110. Tour de France 2023: Alle Infos zur "Berg-Tour"

110. Tour de France 2023: Alle Infos zur "Berg-Tour"

 
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R 02 November 2022

Vor ein paar Tagen haben wir schon ausführlich die zweite Ausgabe der "Tour de France Femmes 2023" vorgestellt, nun widmen wir uns der Rundfahrt der Männer: der 110. Tour de France" ein hartes Rück Arbeit für die Profis, das mit nur einem Zeitfahren aufwartet und ansonsten anspruchsvolle Strecken bietet bei den vor allem die Kletterer ihre Triumphe einfahren werden. Ob Jonas Vingegaard seinen Titel verteidigen kann? Nach insgesamt 3.304 Kilometer am 23. Juli 2023 wissen wir mehr.

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Acht Flachetappen für die Sprinter, vier hügelige Etappen für Ausreißer und acht Bergetappen, das ist das Portfolio der 110. Tour de France der Männer 2023. Vier dieser Etappen führen über Gipfel: in den Pyrenäen bei Cauterets-Cambasque, auf dem legendären Vulkan Puy de Dôme im Zentralmassiv, auf dem Grand Colombier im Jura und in Saint-Gervais Mont-Blanc in den Alpen.

Die Tour 2023 beginnt 31 Jahre nach dem Grand Départ 1992 in San Sebastian im Baskenland mit der Team-Präsentation vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao. Am nächsten Tag am 1. Juli startet sie mit einer 182 km langen 1. Straßenetappe rund um Bilbao. Die Strecke führt hinaus an die hügelige Küste des Golfs von Biskaya, bevor sie in die Stadt zurückkehrt, um den steilen Anstieg des zehn prozentigen Pike Bidea und das Ziel im Zentrum zu erreichen. Die Etappe umfasst 3.300 Höhenmeter. Etappe 2 bietet auf einer 209 km langen Strecke von Vitoria-Gasteiz nach Donostia San Sebastián ein anspruchsvolleres Terrain, wobei der Anstieg Jaizkibel 20 km vom Ziel entfernt ist. Die 3. Etappe beginnt in Amorebieta-Etxano und führt 80 km entlang der Küste des Baskenlandes, bevor sie die französische Grenze erreicht. Die 185 km lange Etappe endet in Bayonne, wo die Sprinter eine Chance auf den Sieg haben. Am nächsten Tag (Etappe 4) auf der Rennstrecke von Nogaro wird ein weiteres schnelles Finish erwartet.

Die Berge beginnen auf der 5. Etappe mit einer 165 km langen Fahrt durch die Pyrenäen von Pau nach Laruns, bei der der Col de Soudet und der Col de Marie Blanque im Vorfeld der Zielankunft auf dem Programm stehen. Das Rennen wird in den Pyrenäen auf der 6. Etappe von Tarbes nach Cauterets Cambasque fortgesetzt. Rafał Majka war der letzte Sieger in Cauterets im Jahr 2015, als er seine Ausreißer am Col du Tourmalet distanzierte. Die Etappe führt über den Col d'Aspin und den 2115 m hohen Col du Tourmalet, bevor es eine lange Abfahrt ins Tal und den 16 km langen Anstieg zum Ziel gibt. Die durchschnittliche Steigung beträgt nur 5,4 %, aber die letzten drei Kilometer liegen bei über 10 %.



Die 7. Etappe führt die Tour weg von den Pyrenäen nach Bordeaux mit einem Start in Mont-de-Marsan. Bordeaux war seit Cavendishs Sieg 2010 nicht mehr Schauplatz eines Tour-Etappenziels, und das flache Profil wird ihm und anderen sicherlich die Chance auf einen weiteren Sprintsieg bieten. Die 201 km lange 8. Etappe von Liborne nach Limoges ist eine Übergangsetappe zum Zentralmassiv und bietet eine weitere Sprintchance, bevor die Berge auf der 9. Etappe wieder kommen: Saint-Leonard-de-Noblat nach Puy de Dome. Der Anstieg auf und um den erloschenen Vulkan wurde seit 1988 nicht mehr befahren und ist 13,3 km lang und hat eine durchschnittliche Steigung von 7,7 %, aber die letzten vier Kilometer liegen bei über 11 %.



Die Fahrer genießen einen wohlverdienten ersten Ruhetag in Clermont Ferrand, bevor es auf eine 167 km lange, hügelige 10. Etappe zwischen dem Vulkanpark Vulcania und Issoire geht. Die 11. Etappe führt in östlicher Richtung von Clermont Ferrand nach Moulins, wo es zu einer weiteren Sprintankunft kommen wird, sofern das Peloton die Ausreißer kontrollieren kann. Ein ähnliches Szenario ist auf der 12. Etappe von Roanne nach Belleville-en-Beaujolais zu erwarten, wo vielleicht eine wichtige Rolle im Kampf um das Grüne Trikot gespielt wird.



Die Berge kehren auf der 13. Etappe in der Region Ain zurück (Chatillon-sur-Chalaronne - Grand Colombier). Eine Etappe, die erstmals 2020 hier endete, als sich Pogačar mit Roglič duellierte. Die Fahrer klettern auf die Hochebene von Hauteville-Lompnes und fahren dann hinunter, um die 17,4 km lange Strecke bis zum Ziel in Grand Colombier mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,1 % zu bewältigen. Die Hochgebirgsetappe setzt sich auf der 14. Etappe und am zweiten Wochenende fort, mit 4.200 Höhenmetern auf nur 152 km zwischen Annemasse und Morzine. An diesem Tag stehen sechs Anstiege auf dem Programm, darunter der Col de la Ramaz vor dem Col du Joux Plane. Die Abfahrt vom Berg nach Morzine wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen und den Zeitabstand auf dem Gipfel sicherlich noch vergrößern.



Ein anspruchsvolles Wochenende endet mit der 15. Etappe von Les Gets nach Saint-Gervais Mont Blanc, die einen Kampf um den Gesamtsieg versprechen dürfte. Die Fahrt durch die Haute-Savoie führt über den Col de la Forclaz, die Croix Fry und den Col des Aravis. Der Anstieg zum Ziel beginnt mit der 11% steilen Wand der Côte des Amerands, und dann wird der 7 km lange Anstieg nach Saint-Gervais immer steiler, wobei die Rennorganisation von Abschnitten bis zu 17 % angibt. Das einzige Zeitfahren der Tour findet auf der 16. Etappe statt und führt über gerade einmal 22 km durch das Arve-Tal südlich von Sallanches. Das Zeitfahren beginnt in Passy auf der Nordseite des Arve-Tals und führt dann in den Süden bis ins Dorf Combloux. Der Anstieg ist nur drei Kilometer lang, hat aber eine durchschnittliche Steigung von 8,5 % und einen Abschnitt mit 16 %.



Im Hochgebirge geht es auf der 17. Etappe von Saint-Gervais Mont Blanc nach Courchevel weiter. Die 166 km lange Etappe umfasst drei kategorisierte Alpenpässe und nimmt den Col de la Loze in Angriff, bevor es eine kurze Abfahrt nach Courchevel gibt. Die Steigung ist jedoch noch nicht zu Ende, denn bis zum Ziel an der Start- und Landebahn des Altiport geht es mit 18 % weiter. Es ist wohl die Königsetappe der Tour de France 2023, denn der 2.304 m hohe Anstieg zum Col de la Loze ist der höchste Punkt des gesamten Rennens. Der Loze wurde erst ein einziges Mal bei der Tour bestiegen, nämlich im Jahr 2020, nachdem der schmale Radweg zum Gipfel asphaltiert worden war.



Auf der 18. Etappe von Moutiers nach Bourg-en-Bresse verlässt die Tour die Alpen. Die 19. Etappe von Moirans-en-Montagne nach Poligny ist eine hügeligere Übergangsetappe durch den Jura und damit nach Norden in Richtung Vogesen und französisch-schweizerische Grenze. Am letzten Samstag des Rennens (20. Etappe) findet kein Zeitfahren statt. Die 133 km lange Etappe führt durch die Vogesen zwischen Belfort und dem Skigebiet Le Markstein. Sie beginnt mit dem Ballon d'Alsace, umfasst fünf Anstiege in der Mitte der Etappe und endet mit dem 8,1%igen Petit Ballon und dem 8,4%igen Col du Platzerwasel. Le Markstein war Schauplatz der vorletzten Etappe der Tour de France Femmes 2022, auf der Annemiek van Vleuten mit einer Attacke das Gelbe Trikot übernahm. Ob das einem der Männer auch gelingt? Am 22. Juli 2023 wissen wir mehr.

Das Peloton der Tour wird am Morgen der letzten Etappe am 23. Juli von den Vogesen nach Paris übersetzen. Die abschließende 115 km lange Paradeetappe beginnt im nationalen Velodrom von Saint-Quentin-en-Yvelines wo zuletzt die Bahnradweltmeisterschaften ausgetragen wurden und in dem bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris die Bahnrennen ausrichten wird.

Traditionell endet die Tour auf der Paris Champs-Élysées in Paris.

> alle Archiv-Fotos der Tour de France: Bildagentur frontalvision.com

 

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  • Straßenrennen
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