FC Strausberg vs. Hertha BSC: Volle Ränge, unterhaltsames Spiel, zahlreiche Gewinner

MB
 
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Hertha BSC

Hertha BSCAm Ende konnten in der Energie-Arena alle zufrieden sein. Der Oberliga-Aufsteiger FC Strausberg, der sich über eine ordentliche Kulisse (über 2.500 Zuschauer) freuen durfte. Der Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC, der beim Testspiel in Strausberg zwei passable Halbzeiten gezeigt hatte. Und nicht zuletzt ein vom Hochwasser betroffener Verein, dem die Einnahmen aus dem Programmheft-Verkauf überwiesen werden. Welcher Verein in Sachsen-Anhalt das genau sein wird, stand am Sonntagnachmittag noch nicht fest. 

Hertha BSCNachdem im vergangenen Jahr der Zweitligist 1. FC Union Berlin zu Gast im Strausberger Stadion war, durfte dieses Jahr wieder die Mannschaft von Hertha BSC begrüßt werden. Bereits in den Jahren 2005, 2006 und 2007 bildete ein Freundschaftsspiel gegen die Alte Dame das Highlight in der Strausberger Saisonvorbereitung. Zuletzt gab es vor rund 3.000 Zuschauern eine 1:9-Niederlage. Und ja, ein Ehrentreffer sollte auch am heutigen Tage gelingen, doch dazu später mehr. Bevor auf dem grünen Rasen das Testspiel startete, machte der Stadionsprecher auf die derzeitige Situation aufmerksam. Der FC Strausberg hatte souverän (mit einem „Bayern-München-Vorsprung“ von 19 Punkten) den Sprung von der Brandenburg-Liga in die NOFV-Oberliga Nord gepackt, doch noch immer müssen die Zuschauer auf alten, morschen Bänken und teilweise einfach auf der Wiese sitzen. 3.000 Sitzschalen liegen bereits in einer Lagerhalle bereit. Was fehlt, ist noch das grüne Licht der Stadtoberen. Um Bewegung in die Sache zu bringen, sollen möglichst viele Strausberger ihren Namen in eine Unterschriftenliste eintragen.

HerthaSolche Sorgen hat Hertha BSC bekanntlich nicht. Beim Hauptstadtklub ist nach der Wiederkehr ins Fußballoberhaus soweit alles paletti. So zeigte auch Michael Preetz wieder ein überaus entspanntes Gesicht. Hertha war mit vollem Kader angereist und testete in Halbzeit eins und zwei jeweils ein komplett anderes Team. Somit kamen die Zuschauer – unter ihnen zahlreiche Hertha-Fans – in den Genuss, 22 Hertha-Spieler im Einsatz zu sehen. Ein Unterschied zwischen A-Elf und B-Elf war am Sonntagnachmittag nicht wirklich erkennbar. Beide zeigten eine solide Leistung, wobei im zweiten Spielabschnitt mehr Zug zum Strausberger Strafraum erkennbar war, was allerdings an der zunehmenden Müdigkeit des Strausberger Teams gelegen haben mochte, denn bei diesem wurde nicht im vollen Umfang zur Halbzeit rotiert.

Hertha BSCDer frisch gebackene Oberligist konnte die erste Halbzeit weitaus offener gestalten, wenn gleich Strausberger Tormöglichkeiten Mangelware waren. Es brauchte allerdings auch einige Minuten, bis Hertha richtig gefährlich vor das gegnerische Gehäuse kommen konnte. Ein erstes Achtungszeichen setzte Adrian Ramos mit einem Kopfball über die Querlatte. In der 20. Minute machten die Herthaner schließlich ernst. Marcel Ndjeng stieß auf der rechten Seite blitzschnell vor und lochte zum 1:0 aus Gästesicht ein. Mit einem ebenso knackigen Antritt besorgte nur fünf Minuten später Ramos nach Doppelpass mit Ndjeng das verdiente 2:0. Nach einem Freistoß vom Publikumsliebling Ronny von der rechten Außenlinie aus machte Roman Hubnik per Kopf fast das 3:0, aber eben nur fast. Der Strausberger Keeper zeigte eine tolle Parade und klärte zur Ecke.

StrausbergDurchatmen nach gut einer halben Stunde. Nach einem nicht geahndeten Foul blieb Änis Ben-Hatira kurzzeitig außerhalb des Spielfeldes liegen, rappelte sich dann jedoch wieder auf und spielte weiter. In der 35. Minute schließlich eine Strausberger Ecke, die jedoch keinerlei Gefahr mit sich brachte. „Wer nicht hüpft, der ist Unioner!“, ertönte es nun zaghaft von den Rängen. Gefolgt von einem „Union, Union, die Schei** der Nation!“ Ein klassischer Schlachtruf, den man bereits zu DDR-Zeiten auf den Schulhöfen der Polytechnischen Oberschulen, in den Ferienlagern und all den Straßen der Republik zu hören bekam. Ansonsten blieb es auf den Rängen der Strausberger Energie-Arena eher ruhig. Tief entspannt schaute sich das gemischt sitzende Publikum das Freundschaftsspiel an. In diesem Fall trifft „Freundschaftsspiel“ wohl auch wirklich zu, denn die Stadt Strausberg ist offizieller Partner von Hertha BSC.

HilfeHertha zum Anfassen gab es in der Halbzeitpause. Fans halfen ein paar Spielern über die Spielfeldumrandung, Autogramme wurden gegeben, Erinnerungsfotos wurden angefertigt. Dazu ein „Hot in the City tonight...“ aus den Stadionboxen. Nach besagter Rotation auf Hertha-Seite ging es frisch und munter im zweiten Spielabschnitt weiter. Mehr Treffer sollten her, so Hertha-Trainer Jos Luhukay. Gesagt, getan. In der 51. Minute konnte Sami Allagui aus spitzem Winkel das 3:0 klarmachen. Fast im direkten Gegenzug dann turbulente Szenen vor dem Hertha-Gehäuse. Erst ein getroffener Pfosten, dann eine Rettungstat des Hertha-Keepers und dann schließlich der Strausberger Anschlusstreffer zum 1:3, erzielt von Rahmig. Der Torjubel konnte sich hören lassen, es wurde in der Tat kurzzeitig richtig laut auf den Rängen!

Hertha BSCHertha BSC kam jedoch postwendend zurück in die Spur und konnte weitere Tore nachlegen. In der 58. Minute setzte sich Hany Mukhtar auf der linken Seite gekonnt durch und schob am Strausberger Keeper vorbei zum 4:1 ein. Locker flockig auch die beiden folgenden Treffer in der 63. und 70. Minute von Sandro Wagner, der vor einem Jahr aus München zur Berliner Hertha stieß. Um die 75. Minute herum lagen weitere Treffer in der Luft, Hertha schnürte die Strausberger komplett ein. Anschließend schalteten die in den neuen orangefarbenen Auswärtstrikots spielenden Herthaner einen Gang zurück und ließen das Spiel ausklingen. Den Abschluss des Tages bildeten zwei Ansagen des Stadionsprechers: Bitte keinen Platzsturm nach Abpfiff! Und bitte die Hertha-Spieler vor den Autogrammwünschen erst duschen lassen!

Hertha BSCWährend die Mannschaft von Hertha BSC nun ins Trainingslager nach Bad Saarow und später ins Trainingslager nach Österreich fährt, testet der FC Strausberg in heimischen Gefilden. So ist am 06. Juli 2013 die U23 von Hertha BSC zu Gast in der Energie-Arena. Ebenfalls ihre Visitenkarte geben Tennis Borussia Berlin (14. Juli 2013) und die U23 des 1. FC Union Berlin (20. Juli 2013) ab. Allerdings steht auch bei Hertha BSC ein echtes Heimspiel im Testspiel-Kalender auf dem Programm. Am 16. Juli ist Wisla Krakow zu Gast. Gespielt wird jedoch nicht im Olympiastadion, sondern im Amateurstadion gleich nebenan.

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: Hertha BSC

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