Auswärtssieg und Protestus Interruptus: Nürnberger doppelte Spielverderber bei Union Berlin!

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 27 Januar 2018    
 
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Glubb-Fans in Berlin-Köpenick
Foto: Felix

Die Nürnberger erwiesen sich heute als Spielverderber in Berlin. Und das in doppelter Hinsicht. Klar, da war das Ergebnis auf dem Platz - dank früher Führung und geschickter Verteidigung für den Rest des Spiels entführte der Club drei Punkte aus der Alten Försterei und kann weiter vom Aufstieg träumen während in Berlin wohl nun keiner ernsthaft mehr an selbigen glauben wird.

Die Eisernen sind sieglos seit Anfang November, als sie in letzter Sekunde glücklich den FC St. Pauli daheim bezwangen. Seitdem hagelte es fünf Pleiten und zwei Unentschieden. Zu planlos wirkt das Rasenschach auch unter dem neuen Cheftrainer André Hofschneider. Der hat zwar das System umgestellt (von 4-3-3- auf 4-2-2), eine neue Nummer eins erkoren (Daniel Mesenhöler statt Jakob Busk) und dem abwanderungswilligen Steven Skrzybski seinen Stammplatz zurückgegeben. Eine Verbesserung im Vergleich zum Fußball unter Jens Keller ist aber bisher nicht sonderlich sichtbar. 

Union

Zugegeben, die letzten Gegner waren allesamt harte Brocken: Ingolstadt, Kiel und Nürnberg sind die Top Teams der Liga - und mit Fortuna Düsseldorf wartet beim nächsten Heimspiel schon das nächste. Vorher reist Union noch zu Arminia Bielefeld, was ein realistischerer Gradmesser sein könnte. Mit dem Siegen sollten die Berliner spätestens dort beginnen, denn der Abstand nach unten ist so beruhigend auch nicht mehr.

Es war nicht alles schlecht auf dem grünen Rasen - nach der Führung verteidigte Nürnberg sehr konsequent, erlaubte Unions Akaki Gogia aber auch vier gefährliche Torschüsse in der ersten Hälfte. Union näherte sich dem gegnerischen Strafraum mit Pässen, statt wie oft in der Vergangenheit nur lange hohe Bälle auf Sebastian Polter zu spielen. Doch spätestens am gegnerischen Strafraum war Schluss und häuften sich die Fehlpässe.

FCU

Das Team wirkte dabei durchaus motiviert, die Spieler rannten, kämpften und grätschten was das Zeug hielt. Vielleicht ein wenig zu viel - Unions Abwehrchef Toni Leistner wurde mit gelb-roter Karte in Minute 83 zum Duschen geschickt, Philipp Hosiner und Nürnbergs Edgar Salli ereilte dasselbe Schicksal, nachdem sie kurz vor Schluss gar handgreiflich wurden.

Aber wo waren die Nürnberger denn heute nun noch Spielverderber? Unions aktive Fanszene organisierte heute ähnlich zu den 12:12 Protesten vor einigen Jahren einen Boykott für die ersten zwölf Spielminuten. In diesen sollten keine Zaunfahnen hängen, keine Flaggen geschwenkt werden, sollte keine Trommel ertönen, das Waldseite Banner blieb am Boden - das gesamte Arsenal war also eingetütet. Die Szene protestierte damit gegen unverhältnismäßige und uneinheitliche Regelungen, welches Fanwerkzeug in Stadien erlaubt ist und welches nicht. Gefordert wird die "bundesweite Freigabe sämtlicher Fanmaterialien" statt willkürliche Einschränkungen z.B. bei der Länge oder Anzahl von Fahnen, Auflagen für Choreographien etc. 

Protest

Es ist eines von mehreren Problemfeldern, die die Fanszenen in Deutschland identifiziert und bei den diversen Verbänden adressiert haben. Jetzt soll öffentlichkeitswirksam darauf hingewiesen werden, wohin solche Regelungen führen können. Und so sah die Alte Försterei für diese ersten 12 Minuten deutlich trister aus. Nach Flaggen und Zaunfahnen oder sonstigem Schmuck suchte man auch im Gästeblock vergebens. Zunächst jedenfalls. Als der aufgerückte Nürnberger Verteidiger Ewerton in der 11. Spielminute dann aber einen Eckball von Enrico Valentini direkt vor dem Gästeblock zum Tor des Tages in die Maschen köpfte, gab es dort plötzlich doch muntere Gesänge, Fahnen und Konfetti. Fast zwei Minuten zu früh! Die Nürnberger Fans machten sich eines akuten Falles von Protestus Interruptus schuldig.

Union

Und ernteten dafür Pfiffe von der Waldseite. Die konnte sich noch gut an die 12:12-Proteste erinnern. Im Dezember 2012 beim Spiel gegen Bochum köpfte Markus Karl schon in der dritten Minute die Berliner Führung.  Die Fans im Stadion an der Alten Försterei warteten aber geduldig ganze neun Minuten mit ihrem Torjubel und hielten durch.

Als nun also in der Gegenwart die 12 Minuten abgelaufen waren, explodierten auch Waldseite und Heimbereiche mit Fahnen und Konfetti und wurden die Zaunfahnen entrollt. Im Nürnberger Block besann man sich auch und entrollte die Forderung: "Taten statt Worte - Freigabe aller Fanutensilien bundesweit - jetzt!"

Glubb

FCN

Bilder und Texte wurden produziert für turus.net durch https://football-wildlife-media.com

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Nürnberg

Spielergebnis:
0:1
Zuschauerzahl:
21.734

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Was ein Skandal!!!

Was ein Skandal, dass die Nürnberger Fan-Szene fast 2 Minuten vorher anfängt Konfetti zu schmeißen und Fahnen zu wehen...Jetzt echt???
Ich mag eure Berichte echt, aber aus einer Mücke soooo einen Elefanten zu machen...Ich bitte euch!!!

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FCN!!!

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