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Unterwegs im Land der Pharaonen 11 Jun 2019 07:07 #40691

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Bereit für die nächste Fahrt über den Nil von Luxor nach Theben West. (Februar 1996)

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Unterwegs im Land der Pharaonen 19 Jun 2018 13:18 #37454

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18-Jähriger aus München besteigt Cheops-Pyramide

www.youtube.com/watch?v=uuO_uCEBLh4

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Re: Unterwegs im Land der Pharaonen 17 Mai 2008 18:43 #8080

Das hier habe ich erst eben entdeckt.
Noch eines dieser vielen Tagebücher hier im Board.
Werde ich mal an der Uni ausdrucken und zumindest querlesen! :wink:

LG Anke
immer fein sauber bleiben ;-) <img src="{SMILIES_PATH}/icon_wink.gif" alt=";-)" title="Wink" />;-)

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Re: Unterwegs im Land der Pharaonen 05 Apr 2008 15:51 #7854

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Wann gibt es die versprochenen Fotos aus Egypt?

H.F.

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Re: Unterwegs im Land der Pharaonen 18 Feb 2008 17:47 #7559

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32.-42. Tag: Dahab - Kairo

Der Kreis ist geschlossen, ich bin zurueck in Kairo und morgen frueh geht es zurueck nach Deutschland.

Von Dahab ging es zunaechst zurueck nach Suez und von hier aus zwei Tage entlang des Suezkanals nach Port Said am Mittelmeer. Na ja, es ging nicht direkt am Kanal entlang, aber fast immer in Sichtweite, so dass ich die Schiffe sehen konnte, wie sie durch die Wueste fahren. Direkt am Kanal verlaeuft auch eine Strasse und das fast ohne Verkehr. In Deutschland haette man daraus sofort einen Rad-Wanderweg gemacht, doch hier hindert das Militaer Auslaender am Befahren der Strasse. Ich musste mir also die Hauptstrasse wie gewohnt mit LKWs, Busssen und Eselskarren teilen.

Auf halber Strecke liegt Ismailia und am Anfang (oder Ende) des Kanals Port Said. Beide Staedte unterscheiden sich deutlich von den anderen aegyptischen Staedten. Hier sieht man noch viel vom Einfluss, den die Briten hinterlassen haben, als sie den Kanal noch unter ihrer Kontrolle hatten. In beiden Staedten gab es sogar einen richtigen Supermarkt, fast wie zu Hause. Unterwegs habe ich nur immer kleine Laeden gefunden, die eigentlich mehr einem Kiosk entsprechen. Aber auch hier bekommt man alles, was der durchschnittle aegyptische Haushalt und der hungrige Radfahrer braucht.

In Port Said sollte urspruenglich auch die Freiheitsstatue stehen, doch nachdem der Kanal fertig war, fehlte Aegypten das Geld um die Statue zu verkaufen. Und deshalb steht sie heute in New York, was vielleicht auch besser so ist, weil hier haette der Zahn der Zeit schon mehr an ihr genagt und sie haette unter Umstanden schon ihre Fackel oder Krone verloren.

Durch das weite flache Nildelta ging es nach Alexandria. 331 v.Chr. von Alexander dem Grossen gegruendet entwickelte sich die Stadt schnell zur bedeutensten Metropole der damals bekannten Welt. Hier stand u.a. der Turm von Pharos, eines der sieben Weltwunder, und die damals groesste Bibliothek befand sich hier. Alexandria ist immer noch gross, doch von der einstigen Pracht ist nichts mehr (viel) zu sehen. Geblieben ist die Strasenbahn.

Wer immer einmal nach Alexandria kommt darf auf keinen versaeumen damit zu fahren. Hier merkt man noch, das die Raeder aus Stahl sind und die Schienen noch per Hand verlegt wurden. Aircondition gibt es auch, da sich nicht immer alle Tueren schliessen lassen. Zugegeben, zu Fuss ist man oft schneller, doch ein Erlebnis ist es alle Mal. Leider gibt es keine Tagestickets zu kaufen, man ist daher auf Einzelfahrscheine angewiesen. Bezahlen muss man beim Schaffner, der durch den Wagon laeuft. Das Ticket kostet ca. 0.03 Euro.

Zurueck in Kairo habe ich mir jetzt natuerlich auch die Pyramiden angeschaut. Die drei beruehmten Bauwerke, ebenfalls Teil der sieben Weltwunder, und das einzige der sieben was noch existiert, liegen direckt am Stadtrand von Kairo. Auch wenn verstaendlicherweise dort viele Touristen sind, sind sie ein absolutes Muss einer Reise und meiner Meinung nach das Beeindruckenste was es hier zu sehen gibt - und Aegypten bietet viel. U.a. gibt es noch ueber 70 weiter Pyramiden entlang des Nil.

Die Reise geht nun zu Ende und zurueckbleiben vielfaeltige Eindruecke. Viele Sehenswuerdigkeiten aus der Zeit der Pharaonen saeumen den Nil. Grosse Unterschiede im Lebensstand zwischen den Staedten und Doerfern praegen das Land. Unterschiedliche Landschaften weist Aegypten auf und macht es dadurch interessant zu bereisen.

Viel offene Fragen bleiben noch. Neben der Frage, wie man die Pyramiden gebaut hat bleibt die Frage offen, warum die Aegypter lieber auf der Strasse spazieren gehen, als auf dem Buergersteig, oder warum man im Dunkeln lieber ohne Licht als mit Licht faehrt. Diese Fragen werden die Wissenschaft wahrscheinlich noch lange beschaeftigen.

Jetzt muss ich mich erst einmal wieder umgewoehnen. Was mir fehlen wird, ist die staendige Frage "Where are you from", "What is your name" und "Welcome to Egypt". So freundlich das auch gemeint ist, doch wenn man das tausendmal am Tag hoert, reicht es irgendwann auch. Auch den Ruf des Muezzin werde ich vermissen, der mich fast taeglich gegen 5:30 geweckt hat.

Das war es aus Aegypten - bis zur naechsten Tour

Bernhard




foto von: [url:38cc2tw4]de.wikipedia.org/wiki/Kairo[/url]

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Fotos kommen bald 12 Feb 2008 13:09 #7522

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Hallo liebe Ägypten-Freunde,

Bernhard hat mir per Mail soeben mitgeteilt, dass es in Kürze auch Fotos von der Ägypten-Tour geben wird.

Wir sind alle gespannt,

viele Grüße Marco

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Re: Unterwegs im Land der Pharaonen 08 Feb 2008 13:03 #7499

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19.-31. Tag: Assuan - Dahab

Ich weiss, ich bin mit dem Update meiner Reise durch das Land am Nil lange ueberfaellig, aber das lag nicht an mir. Irgendwo im Mittelmeer war ein Telefonkabel gerissen und deshalb gab es in Aegypten und vier anderen Laendern in Nah-Mittelost kein Internet bzw. kein Telefonkontakt nach Europa.

Assuan musste ich nach zwei Tagen wieder verlassen, weil zumindest die Hotels fuer meinen Geldbeutel, wegen Ferien in Aegypten alle ausgebucht waren. Kurzerhand habew ich mich auf einer Feluka, dem traditionellen Nil-Segelschiff, mit dem schon die Leute zu den Zeiten der Pharaonen unterwegs waren, eingschifft. Zwei Tage ging es den Nil runter, eine Strecke, die ich zuvor noch in einem halben Tag mit dem Rad zurueck gelegt habe. Es ist eben alles etwas gemuetlicher. Das Leben an Bord haette auch gemuetlich sein koennen. Man verbringt den ganzen Tag, unter einem grossen Sonnensegel liegend, und geniesst das Leben vom Nil aus. Wie gesagt haette es alles so schoen sein koennen, doch leider war der Wind recht kuehl, so dass man an Bord doch arg gefroren hat. In den heissen Sommermonaten ist so eine Tour mit Sicherheit eine angenehme Abwechslung. Ich habe mich immer auf die Nacht gefreut, zum einen wird dann nicht mehr gesegelt und es ist nicht mehr so windig und zum anderen liege ich dann in meinem warmen Schlafsack und kann die Sterne ueber mir zaehlen.

Radfahren musste ich nach diesen zwei Tagen auch wieder. Dieses Mal ging es den Nil runter, allerdings auf der anderen Nilseite - Abwechslung muss schliesslich sein. In Qena bin ich dann vom Nil weg und durch die Wueste ans Rote Meer. Die Wueste hat mir sehr gut gefallen. Zunaechst die endlose Weite und dann die Berge haben ihren besonderen Reiz, dazu kaum Autoverkehr, keine lauten Staedte und keine Menschen. Eine ganz andere Seite Aegyptens.

Und ein ganz anderes Aegypten zeigte sich mir am Roten Meer, das, und hier muss ich bestimmt einige Leser enttaeuschen, gar nicht rot ist. Hier ist bzw. wird der ganze STrand mit Hotelanlagen zugebaut. Ueber 200-300 km reiht sich eine Baustelle an die andere. Zugang zum Meer gibt es nur noch durch die Hotels - und das kostet. Ausser surfen und tauchen sind die Moeglichkeiten sehr beschraenkt. Selbst am STrand liegen ist bei den Windverhaeltnissen auf Dauer kein Vergnuegen.

Der Wind zwang mich schliesslcih auch dazu, die 400 km von Hurghada nach Suez mit dem Bus zurueckzulegen. Tags zu vor habe ich noch fuer die 60 km uber 6 Stunden gebraucht - irgendwo hoert der Spass dann auf.

Von Suez ging es auf den Sinai. Und die einzige Strassenverbindung fuehrt durch einen 1,6 km langen Tunnel unter dem Suezkanal hindurch. Und damit ich da auch sicher durch kam, hat die Polizie hinter mir erst einmal den Verkehr aufgehalten.

Auf der anderen Seite hat der Wind dann wieder auf mich gewartet. Dieses Mal war er allerdings einig ueber die Richtung und so ging es entlang der Kueste mit viel viel Rueckenwind. Doch auch alles Angenehme hat mal ein Ende und dieses Mal war ich wieder selber Schuld, ich wollte naemlich zum beruehmten Katharinenkloster, welches einsam in den Bergen des Sinai liegt.

1,5 Tage ging es stetig bergauf und hier war ich dann ganz alleine unterwegs, nur gelegentlich kam mal ein Auto vorbei und Doerfer gibt es auch kaum noch welche. Stattdessen sah ich in der Ferne immer wieder Beduinen auf ihren Kamelen.

Seit dem 6. Jh. liegt das Katharinenkloster, an der Stelle wo Gott aus dem brennenden Dornbusch zu Moses sprach, abgeschieden in wunderschoener Lage zwischen zwei Bergen eingezwaengt. Kamen frueher die Pilger und Besucher noch zu Guss oder auf dem Kamel, werden sie heute mit Bussen aus Sharm-el-Sheick und den anderen Badeorten an der Ostkueste des Sinais herangekarrt. Taeglich besichtigen rund 1000 Touristen das Kloster, wovon nur die Basilika und das Beinhaus zugaenglich sind. Fuer mich war die Masse der Touristen ein Alptraum.

Inzwischen bin ich in Dahab, an der Ostkueste des Sinais, angekommen. Hier kommt man hin zum Tauchen und hier gibt es alles was der Pauschaltourist braucht: Souvenirlaeden, Pizza, Pasta, Wiener Schnitzel und Bier. Auch aegyptisches Essen gibt es, doch bezahlt man gleich den 8-fachen Preis fuer Felafel und Kuschari. Ich geniesse es trotzdem hier, endlich mal wieder in einem gemuetlichen Kaffee zu sitzen und Bier anstatt Tee zu trinken. Und eine gute Pizza ist nach 4 Wochen Felafel, Kuschari und Haehnchen auch nicht schlecht.

Bis zum naechsten Mal

Bernhard

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