Aue erkämpft Punkt bei Union, Polizeieinsatz im Gästeblock zum Pausentee

MB Updated

"Schaut in den Kicker: Der beste Torhüter der 2. Liga... Jan Glinker!", so kündigte Unions Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit den Torhüter des 1. FC Union Berlin an. Zudem stand mit Dominic Peitz einer "der besten Zweikämpfer" in der Startelf der Eisernen. Auf der Bank saß zudem das 17-jährige Talent Steven Skrzybski, doch die allerbeste Nachricht für alle Union-Fans: John Jairo Mosquera war wieder mit von der Partie. Gute Stimmung im Stadion An der Alten Försterei. 17.000 Zuschauer auf den Rängen, darunter gut und gern 1.000 Gäste der momentanen Überraschungsmannschaft aus dem Erzgebirge.

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Flott ging es sogleich zur Sache. Wie bereits beim Derby gegen Hertha BSC geriet auch heute die Union-Elf bereits sehr früh in Rückstand. Aues Hensel war zur Stelle, als Unions Torhüter Glinker einen Schuss von Hochscheidt nur zur Seite wegfausten konnte. 1:0 für Erzgebirge Aue, das in der Blitztabelle plötzlich auf dem ersten Rang stand. "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey...", skandierten sogleich die mitgereisten Aue-Fans.

Union reagierte schnell und fand recht fix in die Partie. Ab der siebten Minute drückten die Eisernen immer mehr in Richtung Gästetor und der Ausgleich lag in der Luft. Der überaus motivierte Mosquera vertändelte mehrfach den Ball, doch eroberte ihn sogleich wieder zurück. In der 9. Minute fiel dann der verdiente Ausgleichstreffer, der in der Rubrik "geiles Tor" einzuordnen war. Nach feinem Zuspiel von Ede lochte Mosquera nach gekonnter Annahme eiskalt ein. Riesig die Freude auf den Rängen, noch gigantischer die Freude beim endlich wieder ins Team zurückgekehrten Mosquera. Runter mit dem Trikot und der Erleichterung freien Lauf lassen. Die gelbe Karte war völlig Wurst. "Das Leiden hat ein Ende... Mosquera Fußballgott...", rief auch der Stadionsprecher ins Mikrofon.

Engagiert ging es auf beiden Seiten weiterhin zur Sache. In der 17. Minute folgte fast die Führung der Eisernen, doch ein Schuss von Thomik ging über das Tor. In der 30. Minute war es Ede, der Union fast in Front brachte, nur vier Minuten später hatte Aue eine richtig dicke Chance. In der 45. Minute stellte sich das Publikum bereits auf die Pause ein, als Mosquera plötzlich mutterseelenallein vor dem Gästetor stand. Martin Männel blieb cool und wusste das Gegentor zu verhindern. Fassungslosigkeit auf Seiten der Union-Fans. Das hätte das 2:1 sein müssen!
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Pünktlich zum Pausentee ging es dann im Gästebereich zur Sache. Behelmte Polizisten marschierten in den Aue-Block und es kam dort zu Rangeleien. Auf Grund der Pausenmusik und Pausenpilsette bekamen die meisten Zuschauer im Stadion gar nicht mit, was dort im Gästeblock geschah. Wer den Polizeieinsatz zur Kenntnis nahm, zeigte Unverständnis. "Es wird immer schlimmer!" beklagte sich ein Unionfan, der "seit 35 Jahren dabei ist." "Es ist doch totale Scheiße, wie Fans behandelt werden. Da kommen schon mal 800 Gäste an einem Freitagabend und dann erleben die in Berlin so einen Mist..."

"Fußballfans sind keine Verbrecher!", riefen die Aue-Fans ganz zaghaft, nachdem wieder Ruhe im Block eingekehrt war und die zweite Halbzeit beginnen konnte. Recht flott ging es auf dem Rasen weiter, Chancen gab es auf beiden Seiten. In ein Tor umzumünzen vermochte keines der beiden Teams, somit blieb es beim letztendlich gerechten Unentschieden. Dumm gelaufen war der Abend für einen Union-Anhänger, der in der 81. Minute vom oberen Bereich der Sitzplatztribüne einen leeren Bierbecher in Richtung Spielfeld warf. Nicht mit voller Wucht, aber immerhin. Direkt neben ihm standen zwei eigentlich allseits bekannte Zivilpolizisten, die ihn sogleich abführten. Der Fan konnte es kaum glauben und dachte, es sei ein Scherz. Beim Blick auf den gezeigten Dienstausweis verging ihm das Lachen. Auch nicht zum Lachen fühlte sich nach Spielende das Szenario vor dem Stadion an. Dunkelheit, nasskaltes Wetter und reichlich Polizei. Über 25 Mannschaftswagen parkten am Straßenrand, zahlreiche Einsatzkräfte sorgten dafür, dass ein möglicher Wutausbruch der Aue-Fans im Keim erstickt werden konnte.

Fotos: Marco Bertram

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