Polonia Berlin, Alemannia und BFC Dynamo - langer Pokalsonntag mit happy End

Polonia Berlin, Alemannia und BFC Dynamo - langer Pokalsonntag mit happy End

 
5.0 (6)
MB 06 September 2022

Schauplatz Sportplatz Ollenhauerstraße in Berlin Reinickendorf. Bereits um neun Uhr in der Frühe empfing die zweite Mannschaft des FC Polonia Berlin den SV Tasmania Berlin II. Schlichtweg zu früh für mich! Ich saß noch in der U-Bahn, als bereits die Partie abgebrochen wurde. Nicht jedoch aufgrund von Rangeleien oder Pöbeleien, sondern vielmehr war die 6:1-Führung von Polonia II zur Pause der Grund, dass die Gäste, die sich vor Saisonbeginn neu umstrukturieren mussten, keine Lust verspürten, die Partie fortzusetzen. 

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Die ersten Herren des FC Polonia Berlin empfingen im Anschluss den Landesligisten BSV Grün-Weiß Neukölln, der trotz Klassenunterschied schlagbar schien. Und siehe da, der FC Polonia Berlin, der aktuell in der Kreisliga A spielt, ging in der 26. Minute Dank des Treffers von Michal Jakub Majcher mit 1:0 in Führung. Da sollte tatsächlich etwas gehen. Es roch nach einer Überraschung.

 

Den ersten Rückschlag gab es jedoch unmittelbar vor der Pause, Davi Hugo Jimenez de Lucas machte den Ausgleich für die Neuköllner klar. Nachdem Noah Schyschka in der 52. Minute die Gäste in Führung bringen konnte, schien sich das Blatt zu wenden. Allerdings kam nur fünf Minuten später Polonia Berlin zurück, Patryk Dzikowicz erzielte den umjubelten Ausgleichstreffer zum 2:2. 

 

Lange konnte Polonia Berlin die Angelegenheit offen gestalten, und es schien, als würde es eine Verlängerung geben. Dann aber war in der 86. und 87. Minute Andre Luis Jimenez Lucas Correa zur Stelle und machte zwei Buden für Grün-Weiß Neukölln - eine davon als Heber über den neuen Polonia-Torwart Adrian Andrzej Bortnowski. Der Drops war gelutscht - das Aus im Landespokal war besiegelt.

 

Ein Blick auf die Uhr. Für 16 Uhr war das Duell Berlin Türkspor vs. BFC Dynamo angesetzt, somit blieb noch eine halbe Stunde Zeit, um ein wenig die folgende Partie BFC Alemannia vs. SV Bosna Berlin 94 zu begutachten. Beide Mannschaften spielen aktuell in der Kreisliga B, und die Gäste hatten sogar eine kleine Anhängerschaft mitgebracht. Ein Vater schwenkte mit seinem kleinen Sohnemann die bosnische Fahne, ich hatte indes den brasilianischen Alemannia-Abwehrspieler Bruno de Carvalho im Fokus, von dem ich eine ganze Fotoserie anfertigte.

 

Der SV Bosna Berlin 94 schien frischer und ging nicht unverdient in der 19. Minute Dank des Treffers von Vernes Selimovic in Führung. Wenig deutete darauf hin, dass es noch eine hochgradig dramatische Partie werden würde. Ich saß bereits im Bus gen Sömmeringstraße und futterte auf dem dortigen Sportplatz die erste Geflügelbratwurst, als auf dem Sportplatz in der Ollenhauerstraße die Post abging. Zuerst machte Mohamed Zeid in der 90. Minute den Ausgleich klar, dann war es in der 119. Minute Mustafa Senol, der den 2:1-Siegtreffer für den BFC Alemannia erzielte. In der Folge wurde es „etwas“ hektisch, auf Heimseite gab es zweimal Rot, auf Gästeseite eine rote Karte. 

 

Erhöhte Betriebstemperatur wurde auch beim Duell Berlin Türkspor vs. BFC Dynamo erwartet. Die Älteren werden sich noch erinnern: Am 11. Mai 1999 stieg im Jahn-Sportpark das Berliner Pokalfinale, das die Weinroten vor 1.888 Zuschauern gegen Türkspor mit 4:1 für sich entscheiden konnten. Damals gab es ein paar weniger schöne Szenen, inzwischen ist jedoch eine Menge Gras drüber gewachsen. Von der einstigen Brisanz zwischen dem BFC Dynamo und Vereinen mit türkischem Hintergrund ist nur noch wenig zu spüren. Vorbei die Zeiten, als im Frühjahr 2004 gegen Yesilyurt mit Fladenbrot-Handschuhen geklatscht wurde.

 

Am vergangenen Sonntag gestaltete sich das Ganze auf dem gemütlichen Sportplatz in der Sömmeringstraße, wo der CFC Hertha 06 seine Heimspiele in der NOFV-Oberliga austrägt, völlig entspannt. Dies lag zum einen an der angenehmen Gastfreundschaft von Türkspor und zum anderen am sportlichen Verlauf. Es wurde nicht rumholzt, vielmehr versuchte der Berlin-Ligist mit spielerischen Mittel mitzuhalten. Überraschenderweise stellte sich Türkspor zu Beginn der Partie überhaupt nicht hinten rein, sondern versuchte sogleich forsch nach vorn zu spielen. So viel Mut wurde jedoch sogleich ganz bitter bestraft. Christian Beck machte nach nicht mal einer Minute bereits das 1:0 für den BFC Dynamo, nur fünf Minuten später legte er locker flockig zum 2:0 nach. 

 

Zu jenem Zeitpunkt hielt ich noch ein Fladenbrot mit Köfte in meiner Hand. Fotos könnte ich schließlich noch später machen. Als ich mir dann auch noch auf Heimseite ein Bierchen am Imbissstand bestellte, wurde die sportliche Leiterin von Türkspor neugierig und befragte mich. Sie erschien etwas irritiert und dachte vielleicht, dass das geschulterte 600-Millimeter-Geschoss nur ein Alibi sei, um gratis Fußball zu gucken. Der sehr adretten Dame wurde dann jedoch unser Onlinemagazin vorgestellt, und wenig später legte ich das geschulterte Teil auch an. 

 

Bähm! Nach einer Viertelstunde machte Christian Beck die dritte Bude - ein astreiner Hattrick war vollbracht. Es schien eine Klatsche zu geben für Berlin Türkspor, doch kamen die Gastgeber in der Folge deutlich besser ins Spiel - und sogar zu einigen Möglichkeiten. Kurz vor der Pause erhöhte Chris Reher auf 4:0 für den Regionalligisten aus Hohenschönhausen, und in der Pause wechselte ich mal eben die Seite, um auf Gästeseite mit bekannten Nasen ins Gespräch zu kommen.

 

In der zweiten Halbzeit hielt Türkspor weiterhin wacker gegen, und in der Schlussphase wurde es sogar etwas ruppiger. Zu sehen gab es nur noch einen Treffer - und zwar den von der Cedric Euschen zum 5:0 für den BFC Dynamo in der 74. Spielminute. Dabei blieb es auch. Tiefenentspannt verließen die BFC-Fans den Sportplatz, von der Berliner Polizei war an diesem Nachmittag mal erstaunlich wenig zu sehen. Geht doch! 

 

Gleich nebenan beglückten wir als kleine Truppe in einem Biergarten die Betreiber mit lauten, fröhlichen Gesprächen. Im benachbarten Zelt fand gerade eine Theateraufführung statt, und phasenweise übertönten wir wohl die Protagonisten auf der Bühne. Wir gelobten Besserung, dämpften die Stimmen und zogen eh wenig später weiter nach Friedrichshain. An einen baldigen Abschluss des Tages war jedoch noch nicht zu denken. Für mich ging es weiter nach Lichtenberg, wo die letzte Phase des Fußballtages eingeläutet wurde. Mit ein paar Hansa-Fans wurde bis 2:30 Uhr in der Nacht noch der Stand der Dinge ausgewertet. Ahoi!

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: FC Polonia Berlin

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