Überlegener Sieg von Lampater & Kalz, Gesundheitliche Probleme bei den Junioren

BM 28 Januar 2015
 
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Überlegener Sieg von Lampater & Kalz, Gesundheitliche Probleme bei den Junioren

U19Der Schlussabend des 104. Berliner Sechstagerennens sah zunächst noch einmal den Nachwuchs am Start, der im Juniorenrennen zunächst ein 60 Runden Punktefahren zu bewältigen hatte und dieses Rennen nur noch mit 14 statt der ursprünglichen 18 Teams austrug. Nach dem bereits erfolgten Aus für die beiden Teams des SC Berlin hatte auch  Berlins Topnachwuchsfahrer Moritz Malcharek vom RSV Werner Otto Pech, als sein Partner Moritz Augenstein mit Fieber am Schlusstag ausfiel. Gleiches widerfuhr auch dem Oberhausener Tim Auer, so dass mit Moritz Malcharek und Patrick Haller eine neue Mannschaft gebildet wurde. Aus demselben Grund war auch die Mannschaft Marc Clauss und Tobias Nolde aus Sachsen nicht mehr dabei.

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U19Der verbleibende Rest des Feldes bot aber wieder hervorragende Leistungen, insbesondere unsere dänischen Gäste Christian Nykvist/Andreas Stokbro, die sowohl das Punktefahren dominierten als auch im abschließenden Madison über 30 Minuten der Konkurrenz keine Chance ließen. Das neu zusammengestellte Team Malcharek/Haller aber bot den Dänen die Stirn und landete dabei jeweils auf dem zweiten Tagesplatz vor Max Kanter/Tom Müller aus Cottbus bzw. der zweiten dänischen Paarung Andreas Lorentz Kron/Tim Vang Cronqvist. In der Gesamtwertung reichte es aber für Malcharek/Haller mit 75 Punkten „nur“ zum dritten Rang, da die bis zum Ausscheiden ihrer Partner errungenen Punkte auf 38 halbiert wurden. 

GlockeÜberlegene Sieger wurden Nykvist/Stokbro mit 95 Punkten vor ihren Landsleuten Kron/Cronqvist mit 77 Punkten, die nur äußerst knapp sich vor Malcharek/Haller platzieren konnten. Für die Berliner Jeremy Lendowski/Christopher Schulz von den Zehlendorfer Eichhörnchen blieb am Ende mit 34 Punkten ein guter sechster Platz übrig, während Max Sommerfeld vom RSV Werner Otto mit seinem Partner Toni Franz aus Leipzig mit 30 Punkten Siebter wurde und Josh Mechsner/Marvin Trübenbach vom Berliner TSC mit sieben Punkten leider nur den 14. und letzten Platz erreichten.

U15Auch die Schüler U 15 waren mit einem 50 Runden Punktefahren nochmals im Einsatz und hier war erneut Justin Winzer vom RC Charlottenburg mit 20 Punkten der Sieger, der in einem engen Duell Maurice Ballerstedt vom RSV Blankenfelde mit 19 Punkten und Patrick Dietze vom Radteam Cöpenick mit 15 Punkten das Nachsehen gab. In dem insgesamt 24-köpfigen finalen Punktefahren waren auch fünf Mädchen am Start, darunter mit Luise Ollick vom SC Berlin und Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt zwei Berlinerinnen, die sich achtbar schlugen. Während Schütz mit vier Punkten auf Platz 9 einkam, blieb für Ollick mit einem Punkt der 14. Platz übrig. Der von Eleonora Schütz anvisierte Titel „Bester weiblicher Teilnehmer“ war damit nicht zu realisieren, zumal Hannah Steffen vom Genthiner RC nochmals acht Punkte erspurtete und Platz 5 belegte.

U15Gesamtsieger des Schüler-Omniums wurde Justin Winzer mit 110 Punkten vor Till Groß vom RK Endspurt Cottbus mit 82 Punkten und Maurice Ballerstedt mit 68 Punkten. Einen guten vierten Platz erreichte Tim Pröhl vom SC Berlin mit 63 Punkten vor Florian Behnke vom Marzahner RC 94, der 59 Punkte auf sein Konto brachte. Platz 6 von Patrick Dietze und Platz 9 für Eleonora Schütz unterstrichen einmal mehr die durchaus gute Nachwuchsarbeit im Berliner Radsport Verband e.V. in der Hoffnung, dass diese Entwicklung weiter anhält.

siegerHöhepunkt des Finaltages war natürlich die abschließende Jagd über 60 Minuten, die vor wieder vollen Zuschauerrängen stattfand und dem Veranstalter insgesamt eine unverändert gute Resonanz bescherten. Mit „standing ovations“ trieb das Publikum Leif Lampater/Marcel Kalz zum Sieg, die kurz vor Schluß sich nochmals vom Feld lösten und mit einer halben Runde Vorsprung jubelnd ins Ziel fuhren. Die Jagd gewonnen hatten zwar der Spanier David Muntaner mit seinem belgischen Partner Kenny de Ketele, aber Lampater/Kalz, die mit zwei Runden Vorsprung und dem höchsten Punktekonto in die Finaljagd gingen, war der Sieg nicht mehr streitig zu machen.

SiegerSie gaben nur eine Runde preis und waren am Ende mit 331 Punkten überlegen, während Muntaner/de Ketele ebenso wie die Dänen Alex Rasmussen/Marc Hester auf Platz drei und die Niederländer Yoeri Havik/Nick Stöpler eine Runde zurücklagen. Entgegen kam Lampater/Kalz am Schlussabend noch eine Bonusrunde, die durch den Sieg in den Wertungssprints und dem Rundenrekordfahren, als Kalz mit 12,489 Sekunden eine neue Bestzeit realisierte, zustande kam und letztlich für die klaren Verhältnisse gesorgt hat.

Nate KochDie Sprinter sorgten auch noch einmal für prächtige Stimmung mit einem „Nate“ Koch aus den USA, der mit perfekter Show eine echte Bereicherung des Rennens war. Er feierte seinen Sieg im Keirinrennen vor Erik Balzer und Maximilian Levy ausgiebig, auch wenn am Ende nur der sechste und letzte Platz in der Gesamtwertung für ihn übrig blieb. Während Balzer das Rundenrekordfahren mit 12,510 Sekunden äußerst knapp vor Levy mit 12,528 Sekunden gewann, hielt sich Levy im Sprint gegen Balzer dann schadlos. In der Gesamtwertung siegte Levy mit 95 Punkten vor dem ebenfalls überzeugenden Balzer mit 89 Punkten und so lassen diese Leistungen der beiden Sprinter Hoffnungen auf Medaillen bei den kommenden Weltmeisterschaften in Frankreich aufkommen.

ESSODer sechste Lauf der Steher um den Weltpokal verlief noch einmal spannend und es wurde ein Dreikampf zwischen dem Europameister aus der Schweiz Mario Birrer, der hier mit seinem Schrittmacher Helmut Baur sein letztes Rennen absolvierte, dem Deutschen Meister Stefan Schäfer mit Peter Bäuerlein und Robert Retschke mit Holger Ehnert, der aber am Ende als Dritter das Nachsehen hatte. Birrer siegte schließlich vor Schäfer und Retschke, die in dieser Reihenfolge auch in der Gesamtwertung das Podium einnahmen. Die junge Berliner Steherhoffnung Marcel Bartsch von den Zehlendorfer Eichhörnchen schlug sich in diesem Feld ausgezeichnet und landete am Ende auf Platz fünf.

turusBleibt am Ende die Hoffnung, dass dieses von den Zuschauern wieder hervorragend angenommene Event auch in Zukunft fester Bestandteil im Berliner Veranstaltungskalender bleibt. Nicht zuletzt durch die Initiative des Unternehmers Klaus-Jürgen Jahn, der sich persönlich nun leider zurückziehen will, gelang es erstmals, den Nachwuchs teilweise in das Hauptprogramm zu integrieren. Die Fahrer, ob U 23 oder U 19, haben es mit entsprechend guten Leistungen gedankt und im Hinblick auf die Olympiabewerbung Berlins ein eindeutiges Signal gesetzt.

abschiedNach dem Motto „nach dem Rennen ist vor dem Rennen“ sollten sich alle Verantwortlichen schnellstmöglich zusammensetzen und über ein sicheres, längerfristiges Konzept zur Erhaltung dieser einzigartigen Veranstaltung diskutieren. Die dieses Mal fehlenden musikalischen Showeinlagen, die bei einigen eine gewisse Skepsis haben aufkommen lassen,  haben dem Rennen in keiner Weise geschadet und das spricht vor allem für die sportlichen Leistungen aller Akteure von der U 13 bis zu den Profis. Es gab nicht wenige Zuschauer, die das erste Mal das Sechstagerennen besucht haben und einfach von der Atmosphäre und den tollen Leistungen der Sportler begeistert waren. 

Das 105. Berliner Sechstagerennen dürfte, allen anders lautenden Meldungen zuwider, aus dieser Sicht gesichert sein!

Text: Bernd Mülle  

Fotos: Arne Mill, Mario Stiehl

> zu den turus-Fotostrecken: 104. Berliner Sechstagerennen 2015

 

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Bahnradsport
Name des Radrennens
Berliner Sechstagerennen
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