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Top-Spiel in Schweden: AIK vs. Malmö FF - 0:0 aber rassig auf den Rängen

 
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F 01 Juli 2019
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Während in den meisten europäischen Ligen die Teams so langsam zum Trainingbeginn auftraben und ihre ersten Testspiele bestreiten, gibt es im hohen Norden Ligabetrieb. So auch in Schweden wo der harte Winter ausgespart und daher weitgehend im Sommer durchgespielt wird. Nach einer kleinen Pause im Juni ging es in dieser Woche wieder los. Den Auftakt machte Vorjahresmeister AIK (hier auch bekannt als AIK Solna) aus Stockholm die ein vorgezogenes Spiel gegen Norrköping mit 0:2 verloren und es so versäumten, auf Schlagdistanz zu Tabellenführer Malmö zu gelangen. 

Der gastierte heute in der Friends Arena - einer 50k Standard-Arena die nur bei Länderspielen und Derbies höhere Auslastung erfährt und deren dritter Rang heute abgedeckt war. In der letzten Saison kamen im Schnitt gut 23k zu AIK, in der aktuellen sind es gut 19k und das entsprach auch so ziemlich genau den 19.141 die heute das Duell Dritter gegen Erster sehen wollten. Danach sah es eine halbe Stunde vor Anpfiff noch gar nicht aus, so gespenstisch menschenleer wirkte das Stadion. Die Fahnen der aktiven Fans auf der Norra, der Nordseite, waren noch eingerollt. Ein leises Pfeifen und Buhen brauste erstmalig auf, als die Mannschaft aus Malmö in die gut gefüllte Gästekurve ging. Eine Besonderheit der Norra sind die ca. 5.000 Stehplätze, die bei internationalen Spielen zu Sitzplätzen umgewandelt werden können.

15 Minuten vor Anpfiff wurde es etwas munterer auf den Rängen - erste Gästechöre erklangen und wurden quittiert mit lauteren Reaktionen. Das schwarze Netz was die gesamte Norra entlang gespannt war, wurde hochgezogen und es war als ob ein Vorhang aufging für das Spektakel auf den Rängen. 5 Minuten noch, die Kurve erwachte mit brachialen Gesängen, eine Blockfahne bedeckte Teile der Heimkurve, während die Malmö-Anhänger ein hellblaues Fahnenmeer hervorzauberten.

Auf dem Rasen gab es die erste Chance für AIK nach einer Minute, die Gäste brauchten 20 Minuten dafür - der Ball zischte jeweils knapp vorbei. Dazwischen und auch danach passierte nicht viel in den Strafräumen. Dafür gab es intensive Zweikämpfe im Mittelfeld die den Schiedsrichter oft in den Mittelpunkt des Geschehens rückten. Das Spielniveau war einem verkrampften Spiel der zweiten Bundesliga nicht unähnlich - konzentrierte Defensivarbeit, wenig Zeit, den Ball anzunehmen - aber offensiv wenige Ideen. Wenn man die Marktwerte vergleicht, so liegt AIK bei €16,5 Mio. und das von Uwe Rösler trainierte Malmö bei €18,5 Mio. - vergleichbar also z.B. mit Dresden oder Bielefeld.

Die Highlights kamen daher aus den Kurven. Schon nach 12 Minuten qualmte orange der erste Rauchtopf auf der Norra, weitere einzelne folgten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit nebelte eine konzertierte Aktion von etwa 50 Rauchtöpfen in Clubfarben das halbe Stadion ein. Dessen Dach ragt auch im offenen Zustand weit hinein (Hallenatmosphäre), so dass es eine ganze Weile dauerte, bis wieder klare Sicht herrschte und der Wiederanpfiff ertönen konnte.

Auch akustisch war das gesamte Spiel über guter Betrieb auf beiden Seiten, die Norra schaffte es dabei immer wieder, auch die anderen Heimtribünen einzubeziehen und so hallten oft Wechselgesänge durch die Halle. „Heja AIK!“ Im Gästeblock blinkten im Lauf der zweiten Halbzeit immer mal wieder einzelne Fackeln auf aber für eine konzertierte Aktion fehlte wohl das Tor. Ein Torschrei ging in Minute 76 durch den Heimbereich, blieb den meisten beim Blick auf den Linienrichter aber gleich in der Kehle stecken.

Es folgte eine hektische Schlussphase in der sich Malmö noch mal um den AIK-Strafraum festbiss, es gab durch viele Fouls und Diskussionen üppige 7 Minuten Nachschlag in denen sich AIK noch mal in jeden Zweikampf warf. Aber es half alles nichts und blieb verdient bei der torlosen Punkteteilung. Damit wahrt Malmö zur knappen Saisonhälfte einen Abstand von sechs Punkten. Für AIK steht neben dieser Aufholjagd auch noch die Qualifikation zur Champions League an - erster Gegner ist dort der FC Aratat-Armenia.

Fotos: Felix

> zur turus-Fotostrecke: Impressionen vom schwedischen Fußball

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