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Danish Dynamite bei den Six Day Berlin: Dänemark dominiert die zweite Nacht

 
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BM 26 Januar 2019
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Bevor die Hauptakteure wieder ins Geschehen eingriffen, waren zunächst wieder die Nachwuchsfahrer der Klasse U 17 im Einsatz mit zwei Punktefahren und dem Finale als Dänisches Punktefahren sowie die Klasse U 23 mit einem Madison über 40 Minuten. Hier gab es leider einen folgenschweren Sturz, der dem Berliner Elias Richter zur Aufgabe zwang, der mit seinem Partner Max Gehrmann die Gesamtwertung bis dato anführte. Damit verloren sie ihre Führung und es ist fraglich, ob Elias Richter das Rennen morgen fortsetzen kann. Auf sich allein gestellt fuhr Max Gehrmann das Rennen zwar zu Ende, verlor dabei aber eine Runde, so daß die beiden Berliner in der Gesamtwertung auf Platz fünf zurückfielen. Tagessieger wurden die Tschechen Petr Kelemen/Jan Vones, während die Gesamtwertung nunmehr die Dänen Arne Birkemose/Anders Fynbo vor den rundengleichen Polen Filip Prokopyszyn/Damian Slawek anführen. Bei der U 17 dominierten einmal mehr die Dänen Philip Mathiesen und Gustav Wang, die mit jeweils 118 Punkten gemeinsam an der Spitze der Gesamtwertung zu finden sind vor dem Berliner Henning Sage, der 108 Punkte auf seinem Konto hat.

Danach ging es wie immer Schlag auf Schlag, die Mannschaftsausscheidung der Frauen gewannen die überragend fahrenden Däninnen Julie Leth/Trine Schmidt vor den Italienerinnen Elena Cecchini/Barbara Guarischi und dann waren in der kleinen Jagd über 30 Minuten die Österreicher Andreas Graf/Andreas Müller erfolgreich, obwohl ihnen ein noch zusätzlicher Rundengewinn nicht mehr gelingen wollte. Es folgten die Sprinter mit dem Rundenrekordfahren und einem weiteren Sieg von Maximilian Levy, der auch diesmal den Sprint gewann und mit François Pervis und Anton Höhne im Teamsprint ebenfalls erfolgreich war. Am Ende triumphierte mit Anton Höhne ein junger, couragiert auftretender Fahrer im Keirin und bewies damit, dass seine erstmalige Verpflichtung für den Wolfram Champions Cup durchaus einen Gewinn für den weiteren Verlauf des Sprinter-Cups darstellt. Die Führung in der Gesamtwertung hat Maximilian Levy mit 98 Punkten inne, dessen Vorsprung vor dem Russen Denis Dmitriev, der 77 Punkte erspurtet hat, schon recht komfortabel ist.

 

Zwei weitere Höhepunkte reihten sich mit der Mannschaftsausscheidung der Profis und dem Madison der Frauen aneinander, wo zunächst der Niederländer Wim Stroetinga mit dem Belgier Robbe Ghys siegte und dann die überragenden Däninnen Julie Leth/Trine Schmidt das 20 km Madison souverän für sich entschieden. „Die beiden fahren in einer anderen Liga“, gab uns Lea Lin Teutenberg zu verstehen, „ich bin aber mit dem Verlauf des gestrigen Omniums zufrieden gewesen, wenngleich mir am Ende im Punktefahren einige Körner fehlten. Das erstmals mit Katharina Hechler bestrittene Madison lief auch gut und altersmäßig passen wir gut zueinander, es ist durchaus eine Option für die Zukunft. Die Zuschauer hier in Berlin sind super und verbreiten eine tolle Atmosphäre, es macht einfach Spaß“, stellte das junge Talent abschließend fest. Sie liegt nach dem zweiten Tag in der Gesamtwertung auf Platz 12 und ist damit beste deutsche Fahrerin, während Trine Schmidt und Julie Leth souverän in Führung liegen. Auf Platz 5 gibt auch die sympathische Italienerin Elena Cecchini eine gute Figur ab, wenngleich sie aufgrund ihrer geringen Erfahrung auf der Bahn eher vorsichtig agiert, ganz im Gegenteil zu ihrem Lebensgefährten Elia Viviani, dessen Fahrweise wir gerade erst beim Genter Sechstagerennen bewundern konnten.

 

Vor der abschließenden großen Jagd über 45 Minuten siegten noch der Brite Andrew Tennant und Roger Kluge in den beiden Rennen hinter dem Derny, während es im Punkterennen fast ausschließlich zu einem Duell der Berliner Teilnehmer kam. So siegte Sebastian Schmiedel souverän vor dem Russen Sergei Rostovtsev, dann landete auch Maximilian Beyer auf einem guten dritten Platz und hinter dem Niederländer Maikel Zijlaard belegte auch Jungtalent Calvin Dik noch den 5. Platz. In der Jagd ging es dann erneut zur Sache und abermals zeigten sich hier einige Teams in hervorragender Verfassung, mit denen vor Beginn der Six Day Berlin nicht unbedingt gerechnet werden konnte. Mit ihrem Sieg in der Jagd übernahmen die starken Dänen Marc Hester/JesperMörköv auch die Führung in der Gesamtwertung vor den rundengleichen, sensationell fahrenden Österreichern Andreas Graf/Andreas Müller. Das Feld der mit nur einer Verlustrunde folgenden fünf Teams führen die Weltmeister Roger Kluge/Theo Reinhardt an und zu diesen Teams gehören mit Henning Bommel/Kersten Thiele (5.), der niederländisch-belgischen Kombination Melvin van Zijl/Jules Hesters (6.) und den Polen Wojciech Pszczolarski/Daniel Staniszewski (7.) eher Außenseiter, die aber bislang durch aggressive Fahrweise nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht haben.

 

Noch ein Wort zum Publikum: der zweite Abend war zwar nicht ausverkauft, aber in Anbetracht parallel laufender Topveranstaltungen wie die Handball-Weltmeisterschaft mit dem Spiel Deutschland gegen Norwegen und Bundesliga-Fußball mit Hertha BSC gegen Schalke 04 im Olympiastadion war die Zuschauerresonanz durchaus bemerkenswert und die Stimmung auf den Rängen ausgezeichnet. So kann es in der Samstagnacht weitergehen!

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill (frontalvision.com)

 Fotos von den Six Day Berlin 2019 zum Herunterladen bei frontalvision.com

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Six Days
Name des Radrennens
Berliner Sechstagerennen
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Zuschauer

Stimmung ausgezeichnet....? Unterirdisch für 6 Tage Rennen trifft es wohl eher

Grüsse

K
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