Faustdicke Überraschung: Lichtenberg 47 gewinnt den Regio-Cup 2013

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Arsch freiSo gab es gestern nur eine kleine Gruppe Union-Fans, zirka zehn Leute, die mehr mit überaus kuriosen Aktionen und Peinlichkeiten (siehe Foto: Hose runter, Hintern zeigen) als mit Unterstützung der eigenen Mannschaft auffielen. Kurzum: Mehr „Scheiß Hertha“ als „Eisern Union“. Im Hertha-Fanblock, der etwas größer war, gab es zirka 20 Fans, die um Stimmung und Support bemüht waren. Wenigstens hatte man hier das Hauptaugenmerk auf das eigene Team gerichtet. Der Hermsdorfer Fanblock dürfte einer der größten gewesen sein. Großartige Stimmung gab es dort natürlich auch nicht. Möchte der Berliner Verband ein eher ödes Turnier, was die Atmosphäre auf den Rängen betrifft? Gilt zu hoffen, dass beim nächsten Regio-Cup die Fans von der Wuhlheide wieder eingeladen werden.

SömmeringhalleIn der Charlottenburger Sömmeringhalle hatte der SV Lichtenberg 47 bei den bisherigen Hallenturnieren nie größere Bäume ausgerissen. Dieses Jahr sollte es anders kommen. Viele hatten „L47“ als Kandidaten für das Vorrunden-Ausscheiden auf dem Zettel. Kein Wunder, bei solch großen Kalibern wie Viktoria 89 und dem 1. FC Union II als Gegner. Mit dem Lichterfelder FC war zudem noch ein weiterer Oberligist in dieser Gruppe. In der Gruppe B waren Hertha BSC II und der Berliner AK die Favoriten auf das Weiterkommen. Die VSG Altglienicke hatten sicher nicht wenige als Geheimfavoriten auf dem Zettel. Dem VfB Hermsdorf gab man indes kaum Chancen. Am Ende wurde es der Tag der Überraschungen. Der BAK schied frühzeitig aus, die Hermsdorfer konnten die Vorrunde ungeschlagen als Gruppensieger beenden und außerdem sorgte Lichtenberg 47 mit dem Turniersieg für den wohl allergrößten Oha-Effekt.

UnionerDabei begann das Turnier für 47er mit einer 2:5-Niederlage gegen Viktoria 89. Da sahen sich bereits viele bestätigt. Doch im Verlaufe des Turniers steigerten sich die Lichtenberger immer mehr und selbst neutrale Zuschauer und Fans anderer Vereine waren vom Auftritt angetan. Gruppensieger wurde der BFC Viktoria 89 (5:2 gegen L47, 4:1 gegen den LFC und 1:1 gegen den 1. FC Union II). Lichtenberg 47 konnte Rang 2 (2:5 gegen Viktoria 89, 4:0 gegen den 1. FC Union II und 1:0 gegen den LFC) sichern. Der LFC und der 1. FC Union II schieden somit nach der Vorrunde aus. In Gruppe B kamen Hertha BSC II (4:3 gegen Altglienicke, 2:2 gegen Hermsdorf und 1:0 gegen den BAK) und Hermsdorf (2:1 gegen den BAK, 2:2 gegen Hertha BSC II und 3:0 gegen Altglienicke) punktgleich weiter. Hier war das Torverhältnis entscheidend. Die Männer aus Altglienicke sowie das Team des Berliner AK konnten sich bereits umziehen. 

ErdilErfreulich: Das Hallenturnier war insgesamt sehr fair. Zweimal wurde eine 2-Minuten-Strafe ausgesprochen (S. Reiniger von L47 und ein Spieler von Union) mussten jeweils 120 Sekunden zusehen. Das erste Halbfinale zwischen Hertha BSC II und Viktoria 89 wurde im 9-Meter-Schießen endschieden, nachdem es zuvor 0:0 gestanden hatte. Hier hatte die U23 von Hertha BSC das glücklichere Händchen bei der Schützenauswahl und zog ins Finale ein. Das zweite Halbfinale zwischen Hermsdorf und Lichtenberg war überaus unterhaltsam. Es ging hin und her. Am Ende setzte sich Lichtenberg 47 mit 3:2 durch. Die mannschaftliche Geschlossenheit, welche auch in der Oberliga immer wieder zu sehen ist, war der Garant für den Erfolg. Das Spiel um Platz 3 gewann Hermsdorf gegen Viktoria 89 mit 3:1.

FreudeDas Finale war an Spannung kaum zu überbieten. Lukas Rehbein brachte die 47er mit einem sehenswerten Tor aus der Drehung in Führung. Hertha BSC II glich wenig später aus. Wieder war es Lukas Rehbein, der das 2:1 für L47 erzielte. Eine Minute später machte C. Gawe das 3:1 für die Lichtenberger klar. Gawe setzte wenig später noch zu einem Fallrückzieher an. Das Publikum war begeistert. Selbst eine zweiminütige Unterzahl für Lichtenberg (S. Reiniger bekam die Strafe) wurde grandios zu Ende gespielt. Der 3:2-Anschlußtreffer fiel just in dem Moment, als der „Straftäter“ wieder das Parkett betrat. Kurz danach war Schluss. 

L47Lichtenberg 47 gewann verdient dieses gut besetzte Turnier und kann sich über jede Menge Prestige freuen. Ebenso konnten immerhin 500 Euro eingefahren werden. Spieler des Turniers wurde Kadir Erdil von Lichtenberg 47. Bester Torwart wurde völlig zurecht der des Überraschungsdritten VfB Hermsdorf. Die Freude beim SV Lichtenberg 47 war riesig. Nach er überaus zufriedenstellende Oberliga-Hinrunde nun der Coup in der Halle. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle von turus.net!

Fotos: Sandy Hartenstein & Ricardo Lichtenfeld

> zur turus-Fotostrecke: Berliner Regio-Cup 2013

> zum privaten Blog des Autors: Unterwegs in Sachen Fußball

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