Halle vs. Fürth: Der Funke wollte beim HFC nicht überspringen

Halle vs. Fürth: Der Funke wollte beim HFC nicht überspringen

Erste DFB-Pokalrunde im Leuna Chemie Stadion von Halle. Drittligist Halle trifft auf ehemaligen Erstligisten Greuther Fürth. Eine Paarung, die wohl bei beiden Vereinen nicht zwingend für Jubelstürme gesorgt haben dürfte. Einerseits ist der Gast aus Franken nicht für ausverkaufte und stimmungsvolle Gästeblocke bekannt und ein Zuschauermagnet für Fans aus dem Hallenser Umland sowieso nicht, andererseits hätten sich die Gäste bestimmt auch einen leichteren Gegner als den HFC vorstellen können. Unschlagbar sind die Kleeblätter auf jeden Fall nicht.

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Zumindest sind beide Vereine mit erfolgreichen Auftaktspielen in ihre jeweilige Liga gestartet. Während die Hallenser mit Mühe und Not Rot-Weiss Essen in die Knie zwingen konnten, so feuerte Fürth ein absolutes Feuerwerk gegen den SC Paderborn ab. Manchem Hallenser wurde schon etwas flau im Magen aufgrund dieses Ergebnisses. Die nachfolgende Niederlage gegen das Nordlicht Kiel relativierte das Ganze aber wieder ein wenig. Dennoch dürfte das Torspektakel am ersten Spieltag keine Ausnahme gewesen sein, denn vor allem im offensiven Bereich sind die Kleeblätter extrem gut aufgestellt. 

Branimir Hrgota, ehemaliger schwedischer Nationalspieler, hat vor allem in der zweiten Liga schon oft genug nachgewiesen, dass er weiß, wo sich das Tor befindet, und um ihn herum gibt es mit Tim Lemperle und Armindo Sieb noch zwei hochveranlagte deutsche Nachwuchstalente. Mit Jonas Urbig im Tor, Robert Wagner und Sidney Raebiger im zentralen Mittelfeld, Kerim Calhanoglu auf links und Simon Asta auf rechts befinden sich noch fünf weitere aktuelle deutsche Junioren-Nationalspieler im Kader der Franken. Ein absoluter Segen für Scouts und Spielerberater.

Ähnlich positiv hätte man auch gerne beim Gastgeber der Partie berichtet, aber leider gab es nur einen Tag vor der Partie eine Schocknachricht, die auch bundesweit wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte. Abwehrchef Niklas Kreuzer wurde nach intensiven ärztlichen Kontrollen ein Tumor im Hoden nachgewiesen. Er wird somit auf bestimmte Zeit ausfallen. Wir wünschen Niklas auf diesem Wege natürlich auch noch alles Gute, eine rasche Genesung und einen reibungslosen Ablauf bei möglichen Eingriffen.

Ebenfalls nicht auf dem Platz stehen konnten Nico Hug und Meris Skenderovic, die sich mehr oder weniger in derselben Minute beim Auftaktspiel gegen Essen verletzten. Auch Timur Gayret kann beim ersten DFB-Pokal-Spiel der Hallenser seit 2019 nicht mitwirken. An einem warmen Montagabend unterlag der Drittligist damals dem VfL Wolfsburg in der Verlängerung. Aber auch bei der vorletzten Teilnahme im Jahre 2016 schlug man sich durchaus achtbar, warf Kaiserslautern in der ersten Pokalrunde raus und unterlag darauf doch recht deutlich gegen den Hamburger SV. 

Es ist davon auszugehen, dass sich die Hallenser in den kommenden Jahren deutlich häufiger im DFB-Pokal präsentieren dürfen, denn ohne die Anwesenheit des 1.FC Magdeburg ist der Landespokal in Sachsen-Anhalt wohl einer der langweiligsten im ganzen Bundesgebiet. Die größte Konkurrenz des Halleschen Fußballclubs sind aktuell ein paar Vereine aus der Oberliga Süd.

Anders läuft das Ganze im Frankenland. Greuther Fürth ist aufgrund der Ligazugehörigkeit nicht auf einen regionalen Pokalwettbewerb angewiesen, schafft es aber seit Jahren sich in der bundesweiten Ausgabe zu blamieren. Im vergangenen Jahr verlor man bei den Stuttgarter Kickers, vor zwei Jahren gab es eine Niederlage in Babelsberg, vor vier Jahren unterlag man in Duisburg (nicht unbedingt eine Blamage) und auch vor drei Jahren stolperte man in der ersten Runde beinahe in Meinerzhagen. Die letzte richtig souverän absolvierte erste Pokalrunde sah man in Fürth im Jahre 2017, als man mit 5:0 in Morlautern gewann. Wo auch immer dieses Örtchen liegen mag.

Bereits eine Stunde vor Beginn der Partie war die Hallenser Fankurve dann auch schon rappelvoll. "Alle in Rot - Alle im Pokalfighter Shirt" war der Aufruf. Rein optisch folgten fast alle diesem Aufruf. Im Gästeblock trug man überwiegend weiß und während des Spieles teilweise gar nichts mehr. Die "Saaletaler" dröhnten durch die Stadionlautsprecher und dann kamen die Groundhopper auf ihre Kosten. "Am Rad drehen für Chemie". Ein schöner zweitdeutig angedachter Spruch der mit einigen optischen Highlight unterlegt wurde. 

Im Gästeblock war die Zeit offenbar reif für eine Choreographie in Grün und Weiß. Während dieser Phase und im Laufe des Spielverlaufes wurde des Öfteren Kritik am Vereinsnamen und an der Darstellung des eigenen Logos geäußert. Kurz zusammengefasst - Bitte das "Greuther" aus dem Vereinsnamen entfernen und die grüne Kleeblatt auf weißem Grund darstellen. Eigens für diese Belange wurde vor geraumer Zeit die Inititiatve "Zurück zur SpVgg Fürth" ins Leben gerufen. Außerdem gedachten beide Fanszenen mit Spruchbändern an Niklas Kreuzer. Hierfür gab es dann auch gegenseitigen Applaus.

In den ersten Minuten drangen die Gesänge der Franken auch ab und zu noch durch das weite Rund. Im Laufe der Zeit wurden sie aber leider immer ruhiger bzw. die Hallenser immer lauter, sodass man die Bemühungen der Kurve nur noch mit den Augen wahrnahm. Immerhin fanden über 1.000 Gästefans den Weg nach Halle. Für einen Verein wie Greuther Fürth durchaus eine sehr solide Anzahl. 

 

Diejenigen dürften auch recht glücklich über den Verlauf der Partie gewesen sein. Ein Tor von Armindo Sieb in der ersten Halbzeit reichte für den ungefährdeten Sieg und den Einzug in die zweite Pokalrunde. Halle dezimierte sich in der ersten Hälfte durch eine rote Karte - hat bzw. hätte aber wohl auch zu elft nichts Gefährliches zustande gebracht. Keeper Urbig musste tatsächlich nicht einen einzigen Torschuss entschärfen.

Der Support der HFC-Fankurve ließ dennoch keinerlei Wünsche offen. Gute Mitmachtquote und Lautstärke bis zum Schlusspfiff. Anfang der zweiten Hälfte wurde auch noch ein wenig mit Bengalos und "Raketen" eingeheizt und es wurden zwei entwendete Fahnen der Gäste präsentiert. Der Funke sprang aber leider nicht auf den Rasen über.

Bericht & Fotos: "schwarze_natascha" (externer Link zu Instagram)

> zur turus-Fotostrecke: Hallescher FC

> zur turus-Fotostrecke: SpVgg Fürth

Artikel wurde veröffentlicht am
13 August 2023
Spielergebnis:
0:1
Zuschauerzahl:
11.250
Gästefans
1000

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Inhalt über Liga
DFB-Pokal

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Kommentare
Schade
Wir als Fürther Fans kämpfen für eine Rückbenennung zu unseren ursprünglichen Vereinsnamen. Hier wird auf die Kampagne hingewiesen, bei den Fanbildern wird auch unser ursprünglicher Vereinsname benutzt. Aber im Bericht wird dann von "Greuther Fürth" gesprochen. Wenn schon der alte Vereinsname nicht benutzt werden will, dann hätte man wenigstens SpVgg schreiben können.

Der TSV Vestenbergsgreuth hat seit Jahren wieder eine eigene Mannschaft in den Kreisklasse oder tiefer.

Gerade das "Greuther" ist auch ein mega nerviges Argument, da wird von ausgegangen, die Stadt heißt Greutherfürth. Quasi eine Stadt mit Doppelnamen.

Ich weiß nicht, warum so wenige Fans anderer Vereine unsere Forderung nachvollziehen können. Mit Vestenbergsgreuth läuft seit Jahren nichts mehr, das Wappen hat sich wieder geändert. Es steckt nur noch der Name im Verein.

Zurück zur SpVgg Fürth! Jetzt, weil die Zeit reif ist.
KF
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J
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Zurück zur SPVGG Fürth
Auf die Kampagne hinweisen aber den Verein absichtlich falsch benennen.
Respektlos!
F
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T
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G
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G
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