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We love MMA in Berlin: Beim Titelgewinn des Dresdners stand die Arena Kopf!

 
5.0 (4)
MB

Zutritt erst ab 18! Nach oben hin war dem Ganzen jedoch keine Grenzen gesetzt. Zwar war am Samstagabend das Publikum in der Mercedes Benz Arena größtenteils im Schnitt zwischen 20 und 40, doch konnten auch Rentnerpärchen gesichtet werden, die sichtlich ihren Spaß an der Veranstaltung hatten. Die Arena wurde durch einen schwarzen Vorhang geteilt, der Oberrang war ebenso geschlossen, so dass sich im restlichen verfügbaren Raum ein kompakter Anblick ergab. Verständlich, dass der im Innenraum aufgebaute Käfig nicht gleich 15.000 Zuschauer anzuziehen vermag, doch durchaus konnte sich die Kulisse sehen lassen.

Zu sehen gab es 12 MMA-Kämpfe in den verschiedenen Gewichtsklassen. Bei zwei Kämpfen, die logischerweise am Ende stattfanden, ging es sogar um einen Titel. Für Unterhaltung war gesorgt, die vier Stunden (eine halbe Stunde Pause) gingen rum wie im Fluge. 

Apropos Fluge! Hinein in die gute Stube! Am Eingang ging es durch eine Schleuse wie am Flughafen. Allerdings wurden manche Besucher anschließend von den Ordnern noch persönlich abgetastet und manche nicht. Als Mantelträger und Mittvierziger kam man „ungeschoren“ davon. Sport frei! Man gehört ja auch schon zur „alten Garde“. Nun denn, am Cateringstand musste man beim Bierpreis (5,50 Euro für einen halben Liter) kurz durchatmen, doch da der Gerstensaft erstaunlich bekömmlich war, durften es dann doch zwei Becher sein.

Was die Sicht betraf, so schaute man meist doch auf die oben hängenden Videowürfel. Dank der zwei Kameraleute, die direkt am Käfig standen, war man als Zuschauer wirklich immer hautnah dabei. Zugegeben, für mich war es der erste MMA-Wettkampf. Das „MMA“ bedeutet Mixed Martial Arts. Hierbei wird sich verschiedener Kampftechniken bedient. Es scheint, als seien dem Ganzen keine Grenzen gesetzt. Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai, Karate, Ringen, Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen, Judo und Sambo - alles ist zu sehen. Die Besonderheit des Ganzen: Auch am Boden darf getreten und geschlagen werden. 

Ich persönlich vermutete jedoch, dass es im Käfig richtig „böse auf die Fresse“ geben würde. Hat man nicht DIE Ahnung vom Ganzen, so vermutet man schnell, dass es wild wie auf dem „Acker“ zugehen könnte und dass es kaum Regeln gebe. Dem ist jedoch nicht so! Ich persönlich war überrascht, wie fair mitunter miteinander umgegangen wurde. Und der Schiedsrichter hatte stets ein genaues Auge drauf, ob etwaige Grenzen überschritten wurden.

Gekämpft wurde in unterschiedlichen Gewichtsklassen, und der bevorzugte Stil war wie bereits erwähnt völlig unterschiedlich. Während einige sofort den Bodenkampf suchen und Hebeln und Drücken wollen, versuchen andere wiederum möglichst lange auf den Beinen zu bleiben, um mit Faustschlägen und Tritten ihr Glück zu suchen. Was die Kämpfer betraf, so war das Starterfeld bunt gemischt. Mit dabei waren auch zwei Kämpfer chinesischer Abstammung, zudem war der farbige Joseph Donkor mit von der Partie, der für den VfL Wolfsburg in den Käfig ging. Dieser wurde jedoch nach einer Runde vom Trainer aus dem „Rennen“ genommen.

Gekämpft wird in der Regel zweimal fünf Minuten, bei den beiden Titelkämpfen waren es am Ende der Veranstaltung dreimal fünf Minuten. Und diese sollten es in sich haben! Den Auftakt bildete jedoch der Kampf zwischen Totti Alemdar und Seyed Mohammed Hossein, den letztgenannter für sich entscheiden konnte. 

Persönlich ins Auge fiel der Einsatz des noch 18-jährigen Enrico Muchorowski, der stets sein Glück in der der Offensive suchte und mal eben voll auf dem auf dem Boden liegenden Gegner sprang. Am Ende verlor er jedoch gegen Muslim Tulshaev nach Punkten. Zu sehen gab es auch ein Unentschieden, und zwar das beim Kampf zwischen Roman Apolonov und Akraman Gazaev. 

Wirklich Stimmung in die Arena kam, als die beiden Titelkämpfe an der Tagesordnung standen. „Islam! Islam!“, hallte es durchs Rund, als Islam Djabrailov den Kontrahenten Frederico Gutzwiller nach Punkten bezwingen konnte. Allerdings noch lauter, und zwar viel lauter wurde es, als beim letzten Fight des Abends Marcel Quietzsch (MMA Team Dresden) den stets lächelnden Titelträger Adrian Zeitner (Suumcuique Mainz) herausforderte. 

„Quietzscher! Quietzscher!“, ertönte es von den Rängen, und manch einer war richtig gefesselt vom Geschehen im Ring. Als Adrian Zeitner versuchte, sich gleich im Tiefflug die Beine von Marcel Quietzsch zu greifen, um diesen zu Boden zu reißen, ertönten erste Pfiffe. Der Dresdener versuchte indes im Stehen sein Glück und suchte den Faustkampf. Das kam beim Großteil des Publikums gut an, und zudem schlug bei manch einem hörbar das ostdeutsche Herz. Dieser letzte Kampf war wirklich das absolute Highlight des Abends, und man wünschte sich, dass jeder Kampf solch eine Dramatik haben würde. Mensch ja, mehr regionalen Bezug. Grün-weißes Leipzig gegen blau-gelbes Leipzig zum Beispiel. Aber wahrscheinlich würden dann die Emotionen zu sehr hoch kochen.

Marcel Quietzsch legte sich richtig ins Zeug, bekam den Gegner am Ende in den Griff und setzte ihm richtig arg zu. Als in der zweiten kurzen Pause auf dem Videowürfel ein Ellenbogenhieb von Quietzsch in Zeitlupe eingeblendet wurde, war ein genüssliches Raunen im Publikum zu vernehmen. Hm ja, kein Wunder, dass solche MMA-Veranstaltungen P18 sind und sich das Fernsehen zeitweise weigerte, solche Kämpfe zu zeigen. Die Stimmung kann schon mal kippen und ein wenig ins Blutrünstige gehen, wenngleich in Berlin am Samstagabend wirklich alles im Rahmen war. Am Ende konnte der Mann aus Dresden den Kampf gewinnen, und das Gesicht von Adrian Zeitner sah übel zugerichtet aus. Letztendlich sei jedem selbst überlassen, ob ihm solch eine Veranstaltung zusagt oder nicht. Mein persönliches Fazit: Einfach mal vorbeischnuppern! 

Anmerkung: Das das Ganze eine P18-Veranstaltung ist, wird auf Nahaufnahmen verzichtet.

Fotos: Marco Bertram

 

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