Vorschau auf die Bahn-WM 2018 in Apeldoorn

Autor: Bernd Mülle     veröffentlicht am 26 Februar 2018    
 
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Charlotte Becker bei den Deutschen Meisterschaften Omnium 2017
 

Vom 28. Februar bis 04. März 2018 findet der nächste Höhepunkt im Radsport im niederländischen Apeldoorn statt, wo es zur Austragung der Bahnweltmeisterschaften kommt. In jeweils 10 Disziplinen messen sich die Athleten der Frauen und Männer und ermitteln ihre neuen Weltmeister, darunter vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) nominierte 12 Männer und 10 Frauen, die vor allem im Kurzzeitbereich Medaillenchancen besitzen. Aber auch der zuletzt stark verbesserte Ausdauerbereich geht mit einigen Erwartungen an den Start, die nicht unbegründet sind. 

 

Kluge

Für diesen Bereich kommen immerhin auch vier Athleten aus Berlin zum Einsatz, wie zum Beispiel Charlotte Becker in der Mannschaftsverfolgung und im Punktefahren oder Maximilian Beyer im Omnium, Scratchrennen oder Punktefahren, Theo Reinhardt im Madison und in der Mannschaftsverfolgung sowie Roger Kluge im Madison. Das Berliner Quintett wird vervollständigt durch den Sprinter Robert Förstemann, der für den Teamsprint an der Seite von Joachim Eilers und Maximilian Levy vorgesehen ist.

Die Konkurrenz ist wie bei Weltmeisterschaften üblich sehr groß und dennoch haben alle fünf in Berlin beheimateten Athleten durchaus reelle Medaillenchancen, die sie nutzen wollen. Für die Teamsprinter in Person von Robert Förstemann geht es um Wiedergutmachung, denn der im letzten Jahr in Hongkong an der Seite von Eric Engler und Max Niederlag erzielte 12. Platz stellte nach der Bronzemedaille in London 2016 eine absolute Enttäuschung dar, die sich so nicht wiederholen sollte. In Apeldoorn wird Robert Förstemann seine vielleicht letzte internationale Chance erhalten, um sich noch einmal in der Weltelite der Sprinter präsentieren zu können. An der Seite der erfahrenen Joachim Eilers und Maximilian Levy liegt für den Berliner weiteres Edelmetall im Bereich des Möglichen, zumal bei einem eventuellen Ausfall eines der Genannten mit dem ehemaligen Weltmeister in dieser Disziplin Stefan Bötticher und auch Eric Engler adäquater Ersatz zur Verfügung steht.

EM

Nur einen Wettbewerb wird auch Roger Kluge bestreiten, der für das Madison an der Seite von Theo Reinhardt vorgesehen ist und dort durchaus Chancen für das Podium besitzt. Beide haben zuletzt bei den Six Day Berlin mit einem hervorragenden dritten Platz aufhorchen lassen und wollen die Revanche gegen die dort zweitplatzierten Belgier Kenny de Ketele/Moreno de Pauw. Von den Berlin-Siegern Yoeri Havik/Wim Stroetinga aus den Niederlanden wird nur Wim Stroetinga am Start sein und den Titelkampf mit Roy Pieters in Angriff nehmen, so dass seine Siegchancen minimiert sind. Obwohl Weltmeisterschaften im Madison mit einer Topleistung in einem Finale über 50 km bekanntlich nicht unbedingt mit einem Sechstagerennen zu vergleichen sind, haben zum Beispiel die Titelverteidiger Morgan Kneisky/Benjamin Thomas aus Frankreich, die Zweiten des Vorjahres Cameron Meyer/Callum Scotson aus Australien oder auch die Spanier Sebastian Mora/Albert Torres als zweimalige Europameister in 2015 bzw. 2016 schon bewiesen, dass man in beiden Rennen erfolgreich sein kann. Chancen für Außenseiter gab es aber dennoch schon immer und so sollten die jungen Dänen Niklas Larsen/Casper von Folsach und die Polen Daniel Staniszewski/Wojciech Pszczolarski allemal für eine Überraschung gut sein.

Polska

Für Theo Reinhardt steht neben dem Madison vor allem die Mannschaftsverfolgung auf dem Programm, wo das Quartett des BDR leider auf Domenic Weinstein verzichten muss, der nach Krankheit und Knieproblemen nicht rechtzeitig wieder fit geworden ist. Damit sind die Chancen auf eine Medaille für den Vierer gesunken, für den noch der junge Felix Groß, Kersten Thiele sowie Nils Schomber und Maximilian Beyer zur Verfügung stehen. Auf Maximilian Beyer könnte somit ein Mammutprogramm zukommen, denn auch für das Omnium, dem Punktefahren und dem Scratchrennen ist der Berliner vorgesehen, dem in allen Disziplinen einiges zuzutrauen ist. Als Deutscher Meister im Scratch in den Jahren 2012, 2013 und 2015, Deutscher Omniummeister 2013 und 2016 sowie jeweils Dritter der Weltmeisterschaft (2015) und Europameisterschaft (2017) im Punktefahren hat er seine Vielseitigkeit schon mehrfach unter Beweis gestellt. Darüber hinaus war er schon Vize-Europameister 2012 und Deutscher Meister 2016 in der Mannschaftsverfolgung und verfügt somit mit seinen erst 24 Jahren über eine beachtliche Liste an Erfolgen, die er bei den diesjährigen Titelkämpfen noch ausbauen möchte. 

Becker 

Für Charlotte Becker werden die Trauben in Apeldoorn ein wenig höher hängen, obwohl auch ihr aufgrund ihrer großen Erfahrung insbesondere im Punktefahren eine gute Platzierung zuzutrauen ist. In der Mannschaftsverfolgung an der Seite von Lisa Brennauer, Franziska Brauße und Gudrun Stock wäre ein Platz unter den ersten Acht gegen die international starke Konkurrenz aus den USA, Großbritannien, Kanada, Italien, Neuseeland, Frankreich oder Polen schon als kleiner Erfolg zu werten. Durch die jetzige Teilnahme von Lisa Brennauer sollte aber zumindest das schwache Ergebnis aus dem letzten Jahr (14. und letzter Platz) verbessert werden können. Als Deutsche Meisterin 2016 im Punktefahren, wo sie in den Jahren 2004 und 2005 in der Klasse U 23 sogar zweimal schon Europameisterin war, besitzt Charlotte Becker als aktuelle Deutsche Meisterin im Omnium aber durchaus berechtigte Chancen für eine eventuelle Podiumsplatzierung in ihrer Spezialdisziplin.

Bericht: Bernd Mülle      

Fotos: Arne Mill

 

Inhalt der Neuigkeit:
Ausblick
Radrennen-Art:
Bahnradsport
Name des Radrennens
UCI Bahn-WM
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