MTV Eintracht Hildesheim vs. SC DHfK Leipzig: Hurricanes treiben Heimteam zum Sieg

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HurricanesWir schreiben Mittwoch, den 23. Oktober 2013. An einem studienfreien Tag herrscht akute Langeweile. Da es im näheren Umkreis keine sinnvollen Alternativen gab, wurde kurzerhand der Entschluss gefasst, ein Spiel in der zweiten Runde des DHB-Pokals anzuschauen. Nach etwa drei Jahren wurde es dann also Zeit für mein zweites Handballspiel überhaupt. So ging es von meinem Heimatort in das etwa 70 Kilometer entfernte Hildesheim, wo die Eintracht als zweitgrößter Sportverein Niedersachsens den SC DHfK Leipzig in der heimischen Sparkassen-Arena empfing. Die ehemals Sporthalle Pappelallee genannte Halle fasst nach dem Umbau mittlerweile bis zu 3.000 Besucher und wirkt durchaus stilvoll gestaltet. Interessanterweise ist die MTV Eintracht Hildesheim von 1861 e.V. der größte Sportverein Deutschlands, der keine Fußballabteilung hat. 

Die Eintracht aus Hildesheim spielte bereits viermal im Oberhaus des Deutschen Handballs. Der Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur Leipzig dagegen wurde ursprünglich als Universitätsverein gegründet. Man bereits kann auf sechs DDR-Meistertitel und einen Titel im Europapokal der Landesmeister zurückblicken. In der Saison 2011/2012 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die 2. Handball Bundesliga.

HildesheimVor dem Spiel wurde brav ein ermäßigtes Ticket für neun Euro gekauft. Merkwürdigerweise wurden diese am Halleneingang gleich wieder eingesammelt. Auf Nachfrage, ob man nach dem Spiel ein Ticket als Souvenir bekommen würde, wurde prompt mit „Ja“ geantwortet. Doch so einfach war es dann im Endeffekt doch nicht, aber dazu später mehr. Nach Betreten der Halle fiel bereits vor dem Spiel die Fangruppierung „Hurricanes Hildesheim“ auf. Ein aktiver Kern von etwa 20 bis 25 Personen stand hinter dem Gruppenbanner auf der Tribüne. Nachdem ich mich bereits auf einen eher langweiligen Handballabend eingestellt hatte, hob sich meine Laune dann doch ein wenig.

HildesheimPünktlich um 19.30 Uhr begann die Partie. Die beiden Mannschaften spielten lange gut und auf Augenhöhe. Bis zum ersten Timeout nach 18 Minuten und 49 Sekunden ging immer wieder eine der beiden Mannschaften in Führung, kurz darauf glich die andere wiederum aus. Nach 20 Minuten und 57 Sekunden ahnten die Eintracht-Fans dann böses. Hildesheim musste die Partie bei Gleichstand mit drei Zeitstrafen gleichzeitig bestreiten. Zusätzlich hatten die Leipziger die Möglichkeit, per Siebenmeter die Führung zu erzielen. Allerdings scheiterte der Schütze am Torwart. Mit 3 statt 6 Mann erzielte der stark aufspielende Kabengele im direkten Gegenzug sogar den Führungstreffer für die Eintracht. Die Zuschauer waren zurecht begeistert. In den folgenden zwei Minuten war man dann darauf bedacht, die Zeit herunterzuspielen, um nicht zu viele Gegentore in Unterzahl zu kassieren.

HurricanesDies gelang auch prima. Kurz vor der Halbzeit setzte sich die Heimmannschaft mit 14:11 ab. Dem bisherigen Spielverlauf entsprechend hatten die Gäste dann aber noch die passende Antwort. Mit einer knappen 15:14-Führung ging es letztendlich in die Halbzeitpause. Positiv zu bewerten war vor allem auch der Heimauftritt der „Hurricanes“. Der Support gestaltete sich abwechslungsreich und konstant, auch wenn sich die restlichen Zuschauer meist nicht auf die Unterstützung der Gruppe einließen. Aber wie soll man auch lauter sein, als etliche Trommeln, die monoton irgendwelche Rhythmen von sich geben?

30:27Auch die zweite Halbzeit nahm einen ähnlichen Verlauf wie die erste. In der 46. Minute gelang den Gästen der Führungstreffer. Kurz darauf verlangte Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck eine Auszeit. Dies sollte Wirkung zeigen – die Eintracht schaffte mit einem 6:0-Lauf ein souveränes Polster für den Rest des Spiels. Die Gäste kamen zwar noch einmal heran, aber wirklich gefährlich wurden die Leipziger dann doch nicht mehr. Gegen Ende des Spiels wurde dann im Fanblock ein Banner mit der Aufschrift „Zwei Vereine, eine Leidenschaft“ präsentiert. Dieses Banner sollte die Freundschaft zwischen den ultraorientierten Gruppen der Vereine Eintracht Hildesheim und Dessau-Roßlauer HV unterstreichen. Schließlich behielten die Hildesheimer am Ende mit 30:27 die Oberhand und durften sich über den Einzug ins Achtelfinale freuen, wogegen die Gastmannschaft enttäuscht die Heimreise antrat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich heute durchaus weniger erwartet hatte. Eine motivierte ultraorientierte Handballgruppierung, die das ganze Spiel über Gas gab und versuchte, das langweilige monotone Getrommel im Heimbereich mit mal weniger, mal mehr kreativen Gesaengen zu überbieten, gefiel mir doch sehr. Nach dem Spiel begab man sich dann zum Ausgang, wo ich mir eine Eintrittskarte mit nach Hause nehmen wollte. Der Sicherheitsdienst hatte jedoch keine Ahnung und erläuterte mir nur, dass man seinen Platz am Ausgang nicht verlassen dürfe, um nachzufragen. Nachdem man dort gefühlte 10 Minuten wartete, kam dann endlich eine Frau, die ohne großartig nachzufragen das Kassenhäuschen aufschloss und ein Ticket herausgab. Nach dem persönlichen Happy End ging es schließlich auf die ereignislose, einstündige Heimfahrt.

Fotos: Christopher B.

> zur turus-Fotostrecke: Handball

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