Nico Denz gewinnt die von Corona überschattete Königsetappe der Tour de Suisse

Nico Denz gewinnt die von Corona überschattete Königsetappe der Tour de Suisse

 
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BM 19 Juni 2022

Es ist einfach nur schade, dass die hervorragend besetzte Schweizer Landesrundfahrt in diesem Jahr so unter Corona leiden muss. Die Königsetappe am Freitag bildete bei herrlichstem Wetter in dieser Beziehung den absoluten Höhepunkt. Nicht weniger als 30 Fahrer konnten zur 6. Etappe von Locarno zur Moosalp über 177,5 km nicht mehr antreten, so dass sich das ursprüngliche Fahrerfeld durch weitere sechs Aufgaben von 153 auf nur noch 87 reduziert hat. Dennoch war es eine Hammeretappe mit recht spektakulären Verlauf und am Ende gab es einen deutschen Sieg durch Nico Denz vom Team DSM. Es war in der Geschichte der Tour de Suisse der insgesamt 27. Etappensieg eines deutschen Fahrers, nachdem zuletzt im Jahre 2010 Marcus Burghardt und Heinrich Haussler siegreich waren. Eine recht lange Durststrecke wurde damit überwunden.

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Damit schaffte Nico Denz eine echte Sensation und errang seinen bislang größten Erfolg in seiner Laufbahn, die er als Profi im August 2015 nach einem Jahr als Trainee beim französischen Team AG2R La Mondiale begann. Es war sein dritter Profierfolg nach seinen Siegen bei der Tour de Vendee 2018 und der 2. Etappe der Slowakei-Rundfahrt 2020, offensichtlich fährt er seine Siege im Zweijahres-Rhythmus ein. „Es war unbeschreiblich und ich bin überglücklich über meinen ersten Worldtour-Sieg. Ich glaubte zunächst, dass der Franzose Clement Champoussin vom AG2R Citroën Team die Nase vorn hatte, da ich wohl zulange zugewartet hatte. Mir kam letztlich entgegen, dass die Ziellinie in einer Kurve war und ich den kürzeren Weg besaß“, konnte Nico Denz mehr als stolz über diesen grandiosen Erfolg sein. Für ihn war es ein großer Moment in seiner Laufbahn, ist er doch eher der Helfer für seine Kollegen, die er seit Jahren bestens unterstützt. 

 

Der Sieg des Nico Denz war umso bemerkenswerter, da sein Team nur noch aus drei Fahrern von ursprünglich sieben bestand. Aber er war mutig zur ersten 10-köpfigen Fluchtgruppe gestoßen gegangen, die sich in der Spitze später aus 12 Fahrern zusammensetzte. Am Ende sprinteten vier Fahrer um den Sieg und dabei war dann der Deutsche der Glückliche. „Ich bin gestern tief gegangen, habe alles aus mich herausgeholt“, erzählte uns der gebürtige Waldshuter zu Beginn der heutigen von Ambri nach Malbun verlaufenden 7. und vorletzten Etappe. „Heute wollen wir Andreas Leknessund unterstützen und dessen Topplatzierung (6.) möglichst absichern“, sprach Nico Denz für sich und Nikias Arndt. Letzterer ging recht zuversichtlich an den Start zu  dieser ebenfalls schweren Etappe über 194,6 km mit dem Schlussanstieg nach Malbun. „Dass es gestern so gut lief haben wir nicht gedacht. Mal sehen was heute noch geht, ich fühle mich motiviert und bin gut drauf“, gab uns Nikias Arndt zu verstehen. Vielleicht sehen wir den gebürtigen Buchholzer, jetzt in Köln lebend, auf der 7. Etappe in einer Fluchtgruppe, ausgeschlossen ist es aufgrund seines Optimismus nicht.

 

Die Tour de Suisse ist schon einmal eine weite Reise aus Berlin wert, die Fotograf Arne Mill und der Verfasser dieses Berichts unternommen haben. Eine absolute Toplandschaft bei herrlichstem Wetter zu erleben ist einfach ein Highlight. Schneebedeckte Berge und herrliche, im Sonnenlicht blitzende Seen vermitteln Urlaubsstimmung par excellence. Dazu die teils riskanten Bergauf- und Abfahrten in Form von unzähligen Serpentinen mit dem Auto, das hat schon etwas Prickelndes für einen Flachlandtiroler. Dann kann man erst nachfühlen, was die Profis mit ihren leichten Rädern, schmal bereift, zu leisten haben. Wenn nur nicht das Corona Virus wäre, dass gerade hier beim Rennen gnadenlos zugeschlagen hat. So viele Ausfälle bei einem Rennen hat es meines Erachtens in dieser Saison aufgrund von Corona noch nicht gegeben. Das Virus ist einfach unerbittlich und sollte weiterhin nicht unterschätzt werden.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill / frontalvision.com

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