Schweizer Profiradsport auf recht hohem Level

Schweizer Profiradsport auf recht hohem Level

 
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BM 19 Juni 2022

Nicht nur die hohe Anzahl an Startern aus der Schweiz bei der diesjährigen Tour de Suisse der Männer und Frauen ist ein Beweis dafür, wie gut sich der Radsport insgesamt in der Schweiz  entwickelt hat. Im Jahre 2009 gewann mit Fabian Cancellara letztmals ein Landsmann die landeseigene Rundfahrt und danach gelang lediglich Mathias Frank im Jahre 2014 ein weiterer Podiumsplatz (2.). Bei 20 Startern in diesem Jahr, darunter so hochkarätigen Fahrern wie u.a. Stefan Küng von Groupama-FDJ oder Marc Hirschi vom UAE Team Emirates, bot sich eine weitere  Möglichkeit für die Einheimischen, den Sieg bei der Tour de Suisse wieder einmal in den eigenen Reihen zu behalten.

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So stehen in dieser Saison schon zwei Siege von Marc Hirschi zu Buche, darunter aktuell der Sieg beim großen Preis des Kanton Aargau. Aber wie Erfolg und Pech dicht beieinander liegen können, das zeigte sich wieder einmal vor Beginn der 6. und Königsetappe von Locarno zur Moosalp über 177,5 km. Und Schuld daran hatte einmal mehr die wieder verstärkt auftretende Corona Pandemie. Aus überwiegend diesem Grund konnten 30 Fahrer zur womöglich vorentscheidenden Etappe nicht antreten, darunter eben auch Marc Hirschi und sein gesamtes Team, ebenso die kompletten Teams von Alpecin-Fenix und Bahrain Victorious mit dem bislang so starken Briten Stephen Williams, der von Beginn bis zur 4. Etappe im Spitzenreitertrikot fuhr. Aber neben Marc Hirschi und seinem Teamgefährten Joel Suter waren auch drei weitere Schweizer mit Silvan Dillier von Alpecin Fenix, Reto Hollenstein von Israel Premier-Tech und Stefan Bissegger von EF Education-EasyPost von Corona betroffen und damit zur Aufgabe gezwungen.

 

Schade vor allem für den in hervorragender Form fahrenden Marc Hirschi, zumal mit seinem Landsmann Gino Mäder von Bahrain Victorious, der zur 5. Etappe schon nicht mehr startete, ein weiterer hochkarätiger Schweizer ausgefallen war. Mit bislang 21 Podiumsplatzierungen, darunter sechs Siegen, liegen die Schweizer in der Nationenwertung zwar „nur“ auf Platz 21, aber aussagekräftiger ist der 12. Platz im UCI World Ranking der Nationen unmittelbar hinter Deutschland, die beide damit noch chancenreich im Kampf um die Höchstzahl an Startern bei der Straßenweltmeisterschaft sind.

 

Neben den Eliteteams fährt bei der Tour de Suisse auch ein Team Swiss Cycling  mit, das u.a. mit bekannten Bahnfahrern wie Robin Froidevaux, Claudio Imhof und Simon Vitzthum besetzt ist. Da stellt diese bergige Tour schon eine große Herausforderung dar und Spitzenleistungen sind da eher weniger zu erwarten. Ihre drei Teamgefährten Lukas Rüegg, Roland Thalmann, immerhin Siebter der Königsetappe, und Yannis Voisard konnten durchaus einige bemerkenswerte Akzente setzen. Die gute Nachwuchsarbeit im Schweizer Verband scheint sich sukzessive auszuzahlen, was auch für den Bereich der Frauen gilt.

 

Diese sind bei der am Samstag beginnenden Tour de Suisse Women ebenfalls, wie bereits erwähnt, mit der höchsten Zahl an Starterinnen vertreten. Hier sind gar zwei komplett schweizerische Teams mit Swiss Cycling und dem BeCycling Regional Team am Start und somit ebenfalls insgesamt 20 Fahrerinnen. Auf 18 Teams verteilen sich „nur“ 98 Starterinnen, da nicht weniger als acht Teams die höchstmögliche Anzahl von 6 Teilnehmerinnen nicht stellen können und nur mit vier oder fünf das Rennen aufnehmen.

 

Die derzeit stärkste Schweizerin Marlen Reusser vom Team SD Worx ist leider an Corona erkrankt und musste ihren vorgesehenen Start für das Team Swiss Cycling absagen. Auch fehlt die starke Elise Chabbey von Canyon//SRAM Racing, die in dieser Saison schon einige herausragende Ergebnisse erzielt hat. Sie wurde u.a. Dritte beim Dwars door Vlaanderen und Vierte bei Paris-Roubaix Femmes und zeigte sich als besonders starke Bergfahrerin, wo sie die Bergwertungen der Rundfahrten Itzulia Women in Spanien und der Women’s Tour in Großbritannien gewann und Sechste bei den Mont Ventoux Denivele Challenges in Frankreich wurde. 

 

So richtet sich das Hauptaugenmerk auf Jolanda Neff von Swiss Cycling, die im Vorjahr schon einmal Vierte der Gesamtwertung war. Die erfolgsgewohnte Mountainbikerin, u.a. Olympiasiegerin im Cross-Country, Weltmeisterin im Marathon und Cross-Country sowie dreifache Siegerin des Gesamtweltcups, ging nun durchaus als Mitfavoritin an den Start, auch wenn sie heuer noch keine Ergebnisse bei Straßenrennen herausgefahren hatte. Aber das Rennen sozusagen vor der eigenen Haustür sollte ihr liegen, zumal sie gerade auch als gute Bergfahrerin bekannt ist. 

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill / frontalvision.comHeinz Zwicky

 

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