Garmin Velothon Berlin 2013: Veranstalter und Teilnehmer vollauf zufrieden

AM Updated 12 Juni 2013
Garmin Velothon Berlin 2013: Veranstalter und Teilnehmer vollauf zufrieden

Marcel Kittel„Wir sind wirklich in Berlin angekommen“, resümierte der Geschäftsführer der Upsolut Event GmbH Frank Bertling zufrieden über das Radsportgroßereignis in der Hauptstadt, welches die Hamburger vor fünf Jahren nach Berlin brachten. Wohl wahr. Die Veranstalter bringen nicht nur schönes Wetter mit, in diesem Jahr säumten über 300.000 Schaulustige die Strecke und sorgten bei spannungsgeladenen Wettbewerben und einer perfekt organisierten Gesamtveranstaltung für eine stimmungsvolle Atmosphäre vor der wohl beeindruckendsten Kulisse, die eine Radsportveranstaltung zu bieten hat.

VelothonAllein die Teampräsentation vor dem Brandenburger Tor oder auch vor der Siegessäule im vergangenen Jahr ist einmalig und sorgt bei den meisten Akteuren für Gänsehautfeeling. Entlang der Strecke werden neben den Profis auch den zig tausend Jedermännern sämtliche Höhepunkte geboten, die Berlin zu bieten hat. Bereits am Samstag hatten die Jüngsten das Vergnügen, auf einem komplett gesperrten Rundkurs mit Start und Ziel auf der Straße des 17. Juni am Sowjetischen Ehrenmahl, vorbei am Berliner Reichstag und am Brandenburger Tor, diese einmalige Radrennatmosphäre zu genießen.

U11Leider war die Beteiligung in den Lizenzklassen der Schüler U11 bis U15 eher mäßig, was eigentlich nicht nachvollziehbar ist. Anstatt die Kinder aus dem Berliner Umland und der näheren Umgebung einmal im Jahr an diesem Großereignis teilhaben zu lassen, verkriecht man sich lieber in irgendwelchen abgelegenen Orten bei bedeutungslosen Rundstreckenrennen in entlegenen Gewerbegebieten. Wenn die Veranstalter den unteren Lizenzklassen schon diese einmalige Chance bieten, auf dieser Strecke ein Rennen zu fahren, auf dem Siegerpodest der Profis zu stehen, von Tausenden Zuschauern bejubelt zu werden und am Folgetag die großen Vorbilder im wahrsten Sinne des Wortes „zum Anfassen“ erleben können, ist es einfach unverständlich, wie man das Angebot in den vielen kleinen Vereinen einfach so ausschlagen kann.

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KidsNirgendwo anders kann man die Kinder so für den Radsport begeistern und vor allem bei der Stange halten. Die Eindrücke und Erlebnisse bei dieser Veranstaltung sind für die meisten Jungen und Mädchen prägend und Ansporn für die gesamte Saison. Der ein oder andere geht sogar mit dem Vorsatz nach Hause: „Irgendwann möchte ich auch einmal im Rennen der Profis auf dieser Zielgeraden vorn dabei sein.“ Da ist es nicht verwunderlich, dass der Radsport ein Nachwuchsproblem hat. Nicht alles lässt sich auf die Journalisten schieben, die sich immer nur auf das eine Thema fokussieren.

U15Diejenigen, die am Start waren, haben es auf jeden Fall genossen und kämpften genau so engagiert wie die Großen. Kieron Steinmann beispielsweise hat den weiten Weg von Bremen nach Berlin auf sich genommen und wurde im Rennen der U13 mit dem 2. Platz hinter Justin Winzer vom RC Charlottenburg und vor Philipp Behnke vom Marzahner RC belohnt. In der Klasse der U11 siegte Bela Wawro vom SC Berlin vor Maximilian Ott vom RSV Peitz und Oskar Polzin Lok Templin. Bei den Schülerinnen der U13, die mit den Jungs der U11 zusammen gestartet sind, hatte Antonia Schmidt vom RC Kleinmachnow die schnellsten Beine. Zweite wurde Laura Lotter und Dritte Sandra Hainzl beide SC Berlin. Leonie Seefeldt BSV AdW Berlin siegte in der Klasse Schülerinnen U15 vor Lotta Schoenemeyer SC Berlin und Pia Zylka RSV Blankenfelde.
Im Rennen der Schüler U15, die mit der weiblichen Jugend U17 zusammen ins Rennen ging, siegte Juri Hollmann vom BRC Zugvogel Berlin vor Calvin Dik Spandauer RV und Oscar Motley Zehlendorfer Eichhörnchen. Im selben Rennen bei der weiblichen Jugend U17 siegte Laura Ida Waskowski BRC Semper vor Marie Wawrzinek vom Berliner TSC.

Traditionsgemäß sollte im Anschluss an die Lizenzklassen das Kid´s Velothon unter Schirmherrschaft des ADAC stattfinden. Doch bedauerlicher Weise musste diese Veranstaltung wegen eines Polizeieinsatzes im Berliner Tiergarten abgebrochen werden. Eine bittere Pille, die nicht nur für die Veranstalter, sondern vor allen von den Jüngsten Teilnehmern, die sich sehr auf dieses Event gefreut hatten zu schlucken war.

PastapartyAm Abend lud das Velodelight Team wie schon in den vergangenen Jahren zur Pastaparty über den Dächern Berlins im KU64. Ein Stelldichein für alle Akteure am folgenden Sonntag. Neben einigen Profis fanden auch viele Jedermänner den Weg zur letzten Stärkung im extravaganten Ambiente der Zahnspezialisten bei Live Musik und so allerlei Hinguckern Rund ums Rad. 15 attraktive Preise gab es zu gewinnen, von denen der Hauptgewinn ein Rennrad im Wert von 3799 Euro war. Ein Euro von jedem verkauften Los wurde für ein Kinderprojekt in Südafrika gespendet. Für die ein oder andere verspannte Wade, wurde auch noch eine Massage angeboten.

Für die ersten Jedermänner auf der kurzen Distanz hieß es am Sonntag früh aufstehen. Bereits um 7:50 Uhr gingen die ersten auf die 60 Kilometer Distanz. 9:25 Uhr folgten die Fahrer über 120 Kilometer. Insgesamt stellten sich knapp 12.000 Hobbyradler unter der Anleitung vieler professioneller „Guides For Safer Cycling“ wie Sportdirektor Erik Zabel und Marcel Wüst der Herausforderung Garmin Velothon Berlin bei herrlichem Sommerwetter.

StartschussGegen Mittag wurde es auch für die Profis ernst und die ersten Teams fanden sich zur Einschreibung vor dem Brandenburger Tor mit anschließender Teampräsentation ein. Ein Prozedere, welches nicht nur die Pressefotografen und Radsportfreunde an die Präsentationsbühne auf dem Pariser Platz lockte, auch viele Touristen die gerade auf Berlinbesuchertour waren, wurden von dem Schauspiel angelockt. Zum Start der Elite war der geschichtsträchtige Platz vor und hinter dem Brandenburger Tor gut mit Besuchern gefüllt. Das Feld der knapp 140 Fahrer rollte gemächlich bis zum Potsdamer Platz, wo vom Renndirektor bei Kilometer 0 das Rennen frei gegeben wurde.

ProRaceAuf der ersten Rennhälfte versuchten immer wieder Fahrer aus den kleineren Kontinentalteams eine Fluchtgruppe zu initiieren. Doch jeder Versuch dem Feld zu entkommen wurde frühzeitig im Keim erstickt. Erst nach 55 Kilometer konnte sich eine fünfköpfige Gruppe um Raphael Freienstein (Team Heizomat), Oleksandr Polivoda (Atlas Personal – Jakroo), Christoph Pfingsten (Deutsche Nationalmannschaft), Benjamin Sydlik (Nutrixxion Abus) und Mateusz Taciak (CCC Polsat Polkowice).

SprinterFür Raphael Freienstein (Team Heizomat) hatte sich der Arbeitstag in Berlin gelohnt. Er gewann am Ende die Sprintwertung und konnte einen Scheck über 1350,00 Euro mit nach Hause nehmen. Bis zur fünften der sieben Zielrunden hielten sich die Ausreißer wacker mit einem zwischenzeitlichen Vorsprung von über zwei Minuten. Als letzter der fünf Ausreißer wurde Oleksandr Polivoda (Atlas Personal – Jakroo) gestellt und die Sprinterzüge begannen sich zu formieren und die Schlussphase des Rennens zu bestimmen.

SprintIn einem packenden Finish auf der 3.300 Meter langen Zielgeraden eröffnete an der 300 Meter-Marke der Vorjahressieger André Greipel (Team Lotto Belisol) das Finale, doch der Gewinner der ProRace Erstauflage Marcel Kittel (Team Argos Shimano) nutzte den Windschatten des Rostockers und schoss auf den letzten 150 Metern vorbei zu seinem zweiten Sieg in Berlin. Auch der Italiener Matteo Pelucchi (IAM Cycling Team) konnte sich auf dem Zielstrich noch an Greipel vorbei schieben. Für den Thüringer Marcel Kittel war der Sieg in Berlin, angesichts des starken Fahrerfeldes um die deutschen Top Sprinter besonders hoch einzustufen.

André GreipelAndré Greipel hingegen wünschte sich die Zielankunft des Vorjahres an der Siegessäule zurück, wo er 2012 erfolgreich war. „Als Sprinter wird man immer an seinen Siegen gemessen und man will natürlich Rennen gewinnen. Dass es heute nicht geklappt hat, ist allein mir zuzuschreiben. Mein Team hat sehr gut für mich gearbeitet und alles richtig gemacht. Ich habe einen der besten Sprinterzüge der Welt und gehe zuversichtlich in die Tour de France“, so Greipel.

Für das kommende Jahr ist für die 7. Auflage des Garmin Velothon Berlin der 8. Juni 2014 angesetzt.

Fotos: Marco Bertram & Arne Mill


Für Medien und Privatpersonen:

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