Joggen vor den Toren Berlins: Eine ideale Runde über Heidemühle und Ravenstein

Joggen vor den Toren Berlins: Eine ideale Runde über Heidemühle und Ravenstein

 
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Kurz bevor der Europawanderweg E11 an der Erpe / Neuenhagener Mühlenfließ die Bundesstraße 1 unterquert, können linke Hand im Unterholz die Reste der einstigen Grabstätten der Adelsfamilie Treskow gesichtet werden. Sehr viel zu sehen ist nicht mehr, nur ein paar Steine und verrostete Zaunreste weisen darauf hin, dass sich dort einmal etwas befunden haben musste. Eine Infotafel gibt Aufschluss drüber, und so kann in Erfahrung gebracht werden, dass diese Grabstätte bis in die 1950er Jahre bestand. Nachdem Grabräuber sich an den Gräbern zu schaffen machten, wurden Grabsteine, etc. auf den Friedhof Dahlwitz gebracht und dort aufgestellt.

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Die Spuren der einstigen Adelsfamilie Treskow sind in der Gemeinde Hoppegarten (inklusive Ortsteil Dahlwitz) allgegenwärtig, so führt der Europäische Fernwanderweg E11 auch am spätklassizistischen Schloss Dahlwitz vorbei, das in den Jahren 1855/1856 errichtet wurde. Der Europäische Fernwanderweg E11 ist rund 4.700 Kilometer lang und führt von Schevingen in den Niederlanden bis Tallinn in Estland. 

Bei Berlin stößt der E11 hinter Potsdam auf die deutsche Hauptstadt und über das Stadtzentrum geht es weiter nach Friedrichshagen, wo er wieder Berlin verlässt und über Ravenstein, Heidemühle, Dahlwitz-Hoppegarten und Atlandsberg in Richtung Osten führt, wo die Märkische Schweiz als nächstes großes Highlight wartet. 

Für Wanderer, Spaziergänger und Jogger bietet sich der E11 prima an, eine hübsche Runde zu drehen. Ich wuchs einst in Waldesruh auf, besuche immer noch regelmäßig Freunde dort und gehen einmal in der Woche trainieren. Als Startpunkt einer 10-Kilometer-Runde bietet sich Waldesruh an. Zum einen kann mit dem 108er Bus die Siedlung angesteuert werden, zum anderen kann das Auto problemlos abgestellt werden. Wer möchte, kann nach einer Runde im neuen griechischen Restaurant (einst Lindenschänke) an der Busendhaltestellte eingekehrt werden. Die Waldschänke gibt es indes leider nicht mehr. Ebenso mittlerweile geschlossen ist der Waldesruher Bäcker, der seit Jahrzehnten die Einwohner mit Schrippen, Mischbrot und leckeren Torten versorgt hatte.

Wohl denn, ich starte meine Runde stets An der Trainierbahn und laufe mich an der Kastanienallee bis Heidemühle warm. Dort folgt man dem E11, der auf der linken Seite der Erpe in Richtung Dahlwitz-Hoppegarten führt. Vorbei geht es an aufgereihten uralten Bäumen, die davon zeugen, dass dieser Weg teilweise bereits vor halber Ewigkeit genutzt wurden. Vorsicht beim Überqueren Friedrichshagener Chaussee! Leider kamen in der dortigen Kurve immer wieder Menschen ums Leben. So verunglückte im April 2021 ein Nachwuchstrainer des BFC Dynamo mit seinem Motorrad an genau dieser Stelle. Nur zwei Monate später wurde ein toter Motorradfahrer von einem Radfahrer im Straßengraben gefunden.

Hinter der Straße geht es anfangs durch geheimnisvolle Wälder und über eine wundvoller Wiese. Auf einer kleinen hölzernen Brücke überquert man den Wernergraben und erreicht schließlich das Waldstück, in dem sich die eingangs erwähnte Grabstätte befand. An der Alten Berliner Straße geht es rechts lang, um wenig später an der Ampel sicher die B1 überqueren zu können. Vorbei an Mönchsheim, wo sich eine Ponyreitschule und die „Lucky Horse Ranch“ befinden, geht es gen Süden. Auf Höhe des Klärwerks Münchehofe verlässt man rechte Hand die ruhige Straße und folgt dem Weg zur T-Kreuzung, wo die Dahlwitzer Landstraße (Friedrichshagener Chaussee) wieder überquert wird. Auch hier bitte stets Obacht geben!

Von hier aus geht es am linken Rand des Erpetals bis Ravenstein. Entweder folgt man einem schmalen Waldweg oder sucht sich einen Trampelpfad direkt an der Erpe. Die Entscheidung fällt je nach Witterung. Bei Ravenstein wird wieder die Erpe überquert, direkt hinter der Brücke kann rechts abgebogen werden, über die Wiese geht es nun zurück zum Startpunkt An der Trainerbahn. Wer in guter Form kann diese Runde einfach zweimal laufen oder die Runde (alles schon ausprobiert) über Münchehofe, Friedrichshagen oder Hirschgarten ausdehnen. Fakt ist, diese Tour ist für Körper und Geist stets eine Wohltat!

Fotos: Marco Bertram

> ein kurzes frontalvision-Video von der Runde auf YouTube (externer Link)

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