Zesdaagse van Amsterdam 2013: Rückblick auf UIV-Cup und Elite, Abschied von Schep

AM Updated 10 November 2013
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SchepDas Sechstagerennen in Amsterdam, vergangene Woche vom 21. – 26. Oktober, bildete den Auftakt der insgesamt acht Sechstagerennen, die sich unter dem Dach der Union Internationale des Vélodromes kurz UIV zusammengeschlossen haben. Das Vélodrome van Amsterdam bietet Platz für ungefähr 2000 Zuschauer. Somit ist das 6Daagse van Amsterdam eher eine kleine Veranstaltung, bei der vor allem der Sport im Mittelpunkt steht. Obwohl zeitgleich im französischen Grenoble eine Veranstaltung über vier Tage stattgefunden hat, ist es den Veranstaltern gelungen, ein aus sportlicher Sicht sehr attraktives Fahrerfeld zusammenzustellen. 

Für die meisten Fahrer ist Amsterdam jedoch nach einer kleinen Trainingspause der Einstieg in die neue Saison oder der Umstieg von der Straße auf die Bahn, wo es erst einmal heißt, wieder in den richtigen Bahntritt zu kommen. Andere wie der Belgier Kenny de Ketele, der Deutsche Leif Lampater, der Niederländer Wim Stroetinga oder die beiden US-Amerikaner Gay East und Daniel Holloway waren schon im sonnigen Kalifornien bei den Hollywood Championships und oder bei den Europameisterschaften im niederländischen Apeldoorn auf dem Holzoval unterwegs.

aufs RadInsgesamt lieferten sich fünf Teams, bzw. in den ersten beiden Nächten waren es sogar noch sieben, ein spannendes Kopf an Kopf Rennen bis zur letzten Nacht, von denen jedes klare Chancen auf den Gesamtsieg hatte. Somit war klar, dass auf den letzten Runden der letzten großen Jagd die Entscheidung fallen würde. Der Belgier, Weltmeister des vergangenen Jahres, Kenny de Ketele mit seinem Partner Gijs van Hocke, ließ in der vorletzten Nacht extra seinen eigenen Fanclub anreisen, die in der Steilkurve vor der Gegengeraden für reichlich Stimmung in den letzten beiden Nächten sorgten. Und so peitschten sie lautstark ihren Liebling im pinkfarbenen Trikot mit der schwarzen 4 auf dem Rücken über die finalen Runden durch das Velodrome van Amsterdam, so dass dieser an der Seite von Gijs van Hocke mit einer Doublette auf den letzten Runden zum Sieg fuhr.

AmsterdamNur der Deutsche Leif Lampater mit seinem niederländischen Partner Raymond Kreder war am Ende mit dem Siegerteam in der Nullrunde. In der Zweiten Nacht eroberten die beiden sogar die Spitze, mussten sie aber in der dritten Nacht wieder abgeben.
Das Siegerteam de Ketele – van Hocke hatte jedoch im Verlauf der 6 Nächte so viele Punkte gesammelt, dass sie sich im Finale voll auf den entscheidenden Rundengewinn konzentrieren konnten. Damit ging der Zweite Platz an den Fahrer vom Rudy Project Racing Team Irschenberg Leif Lampater, der mit dem Garmin Sharp Profi Raymond Kreder für Hochspannung bis zur letzten Minute sorgte.

AmsterdamDie beiden Niederländer Jens Mouris und Wim Stroetinga übernahmen in der vorletzten Nacht die Führung mit einer Runde Vorsprung und waren auch nach Punkten dem belgischen Duo verdammt dicht auf den Pelz gerückt. Doch schon in der fünften Nacht nagte die Müdigkeit sehr deutlich an dem hoch aufgeschossenen Profi vom Team Orica GreenEdge Jens Mouris. Im Finale verpassten sie es, den entscheidenden Vorstoß von de Ketele und van Hocke zu kontern und so blieb ihnen am Ende der dritte Rang.
Der Berliner Marcel Kalz, wie Leif Lampater in den Diensten des Rudy Project Racing Teams unterwegs, war mit seinem Partner Pim Ligthart, dem niederländischen Profi - noch in den Diensten des Teams Vacansoleil DCM, recht verhalten mit Platz 6 in der ersten Nacht gestartet. Sie arbeiteten sich aber kontinuierlich weiter nach vorn und übernahmen in der 4. Nacht die Gesamtführung. Mit einer Runde Rückstand auf die beiden führenden Teams und 29 Punkte hinter Mouris und Stroetinger, landete die niederländisch – deutsche Kombination am Ende auf dem 4. Platz.


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Der Altmeister und Doppelolympiasieger von Sydney, Robert Bartko vom LKT Team Brandenburg durfte in Amsterdam ein wenig den Lehrmeister für den jungen Niederländer Barry Markus mimen. Der 22jährige Markus war 2012 vom niederländischen Rabobank Nachwuchsteam zum Erstligisten Vacansoleil DCM gewechselt und wird ab 2014 für das Team Belkin in die Pedalen treten.

Beide nisteten sich bereits in der ersten Nacht auf Platz 7 ein und beendeten das Rennen auch in der 6. Nacht auf diesem Rang mit 8 Runden Rückstand auf die beiden Führungsduos. Der Australier Luke Roberts, mittlerweile im nordrhein-westfälischen Kerpen beheimatet und im Dienste des Teams Stölting tätig belegte an der Seite seines Landsmannes Aaron Gate Platz 11.

UIV CupIm UIV Cup hatte das Rudy Project Racing Team Irschenberg mit Achim Burkart ebenfalls einen Fahrer im Rennen. Burkart legte an der Seite des Neuseeländers Luke Ockerby einen sehr starken Auftritt in Amsterdam hin. Sie belegten hinter den beiden Tschechen Jan Kraus und Denis Rugovac Rang 2. Die beiden Spitzenteams waren im UIV Cup von Amsterdam eine Klasse für sich und distanzierten den Rest des Feldes deutlich mit 5 bzw. 4 Runden. Leider musste die deutsch – neuseeländische Kombination gleich in der ersten Nacht einen Rundenverlust auf das tschechische Spitzenteam hinnehmen. Trotz kämpferischer und sehr offensiver Fahrweise rückten Burkart und Ockerby den beiden Tschechen nach Punkten zwar bis auf Gleichstand sehr nahe, konnten sich aber die Runde nicht mehr zurück holen.

Trotzdem war es schön mit anzusehen, dass Achim Burkart im Vorderfeld der U23 Fuß gefasst hat, was sicherlich der guten Aufbauarbeit mit vielen guten Lehrmeistern im Rudy Project Racing Team zu verdanken ist. Mit Nico Heßlich wechselt in diesem Jahr ein Fahrer aus dem Team vom U23 Bereich in die Garde der Männer Elite und es wird sicherlich spannend zuzusehen, wie er im Konzert der „Großen“ aufspielen wird.

SchepEin weiterer schöner Höhepunkt des letzten Abends war die Verabschiedung eines der erfolgreichsten Bahnfahrers und Sechstagespezialisten der vergangenen Jahre. Mit Peter Schep verlässt eine wahre Legende den Six Days Zirkus. Zuletzt war der Niederländer im Januar an der Seite von Roger Kluge erfolgreich beim 102. Berliner Sechstagerennen.
So ließen es sich viele Wegbegleiter und Freunde wie Danny Stam, Robert Slippens, Wim Stroetinga und Jens Mouris nicht nehmen, ihn in einem Derny Rennen auf dem Lattenoval des Vélodrome van Amsterdam zu begleiten. Im Anschluss nahm Peter Schep die Glückwünsche als Sieger seines letzten Rennens hinter Schrittmacher Ron Zijlaard von einem der erfolgreichsten Radsportler aller Zeiten, sowohl auf der Bahn wie auch auf der Straße, Patrick Sercu entgegen. „Van Harte Bedankt Peter Schep!“

Fotos: Arne Mill

> zur turus-Fotostrecke: Zesdaagse van Amsterdam 2013

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