Luckenwalde vs. Babelsberg: 1312 Zuschauer sehen klaren Favoritensieg

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 14 Oktober 2012    
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LuckenwaldeMit zehn Minuten Verspätung wurde das Spiel angepfiffen. Kurz vor 14 Uhr standen immer noch rund einhundert Zuschauer an der Kasse. Manch ein Luckenwalder Fußballfreund ließ es ruhig angehen und ging erst auf dem letzten Drücker zum Stadion. Pünktlicher waren die Jungs von der Luckenwalder Nordkurve und der Gästeanhang, der im heimischen Karli größtenteils ebenfalls in der sogenannten Nordkurve beheimatet sind. Kurven gibt es eigentlich keine. Nicht im Karl-Liebknecht-Stadion und auch nicht im Werner-Seelenbinder-Stadion. Beide Fußballschauplätze bestehen aus geraden Rängen und Tribünen. Sei wie es sei, für ein wenig Stimmung war gesorgt. Für gute Laune sorgten zudem die durchaus schmackhaften Bratwürste für 1,50 Euro, das Bier für zwei Euro und der Glühwein für 1,50 Euro. 

LuckenwaldeInsgesamt 1312 Zuschauer fanden am Sonntagnachmittag den Weg zum mit Spannung erwarteten Pokalspiel. Unter ihnen rund 400 Gästefans. Während in der 12. Spielminute die Gäste die erste richtig gute Tormöglichkeit hatten, wurde im Heimblock erst einmal das Brandenburglied (Märkische Heide, märkischer Sand) gesungen. Acht Minuten später setzte Babelsbergs Aaron Berzel nach einer gut getretenen Ecke den Ball mit dem Kopf über das Luckenwalder Gehäuse. In der 24. Minute zappelte die Kugel schließlich in den Maschen. Ein Freistoß konnte von der Luckenwalder Abwehr nicht ausreichend geklärt werden, den Abpraller netzte Christian Essig ein. Die Gäste nun am Drücker, nur wenig später hatte Christian Groß das 2:0 auf dem Fuß. Dieses fiel dann nach knapp einer halben Stunde. Eben dieser Christian Groß brachte den Ball von rechts rein, Michael Leschnik bugsierte ihn laut Stadionsprecher ins eigene Tor. Allerdings sah es fast so aus, als wenn Christian Essig mit der Nummer acht der Torschütze war. 

BabelsbergerChristian Groß wollte nun auch einen Treffer für sich verbuchen, doch sein Schuss ging links knapp am Pfosten vorbei. Kurz vor der Pause zeigte indes Luckenwalde, dass vielleicht noch was gehen würde. Zuerst ging ein Freistoß in die Mauer, dann wurde ein guter Kopfball zur Ecke geklärt. Mit dem 0:2 aus Sicht der Hausherren ging es schließlich in die Pause. Nach dieser ging wie erwartet der FSV noch einmal mit Schwung in die Partie. So hatte in der 50. Minute Markus Müller (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen 03-Spieler, der auf der Bank saß) eine richtig gute Möglichkeit, doch der Babelsberger Keeper Frederic Löhe war auf dem Posten. 

ReibereiLuckenwalde machte nun über weite Strecken das Spiel. Babelsberg tat nicht mehr viel für die Offensive. Als es zu einer Rangelei zwischen einem Luckenwalder Spieler und dem 03-Torwart kam, war richtig Dampf in der Partie. Vom harten Kern der Blau-Gelben ertönte ein typisches „Auf die Fresse!“ und wenig später als Nachschlag ein „Haut dem Torwart die Fresse ein!“ Gerade als ein paar Luckenwalder Fans die vorbeilaufenden Ersatzspieler aus Babelsberg bepöbelten, fiel in der 68. Minute das 3:0 für Nulldrei. Torschütze war Süleyman Koc, der nur vier Minuten zuvor für Christian Essig eingewechselt wurde.

Das Ding war gelaufen, doch trotzdem drängte der Oberligist in Richtung Babelsberger Strafraum, versuchte sein Glück und kam vor allem bei Freistößen zu Möglichkeiten. Als draußen die Polizisten bereits vor dem Stadion Stellung bezogen, fiel in der 89. Minute der Ehrentreffer zum 1:3, erzielt von Daniel Becker. Laut ertönte nun noch einmal das „Dritte Liga, keiner weiß warum...“ Den Babelsbergern konnte dies egal sein. Nach den derben Rückschlägen im Ligabetrieb gab es wenigstens im Pokalwettbewerb ein Erfolgserlebnis. Und nicht nur das. Mit Luckenwalde wurde einer der stärksten Vertreter geschlagen. Unter den Verbliebenen dürften im Brandenburger Pokal neben den Babelsbergern die Mannschaften von Optik Rathenow und FSV Union Fürstenwalde die Favoriten sein.

Frankfurt/OderApropos Optik Rathenow. Vielleicht kommt es ja zu einer Revanche zwischen Optik und Babelsberg 03. Rathenows Trainer Ingo Kahlisch würde sich gewiss freuen. Zu einem brisanten Wiedersehen zwischen dem 1. FC Frankfurt/Oder (letzte Saison noch Viktoria) und den Filmstädtern wird es indes nicht kommen, denn die Frankfurter flogen bereits am Freitagabend mit 2:6 in Strausberg aus dem Wettbewerb. 

Stichwort Brisanz. Nach dem Spiel kam es vor und auf dem Bahnhof fast zu kleinen Auseinandersetzungen. Jeweils zwei Luckenwalder, die der rechten Szene zuzuordnen waren, sorgten auf der Straße und auf dem Bahnsteig für etwas Unruhe. Allerdings verhinderte die Polizei eine durchaus mögliche Konfrontation. Einer überaus friedlichen Zugreise gen Heimat stand somit nichts mehr im Wege. 

Foto unten: Babelsberger in Frankfurt/Oder

> zur turus-Fotostrecke: SV Babelsberg 03


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