Put on the speed: Christian Grasmann von den Maloja Pushbikers im Gespräch

MB 25 Februar 2015
Put on the speed: Christian Grasmann von den Maloja Pushbikers im Gespräch

Maloja„Put on the speed and I tried catching up, but you were pedaling harder too.“, sang einst die australische Band The Mixture in ihrem Song „Pushbike“. Im schwarz-weiß-Video von 1970 treten die Protagonisten dazu locker flockig auf einer breiten (jedoch kaum befahrenen) Fernstraße in die Pedalen ihrer teilweise skurrilen Gefährte. Vorneweg eine lächelnde Frau. „Sing this song … before the sun goes down …“ Das Radfahren als Lebensgefühl. Wehendes Haar im Fahrtwind. Lachende Gesichter, staunende Gesichter. „Round round wheels going …“ Inspiriert von diesem inzwischen sage und schreibe 45 Jahre alten Song zeigte sich das Radsportteam vom Irschenberg. Das zuvor als Rudy Project Racing Team bekannte deutsche Team ist seit letzter Saison - in Anlehnung an den besagten australischen Song - als Maloja Pushbikers am Start.

turus FotosMit dem Namen wollen die Irschenberger vermitteln, dass es beim Radfahren nicht allein um Fortbewegung bzw. Sport, sondern auch um eine Lebenseinstellung geht. Sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße wollen die Fahrer von den Maloja Pushbikers ihre Botschaften mit Siegen verbreiten. Nicht zuletzt wollen sie in der jetzigen Zusammensetzung eines der weltweit besten Bahnteams bleiben. Und ebenso wichtig: Das Ganze soll mit Style umgesetzt werden. Das spiegelt sich nicht zuletzt an der Kleidung und der Art der Portraitfotos wider. Keine Frage, die Maloja Pushbikers haben einen hohen Wiedererkennungsgrad. 

Bobby Lea2014 an den Start gingen folgende Fahrer: Leif Lampater (der Erfolgsgarant), Marcel Kalz (stark wie ein Bär), Christian Grasmann (der Captain Future), Nico Heßlich (Sprintergene inside), Helmut Trettwer (der Unermüdliche), Achim Bukhart (der Youngster), Stefan Flußstetter (der Genießer), Christian Lichtenberg (der Teamplayer), Arne Kenzler (der Allrounder) und Andreas Graf. 2015 hinzu kamen der Tscheche Martin Hacecky und der Österreicher Stefan Mastaller. Als Gastfahrer trug zudem der US-Amerikaner Bobby Lea (siehe Interview) bei den Revolution Series das Trikot der Maloja Pushbikers.  

Über die vergangene Sechstage-Saison, die Zukunft der Maloja Pushbikers und die Bedeutung der Nachwuchsarbeit wurde Teamchef und Captain de Route Christian Grasmann wie folgt befragt.

GrasmannHallo Christian, herzlichen Glückwunsch zu deinem zweiten Platz in Kopenhagen, dem letzten Rennen der Sechstage-Saison. Bist du zufrieden mit deiner Saison?

Absolut. Über den zweiten Platz in Kopenhagen habe ich mich gefreut wie über einen Sieg. Diese Saison lief es einfach super und da war das ein toller Abschluss.

Auch für die Maloja Pushbikers war es eine gute Saison.

Ich denke, es war unsere erfolgreichste Saison überhaupt. Highlights waren natürlich die Siege in Bremen und Berlin von Marcel und Leif. Die Maloja Pushbikers haben mal wieder ihre Vormachtstellung als Bahnteam bewiesen. Wir können alle stolz auf unsere Leistungen sein - nicht nur diejenigen, die auf dem Podest standen. Nico hat sich zum Beispiel im Feld etabliert, fährt solide im Mittelfeld und bei den Zeitfahrdisziplinen um den Sieg und auch Achim hat gezeigt, dass es für ihn aufwärts geht.

Mit dem Amerikaner Bobby Lea hatten die Maloja Pushbikers in Bremen und Berlin auch einen Gastfahrer im Team. Wie kam es dazu?

Bobby und ich kennen uns schon seit gut acht Jahren von den Rennen in den USA – und wir haben uns immer super verstanden. Im letzten Jahr hat er mich dann gefragt, ob es für die Sixdays eine Kooperationsmöglichkeit geben könnte und ich war von der Idee sofort begeistert. Bobby ist ein herausragender Sportler, war schon zwei Mal bei Olympischen Spielen und hat einen tollen Sportsgeist, er passt also super zu uns. Auch für Maloja war die Kooperation interessant, da der US-Markt ein sehr spannender ist.

Wie hat die Zusammenarbeit mit Bobby denn geklappt?

Bremen war Bobbys erstes Sechstagerennen, das war sicher nicht ganz einfach für ihn, nicht zuletzt aufgrund der speziellen Bahn in Bremen. In Berlin sind wir zusammen dann schon Fünfter geworden. Mehr als die Ergebnisse zählen aber die positiven Effekte, die wir von der Partnerschaft hatten. Bobby ist ein sehr sympathischer Typ, arbeitet viel mit sozialen Netzwerken und das Feedback, das wir bekommen haben, war großartig. Ihm selbst haben die Sixdays großen Spaß gemacht und ob sie ihn auch sportlich weiter gebracht haben, wird man bei den kommenden Weltmeisterschaften sehen. Wir drücken Bobby auf jeden Fall die Daumen.

In Bremen haben sechs von 24 Startern die Hose der Maloja Pushbikers getragen. Das heißt, ein Viertel des Feldes kam aus dem selben Team. Ist das nicht verwirrend für die Zuschauer?

Klar, wir haben uns alle in einem Team zusammengeschlossen und fahren das ganze Jahr über füreinander. Bei Sechstagerennen sind wir oft dazu gezwungen, gegeneinander zu fahren und das ist sicher nicht immer einfach. Manchmal ist es auch für die Gegner nicht einfach, denn wir sind in der Lage, Allianzen zu bilden. Und das ist es, worauf es uns ankommt: Wir wollen stark sein. Nicht nur im Rennen, sondern auch als Stimme der Fahrer und um eine Plattform für Sportler zu bilden, damit der Sechstagesport in Deutschland eine Chance hat, am Leben zu bleiben.

Du sprichst die schwierige Situation des Radsports in Deutschland an. Im Straßenbereich scheint sich da wieder etwas zu tun. Zwei deutsche Teams starten bei der Tour de France, ARD und ZDF wollen wieder live davon berichten. Gibt es auch bei den Bahnfahrern einen positiven Trend?

Das ist im Moment noch schwer zu sagen. In Bremen und Berlin hatten wir ein sehr gutes Feedback. Unsere Innovationen wurden von landesweiten Medien wahrgenommen – so hat uns unter anderem die FAZ und das ARD Morgenmagazin eine Plattform gegeben.
Fakt ist, der Radsport lebt – und zwar in all seinen Facetten und da gehört auch der Bahnradsport dazu. Wir möchten, dass das so bleibt und bei meinem Gesprächen mit Sponsoren und Partnern wurde deutlich, dass wir damit nicht alleine sind.

Gibt es denn schon neue Partnerschaften, über die du sprechen kannst?

Zuerst einmal sind wir froh, dass Maloja weiterhin unser Namensgeber ist und uns bei unseren Projekten unterstützt. Eine neue Partnerschaft, über die ich schon reden kann, gehen wir mit der Initiative „Sport gegen Gewalt“ ein. Unser Modell, die Nachwuchsarbeit attraktiv und sinnvoll zu gestalten, soll auch in anderen Vereinen angewendet werden. Genaueres dazu gibt es aber erst später im Jahr.

Was ist „Sport gegen Gewalt“ genau?

Die Initiative ist ein eingetragener Verein, der Jugendlichen eine Mitgliedschaft in einem Sportverein ermöglichen will. Klaus-Jürgen Jahn hat die Initiative 1998 gegründet. Er ist begeisterter Radsportfan und wir haben uns beim Sechstagerennen in Berlin kennengelernt und wir haben die selbe Einstellung: Jugendliche sollen sportlich gefördert werden. Die positiven Effekte sind enorm.

Eine letzte Frage: Gibt es für die Straßensaison schon Neuzugänge zu vermelden?

Ja, die Maloja Pushbikers verstärken sich auch dieses Jahr mit einigen Neuzugängen. Bei einigen Rennen konnte man zum Beispiel schon den Tschechen Martin Hacecky und den Österreicher Stefan Mastaller in unserem Trikot fahren sehen. Beide haben bei uns unterschrieben, weitere Fahrer werden wir noch bekanntgeben. Wir setzen weiter auf einen deutschen Kern, Internationalisierung und junge Fahrer.

Fotos: Arne Mill, PR-Abteilung

Text: In Zusammenarbeit mit den Maloja Pushbikers

> zu den turus-Fotostrecken: Radsport auf Bahn und Straße

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