79. La Flèche Wallonne 2015: van der Breggen und Valverde triumphieren

AM 24 April 2015
79. La Flèche Wallonne 2015: van der Breggen und Valverde triumphieren

FlecheDie 79. Austragung des Flèche Wallonne ist in diesem Jahr eine ganz besondere gewesen, denn sie diente für viele Fahrer als Generalprobe für die 3. Etappe der diesjährigen Tour de France, welche am Montag den 6. Juli im Hafen von Antwerpen starten wird und an der Mauer von Huy endet. Dementsprechend stark besetzt war auch das Fahrerfeld des Ardennenklassikers. Alle großen Namen, die bei der Schleife durch Frankreich an den Start gehen werden, nutzten die Gelegenheit, um noch einmal eine genaue Streckeninspektion vorzunehmen. Auch Chris Froome vom Team SKY wollte den Fehler aus dem vergangenen Jahr nicht wiederholen und stellte sich der Tagesaufgabe. Doch man weiß von dem Briten, dass ihm die Rennen in Belgien und Nordfrankreich nicht besonders liegen und auch am vergangenen Sonntag, war ihm das Glück nicht gerade wohlgesonnen.

flecheIn einem sehr hektischen Rennverlauf mit vielen Stürzen war auch er nicht davor verschont geblieben und ging wie viele andere zu Boden. Im Gegensatz zum Iren Daniel Martin vom Team Cannondale - Garmin und dem Belgier Philippe Gilbert vom BMC Racing Team, die das Rennen verletzungsbedingt aufgeben mussten, konnte Froome weiter fahren und kam gezeichnet mit mehreren Abschürfungen und einem Rückstand von 12:19 Minuten auf den Sieger ins Ziel.

Da die Folgeetappe der diesjährigen Tour de France von Seraing nach Cambrai mit 221,5 Kilometern nicht nur die längste ist, sondern auch über die von Froome gefürchteten Kopfsteinpflasterpassagen Nordfrankreichs geht, wird er im Hinterkopf den Toursieg oder einen Platz auf dem Podium schon abgehakt haben. Man darf also gespannt sein, auf wen das Team SKY für das Gesamtklassement setzen wird.

Ganz anders zeigte sich die Fraktion der Spanier, die in den vergangenen Jahren bei diesem Rennen immer wieder sehr erfolgreich war. Allen voran natürlich Alejandro Valverde vom Team Movistar, der den Klassiker insgesamt 3 mal (2006, 2014, 2015) gewinnen konnte und auch wenn der Sieger von 2012, Joaquin Rodriguez vom Team Katusha in diesem Jahr leer ausging, bestätigte er mit Rang 4 seine Dominanz auf diesem Terrain. Der 5. Platz von Daniel Moreno, dem Sieger von 2013 unterstrich einmal mehr die Dominanz des russischen Rennstalls Katusha. Positiver Lichtblick aus französischer Sicht ist der 2. Rang des Etixx - Quick Step Fahrers Julian Alaphilippe.

valverdeDer 22-jährige mehrfache französische Crossmeister und Etappensieger der U23 – Thüringen Rundfahrt hat sich mit diesem Ergebnis und seinem 7. Rang beim Amstel Gold Race auch für das am kommenden Sonntag startende Lüttich–Bastogne–Lüttich ins Gespräch gebracht. Zwar setzt man bei der „La Doyenne“ im Etixx - Quick Step Team auf den Polen Michal Kwiatkowski, doch könnte Alaphilippe im Finale, sollte Kwiatkowski wie schon beim Wallonischen Pfeil Probleme haben, in die Favoritenrolle schlüpfen. 

Das Tour Aufgebot des Rennstalls steht zwar noch lange nicht fest, aber der junge Franzose ist nicht nur ein Kandidat für das Trikot des besten Nachwuchsfahrers, er könnte mit seiner couragierten Fahrweise auch zum Publikumsliebling der Franzosen avancieren, was der Rundfahrt im allgemeinen sehr gut tun würde. Den Dritten Platz sicherte sich der Schweizer Michael Albasini vom Team Orica GreenEdge, der aufgrund der Abwesenheit des Australiers Simon Gerrans freie Fahrt hatte und seine Chance nutzte.

BeckerDas Rennen der Frauen führte über 121 Kilometer mit 8 Anstiegen, davon 2 mal über die Mur de Huy.  In der, seit 1998 ausgetragenen Version für die Damen gab es nur einmal, 1999 einen Erfolg durch eine deutsche Fahrerin mit der Thüringerin Hanka Kupfernagel. Die Bilanz bei den Männern, in der allerdings 52 Jahre längeren Renngeschichte, durch den Sieg von Rolf Gölz 1988 sieht hier ähnlich aus.

Die einzigen beiden deutschen Starterinnen Lisa Brennauer (Team Velocio Sram) und Charlotte Becker (Team Hitec Products), erreichten als 37. und 94. das Ziel. Beide hatten hier allerdings nicht die Aufgabe im Gesamtklassement nach vorn zu fahren sondern wichtige Helferdienste zu leisten, zumal das Terrain beiden Fahrerinnen nicht unbedingt gelegen kommt. 

annaIn den jeweiligen Frauenteams gibt es natürlich keine Länderquote und wer das Team vertritt, darüber entscheiden die sportlichen Leiter. Es ist aber immer wieder schade, so wenig deutsche Starterinnen bei den Rennen in Belgien und Holland zu sehen. Es müsste seitens des BDR einfach mehr Initiative gezeigt werden, um beispielsweise wie die USA ein Nationalteam an den Start zu bringen. Da es in Deutschland kaum noch Straßenrennen für Frauen gibt und wenn, dann nur ein paar Kriterien ist es wichtig, gerade mit jungen Fahrerinnen hier vertreten zu sein, um wichtige Erfahrungen zu sammeln und sich die nötige Härte in den Rennen zu holen, auch wenn im Gesamtklassement keine Chance auf eine vordere Platzierung besteht. Man muss sich hier einfach mehr präsentieren, um der ein oder anderen Fahrerin den Einstieg in ein Frauenteam zu ermöglichen.

Den Tagessieg bei den Damen holte sich die Niederländerin Anna van der Breggen vom Rabo Liv Women Cycling Team. Platz 2 ging mit Annemiek van Vleuten vom Bigla Pro Cycling Team ebenfalls an eine Niederländerin und Dritte wurde die US Amerikanerin Megan Guarnier vom Boels Dolmans Cycling Team.

Fotos: Arne Mill

> zur turus-Fotostrecke: 79. La Flèche Wallonne 2015

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Straßenrennen
Name des Radrennens
La Flèche Wallonne
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Exzellentes Aufmacherbild! Sehr hübsch!

J
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