Tebe verpasst gegen Makkabi den Traumstart in der Berlin-Liga

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 11 August 2012    
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TebeBeim Duell gegen den Aufsteiger TUS Makkabi handelt es sich um ein echtes Charlottenburger Derby. Die Spielstätten der beiden Vereine trennen nur wenige hundert Meter. Allerdings herrschte im Mommsenstadion keine Derby-Atmosphäre. Der Grund? Es waren keine Gästefans vor Ort. Kein Wunder, spielte Makkabi in der Landesliga vor extrem wenigen Zuschauern. Meist waren mehr osteuropäische Spielbeobachter und Scouts vor Ort als „normale“ Freunde des runden Leders. 

Zuschauer hin, Zuschauer her. Die Gäste machten auf dem Rasen mächtig Dampf und wollten dem Nachbarn mit dem großen Namen zeigen, was sie zu leisten fähig sind. Zwar brachte Benjamin Hendschke die Hausherren bereits in der 15. Spielminute mit 1:0 in Front, doch davon ließen sich die Makkabi-Spieler nicht wirklich beeindrucken. In der 40. Minute kam es fast zum 2:0 für Tebe, doch der Ball klatschte an die Latte. Nur drei Minuten klingelte es auf der anderen Seite. Felix Rickler machte das 1:1 für Makkabi. Irgendwo auf der alten Tribüne des Mommsenstadions gab es doch einen gedämpften Jubel. 

tebeApropos Mommsenstadion. Viel hat sich dort im Laufe der letzten 20 Jahre nicht verändert. Bei Fußballtouristen und Groundhoppern ist das Stadion durchaus beliebt, so hatten auch heute einige britische Fans vorbeigeschaut und standen zu Fuße der altehrwürdigen Haupttribüne direkt vor dem Casino. Für Biernachschub war somit gesorgt. Zudem konnte zwischendurch - Dank der laufenden Fernseher - ein Blick auf das olympische Fußballfinale Brasilien gegen Mexiko geworfen werden.  

In der von den Briten ausgewählten Ecke des Mommsenstadions verfolgen derzeit die älteren, eingefleischten Tebe-Fans das Spielgeschehen. Die gleichen Zaunfahnen wie bereits in den 90er Jahren, als die Borussen in der 2. Bundesliga gekickt hatten. Angestammte Plätze an den Wellenbrechern. Ein Anblick, der etwas – nun ja – merkwürdig ausschaut. Wäre nicht die Gegengerade, würde man den Klub abstempeln und im tiefsten Charlottenburger Mief vermuten.

TebeDem ist jedoch keinesfalls, denn auf der anderen Seite herrscht eine durchaus lockere, entspannte Atmosphäre. Nette Gespräche. Fußball schauen mit Humor – und trotzdem mit Herzblut bei der Sache. Und auch der Support kann sich durchaus sehen lassen. Etwas genervt zeigten sich ein paar jüngere Zuschauer von zwei, drei älteren Fans, die sinnfrei das Spiel kommentierten. „Ecke!!!“, „Tor!!!“, „Rein!!!“, „Ran!!!“ Nein, es gab keine Ecke, und auch kein Tor. Die Wörter wurden einfach nur in Richtung Spielfeld gebrüllt. 

„Forza Tebe!“, „Lila-Weiße!“ und englischer Gesang bildeten ansonsten das Repertoire des dortigen Fanblocks. Ein zaghaftes und natürlich witzig gemeintes „Messe Süd Hooligans!“ sorgte für gute Laune. Ernsthaftes wurde indes beim gezeigten Spruchband angesprochen: „Total bescheuert! Nazis raus aus dem Tivoli!“ Die Geschehnisse bei Alemannia Aachen waren unter den Tebe-Fans ein wichtiges Thema. Ebenso heiß diskutiert wurden die vergebenen Tebe-Chancen in der letzten Viertelstunde. Erst hatte Benjamin Hendschke, der bereits den ersten Treffer erzielt hatte, das 2:1 auf dem Fuß, doch der Ball wurde abgefälscht und ging über die Latte. Dann hätte der zuvor eingewechselte Cenk Akgün das Ding klar machen können, und letztendlich traf Alexander Greinert nur den Pfosten. Wie eingangs erwähnt ging das Spiel 1:1 aus, was Tebe zumindest über Nach auf den Platz an der Sonne verhalf.

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