Im Windschatten über die Bretter: Derny der Frauen beim Sechstagerennen

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 26 Januar 2013    
 
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Derny FrauenBereits im Jahre 1954 gab es im Rahmen eines Sechstagerennens den ersten Derny-Wettbewerb, bei dem die Bahnradsportler im Windschatten der Schrittmacher mit einer Kraftersparnis von 30 bis 40 Prozent (je nachdem, wie optimal der Radsportler Anschluss findet) auf eine richtig flotte Geschwindigkeit kommen. Seitdem gehören die Derny-Rennen bei den Sechstagerennen für die Zuschauer neben den Steher-Rennen und Sprints zu den Highlights der Veranstaltungen. Wenn es mit den alten Maschinen knatternd über das Oval geht, heften sich in Rotterdam, Zürich, Gent, Bremen und Berlin die Blicke auf das Geschehen. 

ZijlaardStichwort Bremen. Dort gab es in diesem Jahr auf Grund der wachsenden Attraktivität des Frauenbahnradsports im Rahmen des Omnium-Wettbewerbs zum ersten Mal ein Derny-Rennen für die Frauen. Das erste Derny-Rennen der Bremer Sixdays 2013 konnte die junge Niederländerin Nicky Zijlaard für sich entscheiden. Nicky Zijlaard stammt aus einer großen Radsportfamilie. So ist ihre Tante die ehemalige Weltklasse-Athletin Leontin Zijlaard-van Moorsel, ihr Großvater ist kein Geringerer als der berühmte Derny-Schrittmacher Joop Zijlaard, der beim diesjährigen Zesdaagse van Rotterdam feierlich verabschiedet wurde. Berührungsängste zum Derny-Rennen hat somit die 1995 geborene Nicky Zijlaard (2011 Niederländische Meisterin Juniorinnen Bahn) ganz gewiss nicht. Bei der Derny-Premiere der Frauen beim diesjährigen Berliner Sechstagerennen wurden ihr gute Chancen eingeräumt, wenn gleich sie in Bremen den zweiten Derny-Lauf nicht gewinnen konnte.

Stephanie PohlKeine Bange? Dass bei den Frauen der Respekt vor dem Derny-Rennen durchaus sehr groß ist, war am Freitagabend im Berliner Velodrom von den Gesichtern der acht Starterinnen des Derny-Finallaufs des „Keine Bange! Axel Lange!“ Ladies-Cups abzulesen. Angespannte Gesichter von der Nummer eins bis zur Nummer acht. Sowohl bei Charlotte Becker, als auch bei Kim van Dijk und Stephanie Pohl. Und nicht nur das: Um gut über die 40 Runden zu kommen, musste kräftig gekurbelt werden. Mit hoher Geschwindigkeit ging es über die Fichtenplanken des 250 Meter langen Ovals des Berliner Velodroms, das auch am zweiten Veranstaltungstag wieder gut gefüllt war. 

Derny100 Prozent Aufmerksamkeit bei den Fahrerinnen. Dran bleiben am Schrittmacher, taktisch gut fahren – und nur keinen Unfall bauen. Solch einen Unfall gab es beim Bremer Sechstagerennen, bei dem Schrittmacher Peter Bäuerlein gestürzt war, jedoch glücklicherweise nicht ernsthaft verletzt wurde. Bäuerlein, der als Schrittmacher sowohl bei den Derny-Rennen als auch bei den Steher-Rennen manch einen zum Sieg geführt hatte, konnte im Berliner Velodrom die 25-jährige Cottbuserin Stephanie Pohl, die auf der Bahn und auf dem Asphalt zu Hause ist, als erste über die Ziellinie bringen.

BäuerleinAm Ende eines spannenden Rennens, in dem die Berlinerin Charlotte Becker zwischenzeitlich zum Angriff auf die bis kurz vor Schluss vorn liegende Nicky Zijlaard blies, dann jedoch den Anschluss verlor, reckte Peter Bäuerlein die Faust gen Hallendecke. Taktisch klug brachte er Stephanie Pohl quasi auf der Zielgeraden an der von Anfang an vorn fahrenden Nicky Zijlaard vorbei. Hinter Stephanie Pohl und Nicky Zijlaard konnte die Bielefelderin Mieke Kröger, die im vergangenen Jahr Deutsche Meisterin bei der Verfolgung (Bahn) wurde, Rang drei holen.

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: Derny-Rennen der Frauen in Berlin

> zu den turus-Fotostrecken: 102. Berliner Sechstagerennen 2013


Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
  • Bahnradsport
  • Elite-Rennen
  • Six Days
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