Felix Groß startet vielversprechende Straßenkarriere beim UAE-Team Emirates

Felix Groß startet vielversprechende Straßenkarriere beim UAE-Team Emirates

 
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BM 14 Mai 2021

Die Nachricht schlug in Radsportkreisen ein: ein junger deutscher Rennfahrer, der 22-jährige Felix Groß, fährt ab 01.08.2021 beim UAE-Team Emirates als Stagiaire! Gleichzeitig hat er dort einen Vertrag über drei Jahre bis 2024 abgeschlossen in einem der führenden WorldTour Teams mit dem letztjährigen und gleichaltrigen Sieger der Tour de France Tadej Pogacar aus Slowenien. Neben weiteren Talenten im Team wie z.B. dem Spanier Juan Ayuso (18), dem Schweizer Marc Hirschi (22) oder dem US-Amerikaner Brandon McNulty (23), dürfte auch Felix Groß eine mehr als verheißungsvolle Zukunft bevorstehen, wenn er seine bislang insbesondere auf der Bahn gezeigten Weltklasseleistungen auch auf der Straße umsetzen kann. Das Zeug dazu hat der sympathische, in Feuchtwangen geborene Modellathlet aus unserer Sicht allemal.

Ein Fingerzeig für diese jetzige Entwicklung war wohl das Jahr 2016, als er als Junior sowohl in der Einerverfolgung auf der Bahn als auch im Straßenrennen den deutschen Meistertitel holte. Diese Zweigleisigkeit war ihm immer wichtig, wenngleich danach die großen Erfolge, mit Ausnahme des Militär-Weltmeisters im Straßenrennen 2018, auf der Bahn zustande kamen. Er wurde u.a. dreifacher U 23-Europameister in der Einerverfolgung, unterstrich seine Klasse auch im 1000-Meter-Zeitfahren als U 23-Europameister und war Deutscher Meister der Männer in der Einer- und Mannschaftsverfolgung. Ein Weltcupsieg in Hong Kong 2019 in der Mannschaftsverfolgung kam hinzu, wo er auch jetzt gerade für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wieder im Einsatz ist.

Vom 13. bis 16. Mai 2021 findet dort der erste UCI Track Cycling Nations Cup statt und über WhatsApp haben wir mit einem Sprachmemo mit Felix Groß kommuniziert, nachdem er den Jetlag nach dem Flug nach Hong Kong einigermaßen verkraftet hatte. Sehr ausführlich und geduldig stand er uns Rede und Antwort und sprach mit uns über seine aktuellen Ziele, die mit den Olympischen Spielen in Tokio den absoluten Höhepunkt bekommen sollen. „Nach absolvierten, ersten Training werde ich in Hong Kong in der Mannschaftsverfolgung und im 1000-Meter-Zeitfahren an den Start gehen“, teilte er uns mit, nachdem er die Pandemie bislang gut überstanden hat. „Aufgrund vieler Sonderregelungen konnten wir genug daheim und in Frankfurt/Oder trainieren. Man wird sehen, wie die anderen Nationen durch Corona gekommen sind und die Wettkämpfe verlaufen werden. Es ist alles offen und ich hoffe, dass vor allem auch die Olympischen Spiele stattfinden werden“, fuhr er durchaus optimistisch fort. „Aber ohne Zuschauer sind es keine üblichen Spiele und es wird nicht einfach sein, da die Motivation von außen fehlt. Ich bin aber guter Dinge, dass alles letztlich klappt und gegebenenfalls habe ich vielleicht 2024 nochmal eine Chance“, ist Felix Groß dennoch zuversichtlich, der mit dem Vierer in Tokio mit einer Medaille liebäugelt.

Wie kam nun die Verbindung zum UAE-Team Emirates zustande, fragten wir Felix Groß, der dort seine Entwicklung weiter forcieren wird. „Seit dem Sommer 2020 arbeite ich mit der auf Radsport spezialisierten Agentur Teamvision zusammen, die mir den Kontakt zu UAE hergestellt hat. Nach meinen Erfolgen auf Bahn und Straße haben mich die Verantwortlichen  nach Abu Dhabi eingeladen, wo ich mit dem kompletten Teammanagement Gespräche geführt habe, die erfolgreich verliefen“, verriet uns Felix Groß, der aber auch seinem jetzigen Team Rad-Net Rose für die letzten fünf Jahre seinen Dank aussprach.

Ab dem 01.08.2021 sieht die Welt für Felix Groß nun etwas anders aus, wenngleich es derzeit noch keine aktuelle Rennplanung gibt. „Der Fokus richtet sich eindeutig in diesem Jahr auf die Olympischen Spiele mit dem Vierer, für den wir in den letzten vier Jahren hart gearbeitet und gekämpft haben. Danach hoffe ich auch weiterhin zweigleisig fahren zu können, wenn man die Renneinsätze intelligent wählt“, ist er diesbezüglich sicher, sich mit seinem Team darauf zu einigen. Ob die Bahnweltmeisterschaften im Oktober für ihn eine weitere Option darstellen, ließ er offen, da der Rennkalender mit seinem Team noch abgestimmt werden muss. „Ich bin nicht abgeneigt zur Weltmeisterschaft zu fahren, aber eigentlich soll sich hier nach Olympia die „zweite Reihe“ des BDR beweisen“, ließ er uns wissen. 

Die Siege im letzten Jahr auf der Straße beim 1.2 Rennen Puchar MON und bei der Rundfahrt Dookola Mazowsza gaben ihm nochmal eine zusätzliche Motivation, wohl wissend, dass er gut durch die Corona Pause gekommen ist. Jetzt steht er erst einmal motiviert und hoffnungsvoll am Start des Nations Cup und eine Wiederholung seines Weltcupsieges von 2019 wäre durchaus ein verheißungsvoller Start in eine für ihn richtungsweisende Saison. Dafür sprechen auch seine hervorragenden Leistungen bei den letztjährigen Bahn-Weltmeisterschaften im Berliner Velodrom, wo er in der 4000m Einerverfolgung mit dem neuen deutschen Rekord von 4:08,928 Minuten einen tollen fünften Platz belegte und mit dem Vierer in 3:50,304 Minuten gleichfalls deutschen Rekord fuhr und damit die Qualifikation für die Olympischen Spiele gesichert wurde. 

Sein großes Potenzial haben die Verantwortlichen von UAE offensichtlich genau erkannt und so wünschen wir Felix Groß für seinen weiteren Werdegang viel Erfolg. Wir sind uns sicher,   dass wir in Zukunft noch viel Positives über ihn berichten werden.

Bericht: Bernd Mülle  

Fotos: Arne Mill

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