Großartige Urlaubsmöglichkeiten in der Slowakei: Bratislava, Slovenský raj, Smižany und Košice

Autor: P.Schoedler     veröffentlicht am 21 Juli 2017    
 
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Per Flieger ging es in die Kaffee- und Mozartstadt Wien, um von dort per Zug in etwa einer Stunde die slowakische Hauptstadt zu erreichen. Bratislava entwickelt sich rasant zu einer dieser typischen westeuropäischen Großstädte unserer Zeit. Schnelles Essen, Helal-Geschäfte, zu enge Hosen und geschniegelte Frisuren, Touristen-Klimbim sowie eine herausgeputzte Innenstadt. Aber auch hier findet man Nischen und den geliebten Charme des tschechoslowakischen Raums. Verspielte Kneipen und Cafés aus einer Mischung von Bourgeoisie und verträumten Stillstand. Die sozialistischen Nahverkehrsmittel sind mittlerweile aus dem Straßenbild verschwunden, doch hier und da erzählen die Häuser immer noch Geschichten von tausenden Schicksalen. Die Schönheit der Slowakei lässt sich hervorragend per Zug erschließen – hier aber Vorsicht bei der Buchung und Reservierung des jeweiligen Zuges. Im Speisewagen mit der Nase an der Scheibe klebend und mit  einem frisch gezapften böhmischen Pils am Hals saust man durch malerische Hügel und später dann vorbei an der Hohen Tatra, eingebettet zwischen Wäldern und Seen. 

Slowakei

Angetrunkenen Bierliebhabern wurde auf unserer Zugreise zwischendurch Trinkverbot erteilt, was bei den Beteiligten entsprechenden Unmut hervorbrachte. Trotz dessen ließ es sich der Kellner nicht nehmen mit strahlenden Augen auf die schneebedeckten Südhänge der Hohen Tatra zu schauen und zu sagen: „Das ist alles mein Land – meine Heimat – es ist schön“. Und so passte dann auch der Name des Ziels dieser Zugfahrt, das slowakische Paradies – auf Slowakisch Slovenský raj. Quartier wurde in dem kleinen Dörfchen Smižany nahe der Stadt Spišská Nová Ves genommen. Von hier ist die Möglichkeit an Ausflügen schier unbegrenzt. Abenteuerurlauber, Kulturliebhaber oder auch einfach Ruheliebende kommen hier voll auf ihre Kosten. So ist beispielsweise die kurze Busfahrt ab Spišská Nová Ves in das Dörfchen Levoča mit seinem mittelalterlichen Stadtkern, eingerahmt von einer dicken Stadtmauer wie auch dem weltbekannten über der Stadt thronenden Wallfahrtsort Mariánska hora ein Augenschmaus. 

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Neben den vielen, vor allem zur Wallfahrt im Juli, Pilgern zieht es die meisten Besucher dieser Gegend in den Nationalpark Slovenský raj. Über Eisentreppen, Holzbalken, -stufen und teilweise von Stein zu Stein übers Wasser springend, geht es durch den Wald. Verzaubert, märchenhaft und manches mal auch mit dem nötigen Nervenkitzel – beispielsweise beim Anstieg einer nicht wirklich vertrauenerweckenden steilen rund 20 Meter nach oben ragenden Leiter. Wir wählten ins Paradies die Anreise per Zug – Zielbahnhof ist Vydrník. Von dort läuft es sich entspannt an einer ruhigen Straße – immer beobachtet durch die Gipfel der Tatra – an Feldern und Obstbäumen in Richtung der zahlreichen Ausgangspunkte des Paradieses. 

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Empfehlenswert - wenn auch etwas kniffliger, dafür aber umso ruhiger - ist der Bereich um Piecky. Mit festem Schuhwerk und sicherem Schritt kann man sich bei Rückkehr von der Wanderung in einem der vielen Raststätten von Betlanovce oder Hrabušice stärken. Gut zu überlegen ist der Genuss des bekannten „Tatratea“. Die angegebenen 52 Prozent Umdrehungen – je nach Sorte auch höher liegend – schießen nach reichlich frischer kühler Luft und körperlicher Bewegung sehr schnell in den Kopf. Bestmöglich pfeift man sich noch ein paar leckere Pierogen ein, um nicht ganz Opfer des Teufels Alkohol zu werden. Mit weichen Knien, schelmenhaftem Lächeln bietet sich zum Abschluss eine kleine Wanderung zum Ausgangspunkt Smižany an. Wiesen, kleine Ortschaften, weiter Blick. Zum Abschalten und Rätseln über die Fragen dieser Welt eine schöne Strecke. 

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Während der Wind pfeift, der Erlenzeisig aufgeregt umher zwitschert und flattert, die Tatra im Dunkeln versinkt, tauchen recht bald die Facetten der Arbeiterträume in Plattenbauweise der angestrebten Ortschaft auf. Zum Abschluss noch einen Borovička und die Füße hochgelegt. Ebenfalls nicht weit von Smižany entfernt, bietet sich die Zugfahrt in die zweitgrößte Stadt dieses Landes an. Immer dem spielerisch verwunschenen Fluss Hornád entlang, übertrifft sich die Landschaft ein ums andere Mal mehr. So passt die dann auftauchende Stadt auch voll ins Bild. 

Kosice

Košice wirkt verschlafener und verträumter als die große Schwester im Westen – muss sich aber in keinster Weise vor ihr verstecken. Viele Cafés, Kneipen, eine wunderschöne Altstadt und eine experimentierfreudige Jugend. Nebenbei ist die ungarische Geschichte der Stadt spürbar. Hier entstammt immerhin auch der Revolutionär und ungarische Patriot Gyula Andrássy. Von Košice aus ist es einem frei gestellt noch weiter gen Osten, beispielsweise nach Lwiw, Uschgorod oder in die ukrainischen Karpaten, zu fahren, oder direkt Prag anzusteuern. Für die Kurzurlauber gibt es recht preiswerte Flüge ab Berlin in diese ursprüngliche und verzauberte Gegend Osteuropas.

Fotos: P. Schoedler

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Was fehlt ist die Zipser Burg, die auch nen Ausflug lohnt!

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