Yoeri Havik und Wim Stroetinga dominieren die Cycling Days in Cottbus

BM 11 Juni 2018
 
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Yoeri Havik und Wim Stroetinga dominieren die Cycling Days in Cottbus

Die Nachfolgeveranstaltung der Cottbuser Nächte wurde vom 08.06. bis zum 10.06. an drei Tagen mit allen Disziplinen, die auch bei einem Sechstagerennen zur Austragung kommen, abgewickelt und dabei boten 15 Teams in allen Wettbewerben wie Prämienfahren, Rundenrekordfahren, Temporunden, Unbekannte Distanz, Longest Lap, Mannschaftsausscheidungsfahren, Vorgabefahren und vor allem im Hauptwettbewerb, dem Zweier-Mannschaftsfahren, hervorragenden und vor allem spannenden Sport. Absagen musste kurzfristig der erkrankte Christian Grasmann, dazu fehlte der Belgier Otto Vergaerde, so dass mit Leif Lampater und dem australischen Newcomer Stephen Hall ein neues Team zusammengestellt wurde. Letzterer ist Mitglied der Maloja Pushbikers und fährt derzeit in Europa in der Hoffnung insbesondere auf der Bahn für Furore sorgen zu können. „Es wäre schön, wenn ich mich durch gute Leistungen zum Beispiel für einen Start bei den nächsten Six Day Berlin empfehlen könnte, einen Landsmann als Partner mitzubringen, wäre sicherlich kein Problem“, gab der sympathische Aussie zu Protokoll. Er hat viele Erfolge auf Bahn und Straße auf vier Kontinenten vorzuweisen, darunter 2017 den nationalen Titel mit dem australischen Bahnvierer in 3:55,988 Minuten. Der am Sonntag anwesende Sportliche Leiter von Berlin Dieter Stein wird es registriert haben und man darf sich im kommenden Januar überraschen lassen.

Auch die Frauen mit einem Omnium, die Sprinter und die vielen Nachwuchsfahrer waren in Cottbus dabei und sorgten für ausgezeichneten Sport. Es sei Dank den Organisatoren des RK Endspurt Cottbus um den rührigen Eberhard Pöschke, der ein starkes Fahrerfeld um die Madison-Weltmeister Roger Kluge/Theo Reinhardt und die Niederländer Yoeri Havik/Wim Stroetinga, die Anfang des Jahres das Sechstagerennen von Berlin gewannen, präsentieren konnte. Bereits am Freitag um den „Großen Eröffnungspreis“ präsentiert von 94,5 Radio Cottbus gab es hervorragenden Sport zu sehen, als die kleine Eröffnungsjagd über 60 Runden von den niederländischen Mitfavoriten vor Roger Kluge/Theo Reinhardt und den Österreichern Andreas Graf/Andreas Müller gewonnen wurde, die alle drei jeweils einen Rundengewinn vollzogen. In den Rahmenwettbewerben zeigten sich auch andere Teams wie der Berliner Moritz Malcharek an der Seite von Achim Burkart aus Oberhausen, Marc Hester/Nick Stöpler (Dänemark/Niederlande), die außerdem die Abschlussjagd des ersten Tages gewannen und dabei als einzige zwei Rundengewinne erzielten, oder auch der Oberhausener Kersten Thiele mit seinem Partner Henning Bommel aus Cottbus von ihrer besten Seite, wenngleich am Ende des Tages Yoeri Havik/Wim Stroetinga vor Roger Kluge/Theo Reinhardt in Führung lagen.

Das Omnium der Frauen gewann Anna Knauer von Germania Weißenburg vor der Berlinerin Charlotte Becker vom Team Hitec Products, während im Omnium der Schüler U 15 mit Erik Leonhardt ein Berliner vom SC den Sieg vor Ben Lainer vom RSV Einheit Lübben davontrug. Mit Oskar Leben (4.), Enno Paul Rohde (5.) und Friedrich von Korff (8.) landeten drei weitere Fahrer des SC Berlin unter den Top Ten. 

Der Samstag, als „Endspurt“ Abend von der Lausitz Energie Bergbau AG präsentiert, sah in der Eröffnungsjagd über 50 Runden alle Teams in gleicher Runde, so dass es durch den Gewinn der letzten Wertung zum Überraschungssieg der Tschechen Daniel Babor/Ludek Lichnovsky kam, die Roger Kluge/Theo Reinhardt und die KED-Stevens Fahrer Sebastian Schmiedel/Moritz Augenstein auf die weiteren Podiumsplätze verwiesen. Nach starker Leistung von Moritz Malcharek/Achim Burkart mit dem Sieg in der Mannschaftsausscheidung, gab es noch eine spektakuläre Schlussjagd über 120 Runden, in der die Schweizer Tristan Marguet/Claudio Imhof mit drei (!) Rundengewinnen auftrumpften und dabei Andreas Graf/Andreas Müller (zwei Rundengewinne) und Yoeri Havik/Wim Stroetinga (ein Rundengewinn) klar distanzieren konnten. Letztere behielten die Führung in der Gesamtwertung mit 148 Punkten vor Moritz Malcharek/Achim Burkart mit 135 Punkten und den starken Schweizern, die weitere 5 Punkte zurücklagen. 

Die Sprintelite im Rennen „9 Trümpfe“ sah Robert Förstemann vom RSC Cottbus siegreich, der alle vier Rennen der Serie gewann und Eric Engler vom Track Team Brandenburg sowie Marc Jurczyk vom RSC Turbine Erfurt hinter sich ließ. Erneut war Anna Knauer im Scratchrennen vor Lisa Küllmer vom RSC Cottbus und Charlotte Becker erfolgreich, die das  Punktefahren über 50 Runden zu ihren Gunsten entschied. Im Starterfeld der Frauen waren mit den Geschwistern Ana und Irene Usabiaga aus Spanien, Jarmila Machacova aus Tschechien und der Österreicherin Verena Eberhardt auch ausländische Athletinnen dabei. 

Der Schlusstag in Anwesenheit der 11-fachen Weltmeisterin Kristina Vogel, die das Dutzend nach wie vor im Visier hat und auch bei Olympia nochmal Gold holen möchte, wie sie im Interview mit Sprecher Robert Bengsch zu verstehen gab, ließ große Spannung auch im Hinblick auf die Aussage von Moritz Malcharek vor dem Start des großen Finales erwarten. „Es wird ein tolles Finale, das kann ich auf jeden Fall versprechen“, äußerte sich der sehr motivierte Berliner, der jetzt für das LKT Team Brandenburg in die Pedale tritt. Nachdem die Schüler U 13 aus Brandenburg ihre Landesmeisterschaften im Omnium und Teamsprint ausgetragen hatten und dabei viel Beifall vom Publikum ernteten, war der Keirin-Wettbewerb der Sprinter an der Reihe, wo Marc Jurczyk nicht weniger als drei der vier Serien gewann und damit klar den Gesamtsieg vor Maximilian Dörnbach vom Team Erdgas (Sieg in der dritten Serie) und Robert Förstemann für sich verbuchen konnte. Enttäuschend war hier nur der Auftritt von Joachim Eilers aus Chemnitz, der nur Platz 5 belegte und von der Form seines Weltmeistertitels von 2016 weit entfernt ist. 

Nachdem das Rundenrekordfahren von Tristan Marguet/Claudio Imhof mit 17,791 Sekunden für die 333,33 m gewonnen wurde, der Österreicher Stefan Matzner die 20 Temporunden vor Henning Bommel dominierte, das Vorgaberennen der Australier Stephen Hall  und die Weltmeister Roger Kluge/Theo Reinhardt die Mannschaftsausscheidung für sich entschieden hatten, startete das große Finale furios mit den ersten Rundengewinnen schon nach fünf Minuten. Es waren fünf Teams, die gemeinsam eine Runde vorlegten, während Kersten Thiele/Henning Bommel das Kunststück im Alleingang bewältigten. Auffällig war das Verhalten der Weltmeister im Kampf mit Moritz Malcharek/Achim Burkart, die sich beide offensichtlich nicht „ grün“ waren, gegenseitige Ausreißversuche sofort konterten und damit auch den Weg freimachten für die aufmerksamen Yoeri Havik/Wim Stroetinga, die sich den Sieg nicht mehr nehmen ließen. 

Bei mittlerweile strömenden Regen, der bei Windstille senkrecht herunterprasselte und die Bahn dabei nicht beeinträchtigte, waren es die starken Schweizer Tristan Marguet/Claudio Imhof, die als einzige noch einen zweiten Rundengewinn erzielten, aber die eifrig punktenden Niederländer trotzdem nicht mehr verdrängen konnten. Hervorragend der dritte Platz im Finale für Sebastian Schmiedel/Moritz Augenstein, die taktisch gut eingestellt ebenfalls eifrig punkteten und so für eine positive Überraschung sorgten. Nur der 9. Platz im Finale für die Weltmeister vor Moritz Malcharek/Achim Burkart war an diesem Tag kein Ruhmesblatt und zeigte einmal mehr, dass Privatfehden kaum zum Erfolg führen können. Beide Teams verspielten damit mögliche Podiumsplätze und die Niederländer waren mit 237 Punkten am Ende Gesamtsieger und lachende Dritte vor den Schweizern mit 212 Punkten und der unerwartet starken Formation Kersten Thiele/Henning Bommel mit 196 Punkten, während Moritz Malcharek/Achim Burkart wenigstens noch die Genugtuung hatten, als Vierte vor den Weltmeistern zu landen, bei denen Theo Reinhardt offensichtlich mit leichten Knieproblemen zu kämpfen hatte. 

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill 

Auf den Fotos von oben nach unten:

* Yoeri Havik und Wim Stroetinga bei den Six Day Berlin 2018

* Anna Knauer bei den Six Day Berlin 2017

* Moritz Malcharek bei der Teampräsentation LKT Team Brandenburg 2017

* Marc Jurczyk beim Bahn Weltcup 2016 in Glasgow

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Bahnradsport
Name des Radrennens
Cottbuser Nächte
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