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Zwei Großereignisse des Radsports stehen im Fokus

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BM 12 Oktober 2018
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Am kommenden Wochenende findet in Berlin erstmals das Finale des UCI Trials World Cup statt und schon Ende November folgt das nächste Radsport-Highlight mit dem TISSOT UCI Bahn-Weltcup im Velodrom. Grund genug um eine Pressekonferenz im Holiday Inn Berlin City East abzuhalten, in der etliche Protagonisten beider Events zu Wort kamen. Nach einführenden Worten des Pressesprechers Thomas Juschus war es der Staatssekretär für Sport Aleksander Dzembritzki, der Berlin als Hochburg des Radsports und die beiden kommenden Veranstaltungen mit 158 Anmeldungen aus 21 Nationen (Trial) bzw. 340 zu erwartenden Teilnehmern für den Bahn-Weltcup als absolute Hochkaräter bezeichnete. Dabei wies er auch auf die wirtschaftlichen Aspekte bezüglich der Vielfalt der Veranstaltungen hin, die für die Hauptstadt wichtig und lebensnotwendig sind. „Der Senat stellt für beide Veranstaltungen mit insgesamt rund 900.000,— Euro nicht unwesentliche Mittel zur Verfügung, die auch hinsichtlich der Nachwuchsförderung von Bedeutung sein sollen“, stellte der Staatssekretär fest, der ausdrücklich den Organisatoren und den vielen Ehrenamtlichen seinen Dank aussprach.

Der Projektkoordinator des Trials World Cup, Frank Drygalla, war mit dem mehrfachen Deutschen Meister Hannes Herrmann erschienen, um die spektakuläre Sportart den anwesenden Journalisten näherzubringen. „Das Rennen wird in die Geschichte eingehen“, so äußerte sich Frank Drygalla euphorisch, der über viele helfende Hände verfügt, die eine niveauvolle Strecke für die internationalen Cracks aufbauen, die eine Sektion (Geländeabschnitt) zu durchfahren haben und dabei Hindernisse wie Steine, Paletten, Baumstämme, Kabelrollen oder auch Betonröhren bewältigen müssen. Innerhalb von zwei Minuten sind die einzelnen Sektionen zu durchfahren, dabei gibt es darum, möglichst fehlerfrei zu agieren, denn jedes Absetzen des Fußes ergibt einen Strafpunkt. Sieger ist derjenige mit den wenigsten Strafpunkten. Der Sport wird immer professioneller, als führende Nationen gelten Frankreich und Spanien, die in Berlin mit Spitzenfahrern wie Nicolas Vallee, Vincent Hermance und Manon Basseville (alle Frankreich) sowie Alejandro Montalvo und Sergi Llongueras (beide Spanien) dabei sein werden. Aber auch chancenreiche deutsche Teilnehmer sind mit der aktuellen Weltmeisterin Nina Reichenbach und dem Vizeweltmeister Dominik Oswald vertreten, die im Hangar 5 des Flughafens Tempelhof zahlreiche Zuschauer bei freiem Eintritt für die Sportart begeistern wollen. Auch ein Testareal und ein Food Court auf der überdachten Außenfläche stehen den Besuchern zur Verfügung.

Am 13. und 14. Oktober 2018 geht es von 9-19 Uhr rund auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof im Hangar 5, der von den Zuschauern über den Tempelhofer Damm zum Haupteingang des Hangar 5 und über das Tempelhofer Feld zu erreichen ist.

Prominente Gesprächspartner konnte Thomas Juschus auch auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Bahn-Weltcup begrüßen. Aus dem Kurzzeitbereich waren der Bundestrainer Detlef Uibel und seine beiden erfahrensten Sportler Miriam Welte und Maximilian Levy dabei, während aus dem Ausdauerbereich der Bundestrainer Sven Meyer mit Theo Reinhardt und Domenic Weinstein anwesend war. Die diesjährige Weltcupserie beginnt am 19. bis 21. Oktober 2018 in Paris und wird fortgesetzt eine Woche später in Milton/Kanada, bevor Berlin dann an der Reihe ist. Danach folgen noch drei weitere Austragungen in London, Cambridge/Neuseeland und in Hongkong mit dem Abschluss und Höhepunkt der Saison in Pruszków/Polen, wo die nächsten Weltmeisterschaften stattfinden werden.

Den Kurzzeitsportlern, insbesondere der sympathischen Miriam Welte, fällt es noch immer nicht leicht, den schweren Trainingsunfall ihrer kongenialen Teamsprintpartnerin Kristina Vogel auszublenden, aber gerade sie ist jetzt als die Erfahrenste besonders gefordert und nimmt diese Rolle auch vehement an. „Die jungen Mädels wie Emma Hinze und die vierfache Junioren-Weltmeisterin Lea Sophie Friedrich haben sich prächtig entwickelt und zusammen mit Pauline Sophie Grabosch werden wir auch zukünftig gute Ergebnisse erzielen“, ist sich die Vorzeigeathletin sicher. In Paris startet sie mit Lea Sophie Friedrich, während in Kanada Pauline Sophie Grabosch und Emma Hinze den Weltcup bestreiten und Miriam Welte als Ergänzung nachfliegt. „Im Winter mache ich mir Gedanken, wie es weitergeht und ob Olympia in Tokio für mich noch eine Variante ist. Die Heim-WM 2020 in Berlin wäre auch noch eine tolle Sache und wenn ich die bestreite, möchte ich auch in Tokio noch am Start stehen“, gab Miriam Welte abschließend zu verstehen.

Bei den Männern muss der Bundestrainer zunächst auf Stefan Bötticher verzichten und startet in Paris mit Maximilian Levy, Robert Förstemann und Eric Engler, während in Kanada Nik Schröter, Joachim Eilers und erneut Eric Engler dabei sind, die durch Maximilian Dörnbach ergänzt werden sollen. „In Berlin werden wir auf alle Fälle mit der stärksten Mannschaft am Start sein“, versprach Detlef Uibel, der auf den Abstecher des erfahrenen Maximilian Levy in die Mannschaftsverfolgung äußerst entspannt reagiert hat. Auch für Maximilian Levy wäre die WM 2020 vor der Haustür eine lohnenswerte Angelegenheit, wenngleich er zu verstehen gab, dass diese wegen Tokio im gleichen Jahr von der Bedeutung her etwas in den Hintergrund treten dürfte.

Im Ausdauerbereich liegt der Fokus nach wie vor auf der Mannschaftsverfolgung, was auch der Madison-Weltmeister aus Berlin, Theo Reinhardt, unterstrich, der diesen Wettbewerb als sein Herzensprojekt bezeichnete, aber natürlich im Madison mit Roger Kluge ein zweites, heißes Eisen im Feuer hat. „Für mich persönlich wird der Druck größer, aber man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben. Das große Ziel bleibt Tokio mit zwei Chancen, aber dabei ist der Vierer für mich extrem wichtig“, betonte Theo Reinhardt im Interview. Bundestrainer Sven Meyer äußerte sich kritisch über den noch nicht ausreichenden Ausbildungsstand des Nachwuchses, wo aktuell neue Strukturen geschaffen werden müssen, damit Talente nachrücken können. In diesem Zusammenhang verwies er zum Beispiel auf die Briten, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir in Deutschland.

Für Domenic Weinstein, dem amtierenden Europameister in der Einerverfolgung, hat der Vierer ebenfalls Priorität, gleichwohl hat er noch ein anderes Ziel im Auge. „Ich möchte noch Weltrekord in der Einerverfolgung fahren, während – darauf angesprochen – ich mir über eine Teilnahme am Madison keine Gedanken mache“, gab er zu verstehen. Sowohl er als auch Theo Reinhardt werden laut Aussage des Bundestrainers beim Weltcup im Velodrom dabei sein und hoffentlich für den einen oder anderen Erfolg sorgen.

Zum Abschluß der Pressekonferenz stellte der Olympiasieger und Weltmeister Guido Fulst eine Charity-Aktion vor, die beim Bahn-Weltcup stattfinden soll. Zugunsten des Kinderprojekts „Die Arche“ in Berlin wird ein Prominenten-Vierer mit Guido Fulst an der  Spitze auf 20-Zoll-Klapprädern gegen den Berliner Nachwuchs der Altersklasse U 15 antreten, wobei noch Plätze für Unterstützer zu vergeben sind. Sinn und Zweck ist es, aus den Erlösen dieser Wohltätigkeitsaktion für „Die Arche“ Räder zur Verfügung zu stellen und eine Fahrradwerkstatt zu unterstützen. Eine allemal lohnenswerte Aktion, die hoffentlich reichlich Anklang finden wird.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill

 

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