Preußen Münster gegen Rot-Weiss Essen: „Westschlager“ geht an den SCP

Preußen Münster gegen Rot-Weiss Essen: „Westschlager“ geht an den SCP

Gebrauchter Tag für alle Rot-Weissen: 18,70 Euro für nen Steher gelatzt und dazu nur ein Teil des Spielfeldes wegen Sichteinschränkungen gesehen. Wegen dem endlich begonnenen Neubau der Westkurve im Preußenstadion in Münster wurde der Gästeblock auf die Gegengerade verlegt und aus Sicherheitsgründen fast komplett verrammelt. Wer nicht gerade eine Fahne der aktiven Essener Fanszene vor sich hatte, kiekte also in den Zaun oder die Baustelle. Den Titel „Beschissenster Gästeblock“ des Landes hatte eigentlich für die RWE Fans seit Ewigkeiten der SV Rödinghausen (noch aus Regionalligazeiten) inne, aber viele sind sich in Foren und sozialen Medien einig, dass Münster Stand gestern auch nahe dran ist und sogar Oberhausen in die Tasche steckt.

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Naja gut viel zu sehen gab es gestern für die Fans die es mit „Rot-Weiss“ hielten auch nicht. Denn irgendwie wirkte es so, als hätten nur die Preußen richtig Bock auf den 80. Westklassiker. Man mag sich nicht, man gönnt den anderen nix schon gar nicht gute Spiele und Spieler und eigentlich ist bei jedem Duell eine gute Portion Schärfe drin. Normalerweise ist man heiß wie „Frittenfett“ oder „Töttchen“, aber vom Anpfiff weg spielte erst einmal nur Münster druckvoll auf. Und RWE, wirkte irgendwie gehemmt und das sowohl auf der warmen sonnigen Seite der Gegengerade, als auch auf der eisigen Haupttribünenseite. Vielleicht war die Mannschaft noch durcheinander aufgrund der frühzeitigen Verletzungen von den mit besten Spielern der letzten Monate: Torben Müsel verletzte sich schon beim Aufwärmen und wurde durch Thomas Eisfeld ersetzt. Dazu musste Lucas Brumme ebenfalls verletzt in der Halbzeit runter.

Etwas wachgerüttelt wurde RWE in der dritten Minute nachdem Niko Koulis nach einem Freistoß (übrigens völlig blank stehend) den Ball im Essener Tor versenkte. Traumstart für Münster im ausverkauften Preußenstadion (11.744 Zuschauer / 1.200 Gästefans im Stehblock und vielleicht 100 auf der Haupttribüne) und großer Jubel trotz anhaltenden zwölf minütigen Stimmungsboykott in der Fiffi-Gerritzen-Kurve aufgrund des Investoreneinstiegs in der DFL.

Die Essener Fans kaum geschockt trotz einem Spiel das über weite Strecken von Fehlpässen geprägt war. Auch wenn die Sicht im Gästeblock mies war, der Support war 1A mit Ausnahme des gezeigten Spruchbands „Ist Luisa hier?“, das vor allem auch durch die Grafik am Rand nicht witziger wurde, sondern eher peinlich war. Mit dem Wortlaut „Ist Luisa hier?“ hat sich in vielen deutschen Städten ein Hilfsangebot für Frauen in der Partyszene etabliert, die aus einer unangenehmen Situation heraus möchten. Initiiert wurde das von der Beratungsstelle Frauen-Notruf Münster e.V. Dass man aus diesem ernsten Thema eine Provokation / einen Joke machen muss: unterirdisch!



Zum Spiel: Nach der Führung von Preußen Münster zog sich die Heimmannschaft zurück und ließ RWE gewähren. Essens Angriffe liefen meist über die linke Seite, doch Abnehmer für Flanken fanden sich keine. Alles wirkte sehr harmlos. Münster war selten offensiv, hatte aber die beste Chance durch eine Flanke von Batmaz, die Deters verpasste (30.). Statt der 2:0 Führung erzielte kurz vor der Pause Marvin Obuz den Ausgleich, der von Leonardo Vonic bedient wurde. Die zweite Hälfte begann mit einer Choreo aus schwarz Tafeln und Rauch der Preußen Fans „Münster in Westfalen“, wobei man nicht so richtig erkannte was die hochgehaltenen „Käfige“ sein sollten. Vielleicht erklärt es jemand in den Kommentaren oder im Forum. (Update: Dank eines Kommentar auf unser Facebookseite gibt es folgende Erklärung: Die gezeigten Käfige der Choreo spielen auf die sogenannten "Wiedertäufer-Käfige" an, die auch heute noch hoch oben über der Münsteraner Altstadt am Turm der Lambertikirche hängen. )

In der zweiten Halbzeit erhöhten beide Teams das Tempo. Münster hatte innerhalb von drei Minuten die Chancen durch Scherder (47.), Batmaz (49.) und Kyerewaa (51.) zur Führung. Auf der Gegenseite konnte auch RWE minimal Akzente setzen. Das Spiel blieb temporeich, doch im Angriff fehlte es beiden Teams an Effektivität. Zum Ende hin war klar: Wer den nächsten Treffer erzielt gewinnt das Spiel. RWE wäre froh über den Punkt gewesen, das war aber an diesem Tag nicht mit den starken Preußen zu machen. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Gerrit Wegkamp, als er einen Pass von Rico Preißinger annahm (der von einem Abspielfehler von Torhüter Jakob Golz profitierte) und mit einem kraftvollen Schuss das 2:1 erzielte (80. Spielminute), was die Heimfans mit etwas Rauch abfeierten.

Essen versuchte in den letzten Minuten alles, aber das Aufbäumen kam zu spät, viele Minuten zu spät. Münster verteidigte erfolgreich und sicherte sich am Ende den nicht ganz unverdienten Sieg. Man sieht sich in der kommenden Saison, denn den vorzeitigen Klassenerhalt in der 3. Liga sollten beide Klubs in den kommenden Wochen eintüten können. Thema Aufstieg: Ist rechnerisch möglich, läuft aber noch unter Träumerei.

Fotos: Bildagentur frontalvision.com

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Stadionname:
  • Preußenstadion
Artikel wurde veröffentlicht am
29 Januar 2024
Gästefans
1200

Ligen

Inhalt über Liga
3. Liga

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