holzweg. Kurz vor dem Pausenpfiff erzielte Patrick Kroll, Altglienickes formstarker Goalgetter, den wichtigen Anschlusstreffer nach toller Hereingabe von Sabit Alimanovic.

Die Karten waren zur zweiten Halbzeit also neu gemischt. Das Bild war in den zweiten 45 Minuten dasselbe wie in Durchgang eins: Die VSG gab den Ton an. Angetrieben von ihre minütlich lauter werdenden Anhängern gaben die Gastgeber nur selten den Ball ab. Allerdings hatten die Blau-Weißen zunächst kein Glück (Pfostenschuss von Matthias in der 61.), ehe wenig später auch noch Pech dazukam, als die Pfeife von Schiri Wessel in Minute 73 trotz klarem Foul an Mrkaljevic im Strafraum stumm blieb. Mit Wut im Bauch und einer Umstellung im zentralen Mittelfeld rollte der VSG-Express jetzt immer häufiger Richtung Viktoria-Tor – nicht ohne Folgen. Nach Traumflanke von Stüwe stand – na wer wohl!? – Kroll wieder einmal goldrichtig und wendete 12 Minuten vor dem Schlusspfiff die drohende Niederlage ab. Damit war klar: der Pokalfight geht in die Verlängerung.

turusNun dominierten nicht mehr Raffinesse und spielerische Klasse, nun waren andere Kernkompetenzen gefragt: kratzen, beißen, grätschen – kurz: „eklig sein“, wie man immer öfter von der Tribüne vernehmen konnte. Hier stand kein Team dem anderen in etwas nach. Sowohl die Treptow-Köpenicker als auch die Tempelhofer spielten nun mit offenem Visier. 

Die Spannung war enorm, Nettigkeiten wurden hüben wie drüben ausgetauscht. Auch die VSG-Fans gaben dem Spiel nun eine besondere Würze. Dafür bekamen sie in der 98. auch etwas zu sehen. Nach Ecke Hartmann sprang VSG-Verteidiger Leonard Tseke mit dem Rücken zum Tor ab, warf sein rechtes Bein nach oben und traf per Fallrückzieher zum vielumjubelten Führungstreffer für seine Farben.

Nun wurde es noch ekliger. Vor allem Viktoria schien mit der Situation überfordert. Vors Tor kamen die Himmelblauen kaum noch. Stattdessen ließ sich die Union-Legende Karim Benyamina völlig unnötig zu einigen Scharmützeln mit den Heimfans hinreißen. Dass die Nerven bei den Gästen blank lagen bewies Joshua Silva in der 111. Minute, als er – sechs Minuten nach seiner ersten Verwarnung – die Ampelkarte sah und duschen gehen musste. 

turusAltglienicke stellte sich unterdessen cleverer an als der vermeintliche Favorit. Mit allem, was sie hatten, kämpften die Hausherren für ihren Erfolg – und vergaßen dabei das Stürmen nicht. Wenige Sekunden vor Schluss gelang gar das 4:2 durch Alminaovic, der den starken Einsatz des eingewechselten Larry Ndjock veredelte. Damit war der Pokalsieger von 2014 endgültig bezwungen. Nun brachen alle Dämme. Die Himmelblauen verschwanden schnell in der Kabine, während die Altgienicker den Viertelfinaleinzug mit ihrem Anhang feierten. 

In der Runde der letzten Acht wartet nun der nächste Pokalkracher auf die VSG. Vor heimischem Publikum trifft man zwischen dem 8. und dem 10. März auf Lichtenberg 47. Am Alten Schönefelder Weg freut man sich schon heute auf den nächsten Pokalfight.   

Text & Fotos: Matthias Dehmel

> zur turus-Fotostrecke: Berliner Pilsner Pokal

Spielergebnis:
4:2

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Sehr gut geschrieben!!!!

G
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Ich war dabei.Gut geschrieben. Es war trotz der Platzverhältnisse ein technisch sehr ansehnliches Spiel.Hat sehr viel Spaß gemacht.Bin echt gespsannt wie es mit der VSG im Poka lweitergeht.

T
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