1. FC Schweinfurt 05 vs. Eintracht Frankfurt: Das Leuchten im unterfränkischen Zauberwald

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 26 Oktober 2017    
 
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turus Fotostrecke
Pokalfiber im Schweinfurter Stadion ...
Foto: Sachseninformer

Dropbox-Alarm. Der Sachseninformer hat wieder was geliefert. Ein Blick auf die Bildauswahl. Halt dich fest! Das Auge fokussiert eine Aufnahme. Minutenlang könnte man sich dieses Foto anschauen. Ist es nicht schön? Wundervoll. Ästhetisch. Geheimnisvoll. Darf man das eigentlich öffentlich äußern, ohne gleich in eine Schublade mit den „sogenannten Fans“ geworfen zu werden? Das Bild, von dem ich spreche, könnte als Gemälde (oder auch einfach als gerahmtes Foto) in einer Galerie hängen. Bei einer Vernissage - wir schreiben das Jahr 2054 - würden die Besucher mit dem Wein in der Hand mit staunenden Augen vor dem Bild stehen. Ein Stadion aus einer anderen Epoche. Hinter den Rängen die Baumreihe, im dunklen Abendhimmel versprüht eine Rakete gerade die Funken und farbigen Kugeln. Was für ein Moment! Es wirkt, als läge Schnee auf der Tartanbahn, doch es sind zahlreiche sich kringelnde Papierschlangen. Auf den flachen Rängen leuchten die roten Fackeln, am Zaun wurden transparente Logos des Vereins angebracht. Eintracht Frankfurt. Dazu ein fettes „Ultras“. Im Jahr 2054 wird man sich fragen, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Ältere werden Erklärungen finden und mit dem „Es war einmal …“ die anderen Umstehenden über die Hintergründe informieren. „Aber es war nicht Krieg, oder?“, wird einer der Vernissage-Besucher fragen. „Ja und nein. Es war Krieg gegen den Verband, den es seit 2045 in dieser Form nicht mehr gibt, und die Behörden. Doch vielmehr war es Kultur. Und aus diesem Grund hängt dieses Bild in dieser Galerie!“ Raunen im Saal. Sekt wird nachgeschenkt, und die Gäste laufen zum nächsten großformatigen Bild. „Und wer ist das?“, „Ein Capo, ein Vorsänger, der mit freiem Oberkörper, die Massen anheizte“, „Klingt interessant, und hat man damals vor 40 Jahren als Mann immer solche Unterhosen getragen?“, kichert eine Dame und nippt gleich noch mal am Gläschen…

SGE

Zurück in der Gegenwart. Unser Fotograf „Sachseninformer“, der nicht so heißt, weil er ständig aus dem Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion berichtet, sondern ursprünglich aus Sachsen stammt, war - wie auch der Steven aus dem Saarland - vor Ort beim DFB-Pokalspiel 1. FC Schweinfurt 05 vs. Eintracht Frankfurt. Ausverkaufte Ränge. Ein altehrwürdiges Stadion. Eine interessante Begegnung zweier Fanlager. Das versprach farbenfroh zu werden - und das wurde es auch. Pyronale infernale in den beiden Kurven. Gleich zu Beginn der Partie pflegten die angereisten Eintracht-Fans ihre Tradition. Pokal?! Mal ein anderes Stadion?! Eine offene Kurve?! Feuer frei! Kein Dach über dem Kopf - die Raketen konnten ungehindert gen Abendhimmel steigen. Im späteren Verlauf zeigte auch die Fanszene aus der Kugellagerstadt, dass für die „Schnüdel“ die Pyrotechnik ebenfalls ein Element ihrer Fankultur ist.

Schnüdel

Auf den Rängen gab es ein Remis, auf dem Rasen konnte sich indes der Bundesligist vom Main gegen den Regionalligisten aus der unterfränkischen 52.000-Einwohner-Stadt, in der einst im 19. Jahrhundert Kugellager, Rücktrittbremse und Fahrradfreilauf erfunden wurden, mit 4:0 durchsetzen. Nach einer Viertelstunde brachte die Eintracht über den linken Flügel kommend den Ball scharf rein, Strohmeier wollte mit dem Fuß klären, doch wurde der Ball ungewollt zu Haller weitergegeben, der nur noch einnicken brauchte.

Schweinfurt

Den zweiten Treffer des Abends gab es nach knapp einer Stunde zu sehen. Sebastian Haller konnte sich allein durchsetzen und schloss konsequent ab. Quasi die Entscheidung fiel nur fünf Minuten später. Schnell wurde der Ball nach vorn gespielt, einmal quer rüber zu Marius Wolf, und dieser brachte das Spielgerät platziert unter. Bitter für Schweinfurt, das vor dem 0:2 noch die große Chance zum Ausgleich hatte. So aber war nun das Spiel gelaufen, in der 85. Minute setzte Danny Blum locker flockig den Schlusspunkt zum 4:0 für Eintracht Frankfurt.

Kovac

So weit, so gut. Hier noch ein paar Impressionen, die wie eingangs erwähnt im Jahr 2054 in der Galerie hängen werden. Bis dahin können sie hier auf der Seite bestaunt werden. Solange der Server hält, bis das Netz uns scheidet… ;-)

SGE

Schnüdel

SGE

Schweinfurt

SGE

Schnüdel

Fotos: Sachseninformer, Steven Mohr

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Schweinfurt 05

> zur turus-Fotostrecke: Eintracht Frankfurt

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
0:4
Zuschauerzahl:
15.000
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Herausragend!

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Es leuchtet so schön, es leuchtet so hell.

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Photographies exquises :-))))

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