Toller Prologauftakt In Weimar zur fünftägigen Deutschland Tour

Toller Prologauftakt In Weimar zur fünftägigen Deutschland Tour

 
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BM 26 August 2022

Große Vorfreude auf die Deutschland Tour herrschte schon vor Beginn bei der einleitenden Pressekonferenz, u.a. mit Wolfgang Tiefensee, dem Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft des Freistaates Thüringen, und Rennleiter Fabian Wegmann. Ihren Worten war zu entnehmen, dass hohe Erwartungen an diese Tour geknüpft sind und man mit einem spektakulären Event den Radsport in Deutschland voranbringen will. „Die Weltklasse ist u.a. mit dem Italiener Filippo Ganna von INEOS Grenadiers, dem Australier Caleb Ewan von Lotto Soudal oder dem in dieser Saison schon 11 Mal siegreichen Niederländer Olav Kooij von Jumbo-Visma vertreten und auch den Vorjahressieger Nils Politt von BORA-hansgrohe sollte man nicht vergessen“, sagte Fabian Wegmann mit seinen einleitenden Worten, dabei durchaus optimistisch vorausschauend.

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Herrliches Wetter, eine großartige Zuschauerkulisse, einfach ein toller Start für die Deutschland Tour, die leider für Phil Bauhaus von Bahrain-Victorious aufgrund einer Corona-Infektion schon beendet war bevor sie begann. Somit gingen 119 Fahrer verteilt auf 20 Teams an den Start und die erste Bestzeit fuhr der junge, 21-jährige Deutsche Henri Uhlig von Alpecin-Deceuninck, der für die 2,6 km eine Zeit von 3:07,02 Minuten realisierte. Und die deutschen Nachwuchsfahrer schlugen sich weiterhin prächtig, belegten am Ende in dem hochkarätigen Feld hervorragende Platzierungen. 

 

So wurde der 22-jährige Kim Heiduk von INEOS Grenadiers Zehnter, der 21 Jahre alte, gebürtige Berliner Maurice Ballerstedt von Alpecin-Deceuninck belegte Platz 13 und der 23-jährige Felix Groß vom UAE Team Emirates, in diesem Jahr vom Sturzpech verfolgt, landete auf dem 15. Platz. „Der Prolog stand schon in meinem Fokus, während ich ansonsten für meinen Kapitän George Bennett aus Neuseeland Helferdienste leisten werde“, gab er uns vor dem Rennen zu verstehen. Bei den kommenden Bahnweltmeisterschaften will er teilnehmen und rechnet dabei mit Einsätzen in der Einer- und Mannschaftsverfolgung. 

 

Dem großen Talent Maurice Ballerstedt konnten wir unmittelbar nach dem Prolog ein kurzes Statement abringen. „Ich bin mit meinen bisherigen Leistungen in dem auf hohem Niveau fahrenden Team sehr zufrieden. Es war die bisher beste Entscheidung meines Lebens hier zu fahren. Bei den demnächst anstehenden Straßenweltmeisterschaften wollte ich nicht wie vorgesehen als Ersatzmann starten und so werde ich stattdessen mit meinem Team noch weitere Rennen fahren“, bekannte der selbstbewusste Youngster uns gegenüber durchaus nachvollziehbar. Im Team der Deutschen Nationalmannschaft ging dieses Mal der ebenfalls gebürtige Berliner Simon Geschke von Cofidis an den Start, für den diese Tour einen besonderen Leckerbissen bereithält. Die dritte Etappe von Freiburg im Breisgau, seinem jetzigen Wohnsitz, führt über 148,9 km nach Schauinsland und dürfte maßgeschneidert für Simon Geschke sein. „Diese Etappe nahezu vor meiner Haustür habe ich natürlich im Visier, wo mir die Streckenführung mehr als vertraut ist“, blickt der unverändert vollbärtige Simon Geschke der Etappe mit gesundem Optimismus entgegen. Nach seiner überragenden Leistung bei der Tour de France mit dem sensationellen zweiten Platz in der Bergwertung, war er einer der beim Publikum gefragtesten Starter in Weimar.

 

Bei der Deutschland Tour auch dabei zur Unterstützung seines Kapitäns Caleb Ewan aus Australien im Team Lotto Soudal ist der in Berlin lebende Roger Kluge, der Inbegriff eines Modellathleten. Erst kürzlich in einem legendären Rennen auf der Bahn mit seinen kongenialen Partner Theo Reinhardt im Madison einen Start-Ziel-Sieg bei den European Championships in München landend, ist er unmittelbar danach gleich wieder auf der Straße im Einsatz. Aus diesem Holz sind echte Radsportler geschnitzt, von denen es heutzutage leider nur noch sehr wenige gibt. „Mal sehen, wie es heute läuft, aber ich rechne mir schon etwas aus“, ging Roger Kluge durchaus ambitioniert auf die kurze Strecke und erreichte am Ende mit Platz 22 ein gutes Ergebnis. 

 

Am Ende durfte sich der favorisierte Weltmeister Filippo Ganna als Prologsieger das rote Führungstrikot überstreifen. Mit einer Zeit von 2:56 Minuten war er zwei Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Niederländer Bauke Mollema von Trek-Segafredo, der wiederum Nils Politt mit einer weiteren Sekunde auf den dritten Platz verwies. Sie waren letztlich die einzigen, die den Prolog mit einer Zeit von unter drei Minuten absolvierten. Riesiges Pech hatte Olav Kooij, der mit der bis zur Hälfte des Rennens besten Zwischenzeit stürzte und am Ende nur den letzten Platz belegen konnte. 

Der Auftakt der Deutschland Tour ließ nichts zu wünschen übrig und zeigte einmal mehr, dass Radsport hier durchaus Zukunft hat. Eine Ausdehnung der Rundfahrt auf vielleicht sieben Tage sollte einmal von den Veranstaltern in Betracht gezogen werden, um in Zukunft die bei den Fahrern nicht beliebten Transfers wie in diesem Jahr von Marburg nach Freiburg vermeiden zu können. 

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Bernd Mülle, Arne Mill (Archiv)

 

 

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