CF La Piedad: Aufsteiger in das mexikanische Oberhaus

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CF La Piedad

MexikoNicht weniger als um den Aufstieg ging es bei dem Spiel am Samstagnachmittag zwischen dem Neza FC und CF La Piedad. Das Hinspiel konnte Neza eins zu null für sich entscheiden und ging daher auch als klarer Favorit in das finale Spiel. Neza hatte sich als Talbellenfünfter in der Clausura 2013 einen Platz für die Pay-Offs gesichert. Souverän bezwang die Mannschaft dort im Viertelfinale die Universitätsmannschaft aus Puebla (Lobos Buap), im Halbfinale den Tabellenführer der Clausura Leones Negros und schließlich im Finale Necaxa. Neza somit Gewinner der Clausura 2013 spielte nun gegen den Gewinner der Apertura 2012 den Aufstieg aus.

NezaNicht weniger als um den Aufstieg ging es bei dem Spiel am Samstagnachmittag zwischen dem Neza FC und CF La Piedad. Das Hinspiel konnte Neza eins zu null für sich entscheiden und ging daher auch als klarer Favorit in das finale Spiel. Neza hatte sich als Talbellenfünfter in der Clausura 2013 einen Platz für die Pay-Offs gesichert. Souverän bezwang die Mannschaft dort im Viertelfinale die Universitätsmannschaft aus Puebla (Lobos Buap), im Halbfinale den Tabellenführer der Clausura Leones Negros und schließlich im Finale Necaxa. Neza somit Gewinner der Clausura 2013 spielte nun gegen den Gewinner der Apertura 2012 den Aufstieg aus.

Neza F.C. spielt seit zwei Jahren in der zweiten mexikanischen Liga und dies auch mit relativ viel Erfolg. Die Geschichte des Vereins ist wie bei vielen mexikanischen Clubs geprägt von Lizensverkäufen und Inhaber wechseln. Nicht immer gab es einen Fußballverein in Neza und wenn er erfolgreich war, wurde mit dem Aufstieg Geld verdient oder der Verein umgesiedelt. CF La Piedad hingegen ist als einer der Traditionsmannschaften anzusehen. Sicherlich wurden auch in der Gesichte dieses Vereins Lizenzen ge- und verkauft, jedoch blieb man der Stadt La Piedad immer treu. Die letzte Erstligasaison liegt nun mehr knapp 60 Jahre zurück. Dementsprechend ist die Sehnsucht nach erstklassigem Fußball hoch. La Piedad ging durch das vorzeitige erreichen der Aufstiegsspiele gelassener in die zurückliegende Clausura, erreichte den drittletzten Platz, gewann in 14 Spielen gerade dreimal und holte insgesamt zwölf Punkte.

Austragungsort des Spiels war das Estadio Neza 86. Wie der Name es schon verrät, war es eine Austragungsstätte der WM 1986. Insgesamt fanden an diesem Standort drei Weltmeisterschaftsspiele statt. Das Stadion befindet sich in der ärmsten Millionenstadt Mexikos; Nezahualcóyotl. Die Stadt war in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder Brennpunkt sozialer Unruhen und Gewalttaten. Die Stadt grenzt unmittelbar an Mexiko-Stadt und den Flughafen Benito Juarez.

Zum Spiel:

Das Spiel ging verhalten auf beiden Seiten los. La Piedad mit leichtem Vorteil in der Anfangszeit, versuchte besonders seine Flügelspieler gut in Szene zu setzen. Neza verteidigte sehr Kompakt und machte die Räume frühzeitig zu, sodass es schwer war für La Piedad Lücken zu finden. Nach bereits zehn Minuten waren die Gastgeber gezwungen den ersten Wechsel vorzunehmen. Der Argentinier Lucas Rimoldi musste den Platz verlassen, für ihn kam José Antonio Rosas. Diese Auswechslung schien die Heimmannschaft zu verunsichern und La Piedad wurde zunehmend stärker.

MexikoNach zwanzig Minuten setzten dann endlich die heimischen Fans ein erstes Ausrufezeichen. In der Kurve fingen die Trommeln an zu schlagen und das Publikum machte durch erste Gesänge auf sich aufmerksam. Ungünstig für die Stimmung war die Spaltung der heimischen Fangruppen, die sich nicht nur in der Kurve sondern auch auf der Gegengerade und der Tribüne befanden. Zwei Freistöße auf Seiten der Gäste sorgten in den ersten zwanzig Minuten für ein wenig Spannung, ansonsten war nicht viel los im Estadio 86. Etwas überraschend zog in der 26 Minute Luis Antonio Martinez außerhalb des Strafraums ab und platzierte den Ball unhaltbar für Angel Fraga im Tor. Zum ersten Mal waren nun auch die Gästefans zu hören. Etwas unüblich hatten diese einen abgesperrten Bereich auf der Tribüne erhalten, der eigentliche Gästebereich in der Gästekurve blieb dagegen so gut wie leer.

Bei den „Toros“ viel der im linken Mittelfeld agierende Vilchis Rodolfo auf, der durch schnelle Antritte, gute Übersicht und klare Pässe zwei drei gute Szenen hatte. In den letzten drei Partien hatte er jeweils einmal getroffen und war somit auch ein Garant für den Einzug der Mannschaft in die Aufstiegsspiele. Umso unglücklicher war für Neza dann die Verletzung des 23jährigen in der 36. Minute. Der Trainer sah sich ein zweites Mal während der ersten Halbzeit genötigt, von seinem Wechselkontingent Gebrauch zu machen, was angesichts einer möglichen Verlängerung nicht von Vorteil sein konnte. Kurz vor der Pause bauten die Gastgeber so etwas wie Druck auf. Ein Freistoß von Diego Mija lenkte der Gästetorwart Mario Rodriguez mit einer Sehenswerten Parade über das Tor. Des Weiteren konnte Engel Prieto seinen Torschuss nach einem Konter in der Nachspielzeit nicht zählbar nutzen. In einer insgesamt eher mäßigen ersten Halbzeit ging La Piedad zu Recht mit der Führung in die Kabine. Neza blieb unter den Möglichkeiten und musste sich zur zweiten Halbzeit klar steigern.

NezaWenig spannendes ist aus den ersten zwanzig Minuten der zweiten Hälfte zu berichten. Einzig allein die Gästefans wurden mutiger und fingen an, mit leichten Sprechgesängen das Stadion zu unterhalten. Dies wurde jedoch schnell von den Toros unterdrückt. Die Heimfans wollten sich nun nichts vormachen lassen und zeigten im Gegensatz zu ihrer Mannschaft etwas mehr Einsatz. „Neza, Neza“ und „Si se puede, si se puede“ halte es von den Rängen. Die Verzweiflung war deutlich zu spüren! Anschließend wurde jede Minute Musik des traditionellen „Paso Doble“ Stierkampfes im Stadion eingespielt um die Fans bei Laune zu halten. Jedoch machte sich eher Frustration und Unsicherheit breit. In der 80. und 85. Minute sahen die Zuschauer noch zwei Angriffe der Toros, bei denen Guzman am guten Torwart Rodriguez scheiterte.

Nicht zu glauben, aber die Partie entwickelte sich zu einem sonst unteririschen Spiel. Keine der beiden Mannschaften wollte den nächsten Fehler machen, sicherlich kam noch die enorme Hitze von 35 Grad Celsius dazu, dennoch konnten die Erwartungen der Zuschauer bis dahin nicht erfüllt werden. Es kam zum Ende der regulären Spielzeit und beide Mannschaften bereiteten sich für die Verlängerung vor.

In der Verlängerung gab es keine nennenswerten Strafraumszenen, beide Teams wollten den Aufstieg im Elfmeterschießen entscheiden. So blieb den Zuschauern nichts weiter übrig, als geduldig zu warten. Tragische Figur im Elfmeterschießen war dann Ever Guzmán der als einziger seinen zu lasch und unplatzierten Elfmeter vergab. Held des Tages war auf der anderen Seite Mario Rodriguez, der mit seiner Parade den Aufstieg für La Piedad und somit die Rückkehr nach 60 Jahren Abstinenz in das Oberhaus sicherte.

Herzlichen Glückwunsch!

Fotos: Martin Martinez

> zur turus-Fotostrecke: Fußball in Mexiko

 

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