Wie vielerorts gibt es auf Grund der Witterungsverhältnisse des zurückliegenden Winters auch in der Sachsen-Liga (sechste Spielklasse) etliches nachzuholen. Die Termine wurden größtenteils festgelegt. Am vergangenen Mittwoch trat die BSG Chemie Leipzig zum Nachholspiel beim SV Einheit Kamenz im Stadion der Jugend an. Für Spieler und Fans der BSG Chemie waren es immerhin rund 150 Straßenkilometer, die zurückgelegt werden mussten. Zur Orientierung: Die 17.000-Einwohner-Stadt Kamenz (sorbisch: Kamjenc) befindet sich zwischen Dresden und Bautzen.
Wie vielerorts gibt es auf Grund der Witterungsverhältnisse des zurückliegenden Winters auch in der Sachsen-Liga (sechste Spielklasse) etliches nachzuholen. Die Termine wurden größtenteils festgelegt. Am vergangenen Mittwoch trat die BSG Chemie Leipzig zum Nachholspiel beim SV Einheit Kamenz im Stadion der Jugend an. Für Spieler und Fans der BSG Chemie waren es immerhin rund 150 Straßenkilometer, die zurückgelegt werden mussten. Zur Orientierung: Die 17.000-Einwohner-Stadt Kamenz (sorbisch: Kamjenc) befindet sich zwischen Dresden und Bautzen.
233 zahlende Zuschauer hatten sich bei Anpfiff um 18:15 Uhr auf den Rängen des Stadions der Jugend eingefunden. Unter ihnen immerhin 120 Gästefans, welche die große Diablos-Fahne und zwei weitere Schwenkfahnen mit dabei hatten. Ausgestattet war die grün-weiße Reisegesellschaft zudem mit Trommel und Schals. Der Support wurde melodisch, laut und geschlossen vorgetragen. Für eine Sechstligakulisse war das Ganze sicherlich durchaus ansehenswert – zumal die Partie unter der Woche ausgetragen wurde.
Die Gäste aus Leipzig gingen bemüht zu Werke, kamen jedoch lange Zeit zu keinen echten Tormöglichkeiten. Die Hausherren zeigten einen Tick mehr Konsequenz und gingen in der 40. Minute durch einen Treffer von Torsten Marx nicht unverdient mit 1:0 in Führung. Im zweiten Spielabschnitt ein ähnlicher Anblick. Jaroslav Jordak konnte in der 57. Spielminute auf 2:0 für Einheit Kamenz erhöhen. Als in der 81. Minute Karel Vrabec sogar per Strafstoß auf 3:0 erhöhen konnte, schien das Spiel gelaufen. Zumal Kamenz fast noch das 4:0 klarmachen konnte. Allerdings gelang Matthias von der Weth in der 86. Minute der Anschlusstreffer zum 1:3 aus Sicht der BSG Chemie. Das Spiel nahm nun noch einmal richtig Fahrt auf. Die Leutzscher witterten Morgenluft und läuteten die Schlussoffensive ein.
Nachdem Erik Bader in der 90. Minute per Elfmeter das 2:3 für Chemie schießen konnte, brannte die Luft. Wütende Angriffe der BSG-Elf, Zeitspiel und theatralisches Sich-Fallen-Lassen auf der Heimseite. Als in der Schlussphase noch ein paar strittige Schiedsrichterentscheidungen hinzukamen, kochte die Chemie-Seele. Einige BSG-Fans liefen auf die Laufbahn und pöbelten, was das Zeug hielt. Security und Polizei waren fix zur Stelle. Zu Handgreiflichkeiten kam es nicht. Der wütende Protest hielt indes nach Abpfiff an. Das Spiel war aus. Ohne Punkte musste die BSG zurück nach Leipzig fahren.
Das Abstiegsgespenst geistert nun im Alfred-Kunze-Sportpark. Die BSG Chemie auf dem vorletzten Rang, allerdings mit zwei, drei Spielen weniger auf dem Konto als die Konkurrenz. Im Kellerduell gab es gegen den FSV Budissa Bautzen II zuletzt am Samstag vor 558 Zuschauern ein 1:1, das sich eher anfühlte wie eine Niederlage. Am kommenden Samstag führt die Reise zum FC Oberlausitz Neugersdorf. Mag nach Provinz klingen, doch in der Sachsen-Liga belegt dieser Verein den ersten Platz. Im Anschluss folgen drei Heimspiele: Am 11. Mai gegen den Bischofswerdaer FV, am 15. Mai gegen die SG Leipzig Leutzsch und am 18. Mai gegen den BSC Freiberg. Sollte der Klassenerhalt in trockene Tücher gebracht werden, winkt in der kommenden Saison womöglich ein überaus interessantes Duell. Zu Gast im AKS könnte dann die BSG Stahl Riesa sein, die derzeit eine Etage tiefer auf Aufstiegskurs ist…
(in Zusammenarbeit mit Marco Bertram)
Fotos: Christopher Wode
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